Auto Bediensysteme der Zukunft: Wie steuern wir künftig unser Auto?

Wie bedient der Autofahrer von morgen sein Fahrzeug? Sprechen, tasten, drücken oder drehen - nichts scheint unmöglich zu sein. Was sich die Autohersteller einfallen lassen.

Die Zeit der spärlich illuminierten Schalter für Heizung, Hupe und Radio ist lange vorbei: Cockpits von Autos gleichen heute futuristischen Kommandozentralen. Haupt- und Untermenüs, anzusteuern über Lenkradtasten oder Touchscreens überfordern jedoch viele Autofahrer.

Autohersteller suchen Wege aus diesem Dilemma. Eines ihrer größten Hindernisse hierbei: die verschiedenen Kulturen in der Welt. In Japan, China oder Thailand Asien sind berührungsempfindliche Bildschirme in Autos schon lange Alltag; zunehmend setzt sich dort auch die Sprachsteuerung durch.

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Aber Navigationsziele mit einem Dreh-Drück-Regler eingeben, wie in Europa und den USA üblich? Das funktioniert in Asien nicht – schließlich gibt es dort je nach Sprache bis zu 3000 Schriftzeichen. Weil außerdem oft Hausnummern fehlen, wird die Navigation gewöhnlich über die Telefonnummern angesteuert.

Bei der Gestensteuerung genügt ein Fingerzeig

Bei seinem neuen Topmodell 7er gibt BMW den Kunden daher die Wahl: Sie können künftig selbst entscheiden, ob sie die Befehle per Sprache, Touchscreen oder Dreh-Drück-Regler eingeben wollen. Oder sogar einfacher Geste: Der 7er-BMW wird weltweit das erste Fahrzeug mit einer Gestensteuerung sein. Ein Fingerzeig genügt, um das Entertainment laut und leise zu stellen, in Menüs zu blättern oder Anrufe anzunehmen. Allerdings erkennt die Kamera im Dachhimmel zum Start nur eine Handvoll Befehle.

Auch andere Hersteller setzen auf das Thema Gestensteuerung. Volkswagen will die kontaktlose Bedienung mit der nächsten Generation des Phaeton einführen. Wichtige Kommandos sollen sich künftig durch vordefinierte Gesten zwischen Lenkrad, Ganghebel und Display ausführen lassen. Die Finger müssen dabei weder einen Controller berühren, noch ein Touchpad. Ähnliche Entwicklungen laufen auch bei Toyota, Lexus, Mercedes oder Audi.

Bildergalerie: Innovative Steuerung im Auto

Hightech-Displays ersetzen die traditionellen Schalter

Eine weitere Innovation neben der Gestensteuerung sind die neuen Hightech-Displays: Sie sind brillant, superscharf und platzsparend. Sie ersetzen die traditionellen Schalter und Regler. So hat etwa der Volvo Concept Estate ebenso wie das Tesla Model S einen einzigen großen, tabletartigen Touchscreen in der Mittelkonsole. „Die Grundidee ist, die Steuerelemente und Informationen vollkommen intuitiv und nutzerfreundlich anzuordnen“, erläutert Volvo-Chefdesigner Thomas Ingenlath, „alles befindet sich genau dort, wo man es erwartet. Das macht das Fahren noch angenehmer, effizienter und sicherer.“ Abgesehen von Lautstärke, Warnblinker und Heckscheibenheizung ersetzt der Touchscreen alle Schalter und Regler.

Ob sich innovative Steuerungsformen wie Gestensteuerung oder Touchscreens durchsetzen können, entscheidet am Ende allein der Kunde. Doch wer aufmerksam auf die Straße blicken will, während er wichtige Befehle eingibt, dem bleibt wohl nur die Sprachsteuerung.

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