Auto BMW ruft 500.000 Autos zurück in die Werkstätten

Das BMW-Areal in München.

Das BMW-Areal in München.© BMW

General Motors, Toyota - und nun auch BMW: In der Autobranche jagt gerade ein großer Rückruf den nächsten. Bei den Münchnern können die Motoren haken - Unfälle gab es aber bislang nicht. Ein Hinweis könnte von Konzernchef Reithofer gekommen sein.

Vielleicht hatte BMW-Chef Norbert Reithofer Mitte März schon eine Ahnung, dass auch sein Konzern vor einem großen Rückruf steht. Die Münchner setzen inzwischen mehr und mehr auf gleiche Bauteile in verschiedenen Modellen. Wenn man einen Motor aus diesem Programm zurückrufen müsse, könnten deshalb auch bei BMW mehrere 100.000 Autos betroffen sein, sagte Reithofer damals. „Es gibt eine gewisse Wahrscheinlichkeit.“ An diesem Freitag wurde daraus Gewissheit: Der Oberklasse-Hersteller ruft fast eine halbe Million Wagen in die Werkstätten.

Bei den 6-Zylinder-Motoren dieser Autos könne eine Schraube brechen und in seltenen Fällen das Aggregat beschädigen, sagte ein Konzernsprecher. Weltweit betrifft die Maßnahme rund 489.000 Wagen, die zwischen September 2009 und November 2011 gefertigt wurden. In Deutschland sind es 10.800 Stück.

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Betroffene Motoren in den 3er-, 5er- und 7er-Modellen

Dass China mit 232.000 Autos am stärksten betroffen ist, hatte BMW schon mitgeteilt. In den USA wurden weitere 156.000 Fahrzeuge zurückgerufen. Die betroffenen Motoren kommen quer durch diverse Baureihen zum Einsatz. So kommen sie in den 3er-, 5er- und 7er-Modellen, aber auch in den Geländelimousinen wie dem X3 und der Vorgängerversion des größeren X5 sowie weiteren Modellen vor.

General Motors (GM), Toyota – und nun BMW: Stolpert die Autobranche derzeit von einem Massenrückruf in den nächsten? Erst am Mittwoch hatte der weltgrößte Autobauer Toyota 6,4 Millionen Autos wegen verschiedener möglicher Mängel in die Werkstätten geholt. Bei einigen könnte der Fahrersitz beim Verstellen streiken, in anderen droht der Airbag zu versagen – quer durch die Modellpalette hakt es an fünf verschiedenen Stellen.

Defekte Zündschlösser bei GM

Allerdings muten sowohl der Rückruf bei Toyota als auch bei BMW bei weitem nicht so schlimm an, wie die Pannenserie bei General Motors. Der US-Hersteller muss sich für defekte Zündschlösser verantworten, die den Motor bei voller Fahrt abschalten können. Mindestens 13 Menschen starben bei Unfällen, die eben dadurch verursacht wurden. Millionen Autos rief GM jetzt zurück. Doch die Opel-Mutter soll schon jahrelang von den Problemen gewusst haben. Deswegen nahm der US-Kongress Konzernchefin Mary Barra vergangene Woche ins Kreuzverhör.

Eine solche Vorladung dürfte BMW-Chef Norbert Reithofer kaum drohen. Der Rückruf der Münchner sollte für Kunden eher lästig als bedrohlich sein. Unfälle habe es durch die möglichen Defekte nicht gegeben, betonte der BMW-Sprecher. Die Kunden könnten ihre Wagen auch weiter fahren, sollten beim Aufleuchten von Warnlampen aber die nächste Werkstatt verständigen.

Trotzdem kann sich auch BMW damit dem Trend immer umfangreicherer Rückrufe nicht entziehen. Weil Autobauer mehr und mehr auf baugleiche Teile in ihren verschiedenen Modellen setzen, um Geld zu sparen, müssen sie bei einem Defekt auch immer größere Mengen an Autos überprüfen. Zwar sei die Zahl der Rückrufaktionen zuletzt gesunken, hatte BMW zur Jahresbilanz Mitte März vorgerechnet – doch die Zahl der betroffenen Autos sei gleichzeitig gestiegen.

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