Deutsche Elektroautos Das sind die deutschen Tesla-Killer

Spät, aber umso ehrgeiziger steigen die deutschen Autobauer in den Wettbewerb um das beste Elektroauto der Welt ein. Volkswagen, BMW oder Daimler: Wem gelingt es zuerst, zum Vorreiter Tesla aufzuschließen?

Das ist mal eine automobile Ansage. 5,70 Meter lang, 750 PS und ein Design, bei dem Betrachtern die Kinnlade runterklappt. Was Daimler Mitte August auf der Monterey Car Week in Kalifornien enthüllte, strotzt nur so vor schwäbischem Selbstbewusstsein. „Vision Mercedes-Maybach 6“ heißt die Studie, die bei Autofans überall auf der Welt zurzeit für Schnappatmung sorgt.

Fast sechs Meter lang ist der Mercedes-Maybach 6

Fast sechs Meter lang ist der Mercedes-Maybach 6© Daimler

Das Auto ist nicht nur voll digitalisiert, inklusive einer Frontscheibe, die zugleich als transparentes XXL-Display dient und per Gestensteuerung bedient werden kann. Der Wagen verfügt auch über einen mehr als konkurrenzfähigen Elektromotor, der das Geschoss in vier Sekunden null auf 100 km/h katapultiert. Die Reichweite einer Batterieladung soll bei 500 Kilometern liegen. Der eigentliche Clou aber ist die kurze Ladezeit: Um die Batterie vollständig „aufzutanken“, muss der Wagen nur eine halbe Stunde an die Steckdose.

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Sie sind spät dran, aber nun wollen sie es wissen. Wie Daimler setzen auch die anderen deutschen Autohersteller auf die Entwicklung von E-Autos, die es mit dem Platzhirschen Tesla aufnehmen sollen. Das kalifornische Start-up hat mit seinem sportlichen E-Limousine Model S die ganze Branche durcheinandergewirbelt und neue Standards gesetzt. Seit kurzem verkauft Tesla auch sein Elektro-SUV mit dem Namen Model X auch in Deutschland. Für die Fans der Marke ist Tesla das „Apple der Autos“ – das Unternehmen hat es ähnlich wie der iPhone-Entwickler geschafft, neue Begehrlichkeiten bei den Konsumenten zu wecken.

Kritiker halten den Hype um das von Elon Musk gegründete Start-up für völlig überzogen. Star-Investor Marc Faber glaubt sogar an einen totalen Crash der Tesla-Aktie. Der Grund: Sobald Konzerne wie Daimler oder BMW ernsthaft auf E-Autos setzen, könnten sie ihre Effizienz-Vorteile ausspielen und deutlich günstiger produzieren als das amerikanische Start-up.

Mit welchen Elektroautos BMW, Audi, Daimler und Opel an die Weltspitze wollen, sehen Sie oben in der Bildergalerie.

1 Kommentar
  • JVO 20. September 2016 11:36

    „Vision“, „Studie“ … auch wenn es sehr zu begrüßen ist, dass die deutschen Hersteller endlich einmal damit beginnen, sich dem Thema E-Mobilität zu widmen, glaube ich an Aussagen „in einer halben Stunde 500 km geladen“ erst, wenn der erste Serienwagen ausgeliefert und getestet worden ist – und die entsprechende Schnelllade-Infrastruktur aufgebaut ist. Wenn das soweit ist, bin ich sicher einer der ersten, der die angekündigten Modelle vergleicht und ggf. als nächsten Wagen oder Zweitwagen in Betracht zieht – dann wird man auch sehen, ob die deutschen Unternehmen deutlich günstiger produzieren können und dieser Vorteil sich auch im Kunden Endpreis widerspiegelt 😀

    Bis dahin habe ich mal damit begonnen, schon mal ganz entspannt mit einem funktionierenden Modell des „gehypten Startup-Unternehmens“ zu meinen Terminen zu fahren (seit vorgestern Abend Nürnberg – Köln – Bern) und an den inzwischen engmaschig aufgestellten Supercharger Stationen aufzuladen … nicht in 30 Minuten, aber in akzeptabler Zeit – und man soll beim Essen und Kaffee trinken ja auch nicht hetzen 😉

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