Der VW Caddy ist Deutschlands erfolgreichster Kleintransporter. Ein Jahr nach dem normalen Modell kommt nun auch die Maxi-Version mit über drei Meter langem Radstand in den Genuss des Allradantriebs 4-Motion.
Alle drei Modelle des VW Caddy Maxi 4x4 ("Kastenwagen", "Life" und "Life Tramper") gibt es ausschließlich mit einem 1,9-Liter-TDI-Motor und 105 PS. Diese Motorisierung wurde seit der Einführung des Caddy von immerhin mehr als 80 Prozent der Kunden geordert.
Der um 50 Zentimeter gestreckte Maxi hat eine Gesamtlänge von 4,88 Metern, was sich vor allem auf das Platzangebot in Reihe zwei und drei und zugunsten des Laderaumes auswirkt. Die dritte Sitzreihe nämlich macht aus dem Caddy Maxi Life einen vollwertigen Siebensitzer plus 380-Liter-Kofferraum. Das ist nicht wenig, ein Golf hat nur 365 Liter anzubieten.
Üppig dimensioniertes Urlaubsauto
Klappt man die hinterste Sitzbank herunter oder lässt sie gar in der heimischen Garage, erhält man maximal 1350 Liter Kofferraumvolumen. Das reicht dann tatsächlich für das Urlaubsgepäck von fünf Leuten aus. Mit komplett abgeklappter zweiter Sitzreihe mutiert der Caddy Life zum Transporter mit 3700 Litern Ladevolumen. Beides ist mit wenigen Handgriffen erledigt.
Wer regelmäßig soviel Transportkapazität benötigt, greift am besten gleich zum Caddy Kastenwagen, der sogar 4200 Litern Laderaum bietet. Er hat allerdings auch die für Transporter typische Trennwand zum Laderaum. Der Clou: Durch ein Bett-System wird der fast vier Kubikmeter große Caddy Maxi Life zur rollenden Herberge für zwei Outdoor-Fans. Dabei ist die Liegefläche so in den normalen Caddy Life integriert, dass keine echten Umbauten notwendig sind.
Derart gerüstet, steht dem nächsten Ausflug in die Alpen nichts mehr im Wege. Auf der Fahrt dorthin merkt man allerdings schnell, dass der Caddy aus dem Nutzfahrzeugstall der Volkswagen-Gruppe stammt. Jenseits der städtischen Geschwindigkeiten beherrscht ein latentes Dröhnen den Innenraum. Die Nutzfahrzeugentwickler hätten der Geräuschdämmung doch etwas mehr Aufmerksamkeit widmen sollen.
Die Verarbeitung des Innenraums ist ordentlich, aber nicht auf Golf-Niveau. Der Caddy Maxi Life kommt mit hübsch bunten Polsterbezügen und Verkleidungen daher, der Kastenwagen ist eher nüchtern gestaltet. Die Platzverhältnisse sind auf allen Sitzen üppig, selbst in der dritten Reihe finden Erwachsene ausreichend Raum vor.
Wie bei VW üblich, gibt sich das Armaturenbrett aufgeräumt. Die altbekannte Multifunktionsanzeige wurde mit neuen Details erweitert. Die Anzeige der offenen Türen etwa passt grafisch zu den Schiebetüren.
Nach einer Autobahnfahrt geht es dann auf die Serpentinen in Richtung Alpenpässe. Nun freut sich der Campingfan über den Allradantrieb, der über eine Haldex-Kupplung bis zu 100 Prozent Antriebskraft auf die Hinterräder übertragen kann. Dass das Ganze drehmoment- und nicht schlupfabhängig passiert, merkt man in der ersten Spitzkehre: Recht flott angesteuert, fehlt das typische Übersteuern eines Fronttrieblers kurz vor dem Scheitelpunkt der Kurve.
Auf dem weiteren Weg in Richtung Alpenpass wird dann schnell deutlich, dass der VW Caddy Maxi mit den 250 Nm Drehmoment des 1,9-Liter-Turbodiesels keinesfalls übermotorisiert ist. An manchen Steigungen wird die Wahl des zweiten Ganges zur Notwendigkeit, um nicht stehen zu bleiben. Hier wünscht man sich mehr Power, beispielsweise den 2.0-Liter-TDI.
Schmale Serienausstattung
Doch mehr Motor kostet auch mehr, schon der VW Caddy Maxi Kastenwagen ist mit 20.415 Euro kein Schnäppchen - und das ohne Beifahrer-Airbag. Ansonsten ist die Serienausstattung mit ABS, ESP, verstellbaren Kopfstützen, Nebelscheinwerfern und funkferngesteuerter Zentralverriegelung ausreichend. Im VW Caddy Life sind für 24.841 Euro außerdem Beifahrer-Airbag sowie ISOFIX-Kindersitzbefestigungen auf den äußeren Sitzen der zweiten Reihe serienmäßig an Bord.
Die Liste der aufpreispflichtigen Extras ist konzerntypisch lang und kostenintensiv. So kostet etwa der Siebensitzer 774 Euro mehr, elektrische Fensterheber kosten 292 Euro, für die Klimaautomatik muss man 1630 Euro berappen und für einen Tempomaten 322 Euro. Eine Einparkhilfe kostet 375 Euro extra, ist aber nicht wirklich notwendig. Dass trotz der hohen Preise für die Sonderausstattungen keine Xenon-Scheinwerfer zu haben sind, aber ein Tagfahrlicht - und das auch noch für 44 Euro extra - wirkt jedoch dreist.
Quelle: ftd.de
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