"FFZero1" von Faraday Future Hat dieses Auto das Zeug zum Tesla-Herausforderer?

In Las Vegas präsentierte der Elektroauto-Neuling Faraday Future jetzt den ersten Prototypen seines futuristischen Sportflitzers, mit dem die Firma "die Mobilität neu erfinden" will. Hat das Auto gegen Tesla eine Chance?

Nach Tesla, Apple und Google mischt jetzt ein vierter Newcomer aus dem Silicon Valley im Autogeschäft mit: Faraday Future. Der erst vor 18 Monaten in Amerika gegründete Hersteller will in den nächsten Jahren eine Reihe von Elektroautos auf den Markt bringen. Auf der Technik-Messe CES in Las Vegas präsentierte er am Montagabend seinen ersten Prototypen. Finanziert wird die Firma von Jia Yueting, der als Gründer des chinesischen Online-Videodienstes Leshi Television zum Milliardär wurde.

Der „FFZero1“ hat eine futuristische Form und ist extrem flach, ungewöhnliche „Aero Tunnel“ leiten Luft direkt durch die Karosserie durch, um sparsamer und stabiler zu fahren. Der Haken an dem Sportflitzer: Er bietet nur Platz für den Fahrer.

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Faraday Future hatte bereits im Herbst für Aufsehen gesorgt, weil die bis dahin praktisch unbekannte Firma plötzlich den Bau einer Fabrik in den USA für eine Milliarde Dollar ankündigte. Zudem versammeln sich in dem Unternehmen viele Spezialisten aus der Autobranche. Top-Manager Nick Sampson war zuvor bei Jaguar, dem Sportwagenbauer Lotus und Tesla. Chefdesigner Richard Kim arbeitete unter anderem bei BMW an den Elektroautos i3 und i8.

Faraday Future wird als Tesla-Herausforderer gehandelt

In Medienberichten wurde die Firma bereits als Herausforderer für den Elektroauto-Vorreiter Tesla gehandelt. Faraday Future ließ sich im Gegensatz zu Tesla jedoch eher vom Batmobil als von klassischen Autoformen inspirieren. Doch die Standardwagen können noch kommen. Die Basis für den ausgefallenen Sportwagen sei eine Fahrwerks-Plattform, auf der Faraday Future „jede Art von Auto“ bauen könne, sagte Sampson bei der Präsentation auf der Technik-Messe CES in Las Vegas am Montagabend (Ortszeit).

Sie biete die Möglichkeit für den Einsatz von einem bis vier E-Motoren, für Front-, Heck oder Allradantrieb und Aufbauten von der Limousine über den Geländewagen bis hin zum Pick-Up. Für dem Einstand auf der Messe habe das Unternehmen diese Möglichkeiten maximal ausreizen wollen und deshalb einen gerade mal kniehohen Sportwagen auf die Räder gestellt.

Der Einsitzer fährt laut Sampson mit vier E-Maschinen von zusammen über 735 kW/1000 PS und kommt so auf atemberaubende Fahrleistungen: Von 0 auf 100 km/h beschleunige er in weniger als drei Sekunden, und die Spitzengeschwindigkeit liege bei über 320 km/h, so Faraday weiter.

Vier E-Maschinen bringen 1000 PS

Sampson ließ sich einen Seitenhieb gegen klassische Autokonzerne nicht entgehen: „Man braucht keine 100-jährige Tradition, um zu definieren, wie die nächste Generation der Mobilität aussieht“, erklärte er. Als Vorbild nannte er das iPhone, mit dem Apple 2007 ins Handy-Geschäft einstieg und damalige Platzhirsche wie Nokia, Motorola oder Blackberry in die Defensive drängte. Faraday Future sei in der Lage, „die Zukunft der Mobilität neu zu gestalten“.

Mitgründer Ding Lei sagte in Las Vegas, er wolle mit Elektromobilen Umweltsünden aus seiner Zeit als Automanager in China wiedergutmachen. Er war unter anderem Vize-Präsident beim Hersteller SAIC Motor. „Wir haben 3000 Autos pro Tag gebaut, ich war sehr stolz. Aber in Wirklichkeit haben wir nur Umweltverschmutzung produziert.“

Neue Elektrofahrzeuge von General Motors und Volkswagen

Neue Elektrofahrzeuge werden in Las Vegas außerdem von General Motors und Volkswagen erwartet. Für den Dienstagnachmittag sind auch Pressekonferenzen von BMW und Ford anberaumt. Vor Beginn der Messe sorgte bereits die Opel-Mutter General Motors für einen Paukenschlag: Sie kündigte an, zusammen mit dem Fahrdienst Lyft ein System für Roboter-Taxis aufbauen zu wollen.

Die CES öffnet am Mittwoch für Fachbesucher und läuft bis Samstag. Im vergangenen Jahr kamen 176.000 Fachbesucher auf die Messe in Las Vegas, ein Plus von elf Prozent.

Wie der „FFZero1“ aussieht sehen Sie in der Bildergalerie über diesem Artikel

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