Zulassung ausgesetzt Aufregung um Tüv & Co

KFZ-Hauptuntersuchung beim TÜV in Berlin.

KFZ-Hauptuntersuchung beim TÜV in Berlin.© picture alliance / Keystone

Millionen von Autofahrern müssen jedes Jahr zur Hauptuntersuchung. Die Frage ist: Dürfen Tüv und Dekra überhaupt weiter prüfen? Die zuständige Akkreditierungsstelle hat die Zulassung der bekannten Prüforganisationen ausgesetzt.

Wirbel um die die Zukunft der Prüf-Plakette für Millionen von Autofahrern: Weil Prüforganisationen wie der Tüv und die Dekra technische Vorgaben nicht umgesetzt haben sollen, ist für sie die Zulassung ausgesetzt worden. Hintergrund sind neue technische Vorschriften zur Dokumentation von Prüfgeräten, die nicht eingehalten worden sein sollen.

Ausgesetzt hatte die Zulassungen der Prüfgesellschaften die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS). Diese untersteht der Aufsicht des Bundes und überprüft, ob die Dienste ihre Aufgaben nach den geltenden Anforderungen erfüllen. Aktuell geht es vor allem um die Frage, ob die Eichung der Messgeräte richtig dokumentiert wurde. Hintergrund sind neue EU-Vorschriften. Überwachungen in diesem Jahr hätten ergeben, dass die entsprechenden neuen Anforderungen nicht erfüllt worden seien. „Eine weitere Aufrechterhaltung der Akkreditierungen unter Auflagen ist nicht mehr möglich“, erklärte die DAkkS.

Anzeige

Zuerst hatte der „Spiegel“ darüber berichtet. Die Entscheidung bringe das gesamte System der Hauptuntersuchungen in Gefahr, schrieb das Nachrichtenmagazin. Ohne Akkreditierung müssten die Länder den Prüfdiensten ihre Anerkennung entziehen.

Tüv: Erteilte Plaketten haben volle Gültigkeit

Der Autofahrer Tüv-Dachverband beschwichtigte aber: Autofahrer müssten keine negativen Folgen fürchten, teilte der Verband in Berlin mit. Der Verband gehe davon aus, dass eine Lösung für eine Akkreditierung gefunden werde, sagte ein Sprecher. Die erteilten Plaketten hätten volle Gültigkeit. Ähnlich äußerte sich das Bundesverkehrsministerium. Eine sofortige Vollziehung der Aussetzung von der Akkreditierung sei vorerst nicht angeordnet worden, hieß es.

Eine Arbeitsgruppe aus Vertretern von Bundesverkehrsministerium, Ländern und Prüforganisationen soll nun Anfang des kommenden Jahres eine „grundsätzliche Lösung“ erarbeiten, wie das Ministerium und Prüforganisationen mitteilten.

Hoffen auf eine baldige Lösung

„Die Tüv-Unternehmen gehen davon aus, dass unter allen Beteiligten eine einvernehmliche Lösung erzielt wird, so dass eine Hauptuntersuchung in Werkstätten auch in Zukunft nicht infrage gestellt ist“, erklärte der Verband der Technischen Überwachungs-Vereine (VdTÜV). Es gehe ausschließlich um Änderungen auf EU-Ebene und die Umsetzung von europäischen Vorgaben in Deutschland. Es gehe „explizit nicht um die Messgenauigkeit“.

Auch ein Sprecher der Prüforganisation Dekra betonte, der Bescheid der Akkreditierungsstelle beziehe sich nicht auf eine nicht ordnungsgemäße Prüfleistung, sondern ausschließlich auf eine vermeintlich nicht vollständige Dokumentation von geeichten Prüfgeräten.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.