Auto Fliegende Leuchtdrohnen & Co.: Wie Laser-Licht die Zukunft des Autofahrens verändern soll

Sieht so die Beleuchtung der Zukunft aus?

Sieht so die Beleuchtung der Zukunft aus?© press-inform

Jahrzehnte lang haben sich die Entwickler in der Autoindustrie nur mäßig um das Thema Licht gekümmert: Bis das Xenon-Licht kam, war die Glühbirne war das Maß aller Dinge. Viele der heutigen Ideen für die Lichttechnik der Zukunft könnten auch aus einem Science-Fiction-Film stammen.

In den Anfangsjahren war Autofahren echte Teamarbeit: Der laut knatternden Motorkutsche ging ein Bediensteter voran, der eine Lampe hoch hielt. Er leuchtete den Weg und warnte gleichzeitig vor dem, was da an Höllenmaschine nahte. Geht es nach der Phantasie der Audi-Entwickler, dann steht uns in ein paar Jahren die moderne Version dieser Leucht-Symbiose bevor.

Zu den Gedankenspielen der Audi-Ingenieure gehört nämlich auch ein Zukunftsauto, dem eine fliegende Lichtdrohne vorauseilt und dabei gezielt Objekte und Sehenswertes anleuchtet. Starwars, Futurama und der Wüstenplanet lassen grüßen.

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Laser soll LED ablösen

Möglich werden soll das durch Laser-Technik, die die heute üblichen LED-Leuchten ablösen soll. DMD ist das Kürzel, das hinter dieser Technologie steckt: Digital Micromirror Device. Ein Chip, der 420.000 einzeln steuerbare Mikrospiegel mit einer Kantenlänge von ein paar Hundertstelmillimetern trägt, teilt das Licht eines Lasers in kleine Pixel auf. Dadurch lässt sich die Lichtverteilung für jede Fahrsituation ganz präzise steuern – jeder Spiegel kann pro Sekunde bis zu 5.000 mal gekippt werden. Je nach Stellung des Spiegelchens wird das Licht von ihm auf die Straße reflektiert – oder eben nicht.

Beispiel Gegenverkehr. Ein per Frontkamera erkanntes, entgegen kommendes Fahrzeug wird dann nicht mehr als ganzes im Leuchtstrahl ausgeblendet, sondern ganz gezielt nur der Bereich der Frontscheibe, um eine Blendung des Fahrers zu verhindern. Der ausgeblendete Bereich kann zudem dynamisch verändert werden, wenn der Gegenverkehr näher kommt und links vorbei zieht.

Beispiel Verkehrsschild. Ein Problem des mit 340 Lux extrem hellen Lasers besteht darin, dass der Lichtstrahl von einem mit retroreflektierender Folie beschichtetem Verkehrsschild um ein vielfaches heller zurückgestrahlt werden kann. Die Mikropixel können nun ganz gezielt das Verkehrsschild aus dem Lichtstrahl „ausschneiden“ und so die Reflexion vermeiden. Wie hell das Laserlicht aus einem Autoscheinwerfer sein kann, verdeutlicht Stephan Berlitz, Leiter der Lichtentwicklung bei Audi: Nach oben gerichtet würde der Laserscheinwerfer noch in der Raumstation ISS wie ein „mittelheller Stern wahrgenommen“.

Daneben bietet die Kombination von Laser und Spiegelmatrix aber auch ganz neue Möglichkeiten zur Unterstützung des Fahrers. Im Baustellenbereich etwa lassen sich zwei helle Streifen auf die Fahrbahn voraus projizieren. Der Fahrer kann also genau abschätzen, ob sein Auto beim Überholen noch zwischen Lastzug und Leitplanke passt. Fußgängern kann nachts durch gebeamte Fußspuren angezeigt werden, dass man langsam fährt, und sie vor dem Fahrzeug die Fahrbahn passieren läßt. Registriert die Fahrzeugkamera Gegenverkehr, kann der Mikromatrix-Scheinwerfer ein „Stop“ auf die Fahrbahn vor den Fußgänger malen und ihn so vorwarnen.

Licht soll lebendig werden

Doch wenn Ingenieure und Designer erst einmal angefangen haben mit dem Brainstormen, lassen sie sich nur noch schwer stoppen. Ein weiteres Ergebnis sind Materialien und Verfahren, „mit denen Licht lebendig wirkt und sich bewegt“, wie es Cesar Muntada Roura, Leiter des Lichtdesigns bei Audi, beschreibt.

So wird das Fahrzeugheck zu einer durchgängigen, breiten Lichtfläche, auf der sich zahllose Leuchtpunkte in verändernden Farben und Formen bewegen wie Fische in einem Schwarm. Wenn der Fahrer nach rechts abbiegt, fließt der Lichtschwarm nach rechts, beschleunigt er, wird auch die Bewegung des Schwarms schneller. Auch das soll dem Hintermann immer anzeigen, was der Fahrer vor ihm gerade unternimmt.

In der Entwicklung ist aber auch ein Laser-Schlusslicht, dass bei Regen und Schnee die Gestalt eines Warndreiecks annimmt oder auf der Straße mit einem deutlich sichtbaren Strich aus Licht Sicherheitsabstände anzeigt: Bis hierhin und nicht weiter.

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