Benzin und Diesel lagern Das sollten Sie wissen, wenn Sie Sprit lagern wollen

Beim Lagern von Benzin oder Diesel in Kanistern müssen einige wichtige Dinge beachtet werden.

Beim Lagern von Benzin oder Diesel in Kanistern müssen einige wichtige Dinge beachtet werden.© dpa-tmn

Benzin und Diesel sind so billig wie lange nicht mehr. Lohnt es sich für Autofahrer, einen Vorrat anzulegen und zu lagern? Und was muss man dabei beachten? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Der Preis für Rohöl ist massiv gesunken. Autofahrer freut das. Mancher Sparfuchs am Lenkrad überlegt nun vielleicht, bei diesen Preisen einen Vorrat anzulegen – für die Zeit, wenn der Preis wieder steigt.

Davon rät der Autoclub ADAC aber entschieden ab. Erstmal sei nicht abzusehen, dass die Preise in naher Zukunft schnell steigen, sagt Andreas Hölzel vom ADAC. Sie werden eher auf dem Niveau bleiben.“ Oder sogar sinken, angesichts weiter sinkender Ölpreise. Der zweite Grund, der gegen das Horten spricht, sei die Sicherheit.

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„Wir raten davon ab, mit großen Mengen Benzin unterwegs zu sein“, sagt Hölzels ADAC-Kollege Johannes Boos. Mehr als zehn Liter sollte man nicht an Bord haben, sagt er. Der Kanister sollte dann so weit wie möglich von den Personen im Auto entfernt stehen – idealerweise im Kofferraum. Ein Reservekanister darf in Privatfahrzeugen maximal 60 Liter Sprit fassen und muss dicht, fest verschließbar und bruchsicher sein.

Welche Menge an Benzin darf man in der Garage lagern?

Kraftstoffe daheim zu lagern, kann lebensgefährlich werden. Denn sie enthalten schnell entzündliche Dämpfe, die leicht aus den Reservebehältern entweichen können. Aus diesem Grund erlaubt der Gesetzgeber, in Kleingaragen mit bis zu 100 Quadratmetern maximal 20 Liter Benzin und 200 Liter Dieselkraftstoff zu lagern. Bei Diesel ist deutlich mehr erlaubt, weil er nicht so leicht entzündlich und deswegen nicht so gefährlich ist. Wichtig auch hier: Die Treibstoffe müssen in verschlossenen, bruchsicheren und nicht brennbaren Behältern aufbewahrt werden.

Wer trotzdem Sprit in der Garage lagern will, sollte besonders bei Kunststoffkanistern aufpassen. „Diese sind nicht hundertprozentig luftdicht“, sagt Boss. Die Kraftstoff-Eigenschaften können sich dabei verändern. Außerdem bestehe Vergiftungsgefahr.

Ist das Lagern auch im Keller erlaubt?

Im Keller dürfen maximal 20 Liter brennbare Flüssigkeiten gelagert werden. Diese Obergrenze gilt für Benzin und Diesel und gilt übrigens für den gesamten Kellerraum. Wer also nur einen mit Brettern abgeteilten Verschlag hat, darf mit all seinen Mitbewohnern im Haus zusammen gerade mal 20 Liter lagern.

Wo ist die Lagerung verboten?

In Durchgängen und Durchfahrten, Treppenräumen, allgemein zugänglichen Fluren und auf Dächern von Wohnhäusern und deren Dachräumen ist die Lagerung von Kraftstoffe verboten. In Wohnungen darf höchstens ein Liter Benzin oder anderer brennbarer Flüssigkeiten mit einem Flammpunkt unter 21 °C (Gefahrenklasse A 1) gelagert werden.

Was müssen Mieter beachten?

Mietern sollten ihren Mietvertrag vorher genau studieren. Lagern sie Kraftstoffe in einem dafür nicht geeigneten Raum, liegt eine vertragswidrige Benutzung im Sinne des § 535 BGB vor. Der Vermieter kann den Mieter zur Entfernung der Stoffe auffordern. Kommt der Mieter dieser Aufforderung innerhalb der gesetzten Frist nicht nach, kann der Vermieter das Mietverhältnis nach § 573 Abs 2 Nr. 1 BGB wegen Vertragsverletzung kündigen. In schwerwiegenden Fällen (akute Brand- oder Explosionsgefahr) ist sogar eine fristlose Kündigung möglich.

Wie lange kann man Benzin und Diesel lagern?

Bei Diesel zumindest lohnt sich eine längere Lagerung auch aus anderen Gründen nicht: Denn der Sprit ist laut Boos nur wenige Monate haltbar. Anders ist es bei Benzin: „Luftdicht gelagert zeigt das selbst nach 20 Jahren keine Veränderungen.“

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