Auto Ein Blick in die Zukunft des Automobils

In acht Jahren ist der Höhepunkt erreicht: 2022 werden so viele Auto wie nie zuvor auf deutschen Straßen fahren: 45,2 Millionen - schätzen Shell und Prognos in einer neuen Studie.

In acht Jahren ist der Höhepunkt erreicht: 2022 werden so viele Auto wie nie zuvor auf deutschen Straßen fahren: 45,2 Millionen - schätzen Shell und Prognos in einer neuen Studie.© digitalstock - Fotolia.com

Mehr Auto geht nicht: 2022 werden 45,2 Millionen Pkw in Deutschland fahren. Mehr als je zuvor und immer noch mit Diesel und Benzin. Erst danach soll es weniger Fahrzeuge geben. Laut einer Studie von Shell und Prognos wird die Autoflotte umweltfreundlicher, aber das Elektroauto hat keine Chance.

Der private Pkw bleibt noch auf Jahrzehnte hinaus der wesentliche Pfeiler für die Mobilität in Deutschland. Und die Autos werden auch in 25 Jahren noch überwiegend mit Benzin und Diesel angetrieben. Das sind zwei zentrale Ergebnisse einer gemeinsamen Studie des Energiekonzerns Shell und des Forschungsunternehmens Prognos, die am Dienstag in Hamburg vorgestellt wurde. Obwohl 2040 kaum weniger Autos als heute unterwegs sein sollen, könnte sich der Ausstoß von Treibhausgasen für die gesamte Flotte ungefähr halbieren.

Bis Mitte der 2020er Jahre steigt der Pkw-Bestand demnach noch an, bis auf mehr als 45 Millionen Autos. Dann geht er bis 2040 auf 42,7 Millionen zurück, gegenüber etwa 44 Millionen heute. „Wir werden es weiter mit viel individuellem Verkehr zu tun haben“, sagte Stefan Rommerskirchen von Prognos. „Da löst sich durch demografischen Wandel nichts von allein.“

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Die Fahrleistung aller Autos in Deutschland steigt ebenfalls zunächst noch an, von heute 617 auf 626 Milliarden Kilometer. Danach kommt es bis 2040 zu einem Rückgang auf 580 Milliarden Fahrzeugkilometer, was ungefähr dem Stand des Jahres 2003 entspricht.

Auto bleibt das wichtigste Verkehrsmittel in Deutschland

Bei einem genaueren Blick auf die Details lassen sich hinter den vergleichsweise stabilen Zahlen einige dynamische Entwicklungen entdecken. Junge Menschen fahren etwa weniger Auto und geben ihr Geld stattdessen lieber für moderne Kommunikationstechnik aus. Dagegen steigt die Motorisierung der Frauen bis auf 68 Prozent des männlichen Werts. Noch im Jahr 2000 waren es lediglich 44 Prozent.

Unter dem Strich werden 80 Prozent der Verkehrsleistung an Land von Autos und Motorrädern erbracht. Die restlichen 20 Prozent teilen sich Eisenbahn, Öffentlicher Nahverkehr, Fahrrad und Fußwege. „Das Auto bleibt das wichtigste Verkehrsmittel“, sagte Shell-Volkswirt Jörg Adolf. „Es wird keine Revolution geben.“

Alternative Antriebe machen nur 1,6 Prozent aus

Das gelte auch für die Antriebsenergien: „Die Autos halten lange, und es dauert, bis die gesamte Flotte einmal ausgetauscht ist.“ Bei jährlich rund drei Millionen Neuzulassungen und 44 Millionen Pkw im Bestand wird ein Auto nach 13 bis 14 Jahren ausgemustert.

Der Anteil alternativer Antriebe bei den Pkw in Deutschland beträgt gegenwärtig 1,6 Prozent; die meisten davon sind gasbetriebene Motoren. Nach Einschätzung der Autoren der Studie werden auch im Jahr 2040 noch 95 Prozent der Pkw einen Verbrennungsmotor an Bord haben.

Keine Elekroauto auf dem Massenmarkt

Allerdings könnten dann rund 12 Millionen Pkw als Hybrid-Fahrzeuge auch elektrisch fahren. Dem Elektroauto trauen Shell und Prognos noch auf absehbare Zeit keinen Durchbruch im Massenmarkt zu. „Wir werden 2020 definitiv keine Million Elektrofahrzeuge im Bestand haben“, sagte Rommerskirchen.

Umweltfreundlicher werde der Verkehrssektor dennoch, vor allem dank technischer Fortschritte bei der Senkung des Energieverbrauchs. Das nationale Emissionsziel der Bundesregierung für die gesamte Wirtschaft, eine Senkung der CO2-Emissionen um 70 Prozent zwischen 1990 und 2040, werde der Pkw nicht ganz erreichen – aber immerhin fast.

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