Auto Wie Einparken per Smartphone den Automarkt erobert

Parklücke auf dem Parkplatz: Vorbeifahren, Parkprogramm anwählen und der Wagen rollt automatisch hinein.

Parklücke auf dem Parkplatz: Vorbeifahren, Parkprogramm anwählen und der Wagen rollt automatisch hinein.© Fuzolan - Fotolia.com

Zum Einparken reicht heute oft schon ein Smartphone: Kaum ein Auto, das sich nicht wie von Geisterhand perfekt in die Parklücke bugsieren lässt. Und die Autobauer machen weitere Fortschritte.

Es begann zaghaft, doch jetzt scheinen alle Dämme zu brechen: Als die ersten automatischen Einparksysteme in asiatischen Fahrzeugen Einzug hielten, rümpften insbesondere ambitionierte Autofahrer und solche, die sich dafür hielten, die Nase. Sogar eine schlichte Einparkhilfe mit Sensoren in der Heckschürze oder einer Kamera am Heck war lange Zeit verpönt bei “Einparkprofis”, die mit Schulterblick und einhändiger Tellerwäschertechnik in die Parklücke zirkelten. Heute wird es immer schwieriger, einen Gebrauchtwagen ohne Einparkhilfe oder Assistenzkamera zu verkaufen.

Wie von Geisterhand in die Parklücke

Die neuesten Automodelle bieten deutlich mehr als Zusatzaugen für Einpark-Muffel: BMW wird beispielsweise bei seinem nächsten Siebener, der Ende des Jahres in den Handel rollt, erstmals eine fernbedienbare Einparkautomatik anbieten. Engen Parklücken in Parkhäusern ist so jeglicher Schrecken vor zerbeulten Türen oder verdreckten Kleidungsstücken genommen.

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Der Fahrer verlässt seinen BMW vor der Parklücke, drückt die Hightech-Fernbedienung – und die Luxuslimousine rollt wie von Geisterhand in die enge Parklücke. Rückwärts funktioniert das zwar bis auf Weiteres nicht, weil die aktuelle Rückfahrkamera nicht ausreicht, um die Parklücke millimetergenau zu vermessen. Dann kommt im visionären 7er-BMW aber die normale Einparkautomatik zum Zuge: an der Parklücke vorbeifahren, Parkprogramm anwählen und der Wagen rollt automatisch in die ausreichend dimensionierte Lücke. Einzig Gas geben und bremsen muss der Fahrer noch selbst.

Komfortabel einparken – auch mit Anhänger

Volkswagen experimentiert an einer trainierten Parkautomatik, die schon bald in Serie kommen soll. Automatisch in die Parklücken rollen, das können Golf, Touran und Polo sowieso. In den letzten Zügen arbeitet die Wolfsburger Vorausentwicklung aber an einer lernfähigen Einparkautomatik. Hier zeigt der Fahrer seinem Fahrzeug einmal den rechten Weg in die heimische Garage oder Parklücke und das Auto merkt sich das Prozedere. Danach reicht es auszusteigen, auch hier auf die Funkfernbedienung oder das Smartphone zu drücken und der Test-Golf biegt mit einer Geschwindigkeit von maximal zwölf Stundenkilometern zentimetergenau ab und rollt in die Parklücke – und auf Knopfdruck auch jederzeit wieder heraus.

Volkswagen will das Ein- und Ausparken darüber hinaus erleichtern, wenn es schwerer kaum sein kann: mit einem Anhänger. Der so genannte Trailer-Assist wurde mit dem aktuellen VW Passat bereits erfolgreich eingeführt. Die Bedienung der praktischen Rückfahrhilfe über den Knopf der Spiegelbedienung ist dabei jedoch noch alles andere als ideal.

Deutlich leichter es geht mit der erweiterten Funktion, die sich über eine App außerhalb des Fahrzeugs steuern lässt. Auf dem Smartphone wird einfach der gewünschte Winkel eingestellt und der Startknopf der App gedrückt. Außerhalb des Fahrzeugs kann man beobachten, wie das Gespann zielsicher nach hinten rollt. Die Hardware ist in aktuellen Fahrzeugen bereits verbaut. Für den zukünftigen Serieneinsatz sind daher nur die neue Software und die von VW-Entwicklern kreierte App nötig.

Wann kommt das komplett automatisierte Einparken?

Der nächste Schritt wäre das komplett automatisierte Parken. Das haben Hersteller wie Audi, VW oder BMW in den vergangenen Jahren bereits auf der Innovationsmesse CES in Las Vegas gezeigt. Auch hier dürfte der Serieneinsatz nur noch ein paar Jahre auf sich warten lassen.

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