Jaguar XE Taugt ein Jaguar als Dienstwagen?

Aufsteiger: Jaguar hat seit der Übernahme durch den indischen Tata-Konzern viel Geld in neue Modelle investiert.

Aufsteiger: Jaguar hat seit der Übernahme durch den indischen Tata-Konzern viel Geld in neue Modelle investiert.© Jaguar

Jaguar wächst auf dem deutschen Markt für Premium-Dienstwagen so schnell wie keine andere Automarke. impulse hat den Jaguar XE getestet.

Dieses Auto ist eine kleine Revolution. Die Karosserie des Jaguar XE besteht vollständig aus Aluminium und wiegt allein nur 250 Kilogramm. Das ist neu in dieser Klasse. Das niedrige Gewicht senkt nicht nur den Verbrauch, sondern erhöht auch den Fahrspaß, verspricht der Hersteller. Stimmt das? Wir sind den XE, der offiziell als „Sportlimousine“ firmiert, Probe gefahren.

Der erste Eindruck: Zurückhaltend britisch ist das Design der kleinsten aller Jaguar-Limousinen. Klassische Linienführung, schnörkellos-schnittige Eleganz, frei von Effekthascherei. Einzig die sportlich-aggressiv daherkommende Frontpartie mit Jaguar-typischem großen Kühlergrill und zu Schlitzaugen verengten Scheinwerfern macht klar: Hier steht eine Raubkatze zum Sprung bereit.

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Ein Konkurrent für Mercedes und BMW: der Jaguar XE

Ein Konkurrent für Mercedes und BMW: der Jaguar XE.© Jaguar

Nach dem Einsteigen:  Die Reduktion auf das Wesentliche setzt sich auch im Inneren fort. Statt vor lauter Knöpfen und Schaltern eine Atmosphäre wie im Flugzeug-Cockpit zu erzeugen, setzt Jaguar auf die klassische Design-Devise form follows function. Der Touchscreen ist ebenso selbsterklärend wie der schicke Automatik-Drehknopf, der stets nach dem Start des Motors elegant aus einer kleinen Versenkung nach oben fährt. Sie haben eben Stil, die Briten.

Los geht’s: Im (vernünftigen) Eco-Modus cruist der Jaguar souverän über die Straßen. Die Achtgang-Automatik vom deutschen Zulieferer ZF Friedrichshafen lässt den Wagen äußerst entspannt vorwärts gleiten. Der vom Hersteller angegebene Verbrauch von fünf Litern auf 100 Kilometern ist so, auch dank der leichten Aluminiumkarosserie, tatsächlich möglich. Im (unvernünftigen) Sport-Modus wird der Fahrer zum König der Autobahn, wenn er denn will. Die 180 PS fühlen sich nach deutlich mehr an: Die Beschleunigung ist beachtlich, auch das liegt an dem geringen Gewicht des Wagens. Das Fahrverhalten ist bei jeder Geschwindigkeit tadellos.

Helferlein: Die Liste an Assistenzsystemen ist dem Segment des Wagens entsprechend lang und reicht von Standards wie Spurhalte- und Notbremsassistenten, Einparkhilfe, Rundum-Kameras bis hin zum Head-up-Display. Nettes Gimmick für lange Fahrten: Das Auto erkennt dank Sensoren, wenn der Fahrer müde wird und sich zum Beispiel die Augen reibt. Der Jaguar schlägt dann vor, eine Pause zu machen.

Nicht so gut: Die Sicht nach hinten könnte besser sein. Viel besser. Und warum Jaguar auf einen Scheibenwischer auf der Heckscheibe verzichtet hat, fragt sich der Fahrer spätestens beim ersten Regenschauer.

Beim XE haben die Designer auf Effekthascherei verzichtet

Beim Jaguar XE haben die Designer auf Effekthascherei verzichtet.© Jaguar

Preise: Knapp 40.000 Euro kostet das Einstiegsmodell, je nach Motorleistung und Ausstattung können es auch 55.000 Euro werden. Damit bewegt sich der XE in einer Klasse mit Mercedes C-Klasse oder 3-er BMW.

Fazit: Kann man machen. Wem Mercedes oder BMW als Dienstwagen zu gewöhnlich sind, wird am Jaguar seine Freude haben.

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