Auto In wenigen Schritten zum passenden Bulli

Bei der Wahl eines Lieferwagens zählen andere Werte als beim Autokauf. impulse hat Fragen zu Modellen, Motoren und Finanzierung zusammengestellt, die sich jeder Unternehmer stellen sollte.

Als sich Denis Monjean vor drei Jahren als Dachdecker selbstständig machte, packte er regelmäßig seinen Kombi voll mit Brettern, Schauben und Bohrmaschine – und ärgerte sich. „Entweder war der Wagen für private Fahrten blockiert, oder ich musste jeden Abend alles ausladen.“

Inzwischen brummt das Geschäft, und Monjean konnte in einen Kleintransporter investieren. „Jetzt habe ich meine rollende Werkstatt“, sagt er – und ist doch nur halb glücklich mit seiner Wahl. Denn sein neues Gefährt – ein Renault Boxer mit gut 100 PS als Jahreswagen – hat den Jungunternehmer schon eine Menge Nerven gekostet. Erst fiel das Steuergerät aus, dann brachen immer wieder Plastikteile ab, im rauen Einsatz auf der Baustelle kommt ihm der Wagen manchmal etwas klapprig vor.

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Es ist aber nicht bloß das Fahrzeugmodell, das dem Dachdecker inzwischen missfällt. Vielmehr erwies sich die Kaufentscheidung grundsätzlich als schlecht durchdacht: Der Motor etwa ist zu schwach. Wegen des Frontantriebs drehen die Räder schon mal durch, wenn Monjean zu viele Terrassendielen eingeladen hat. Auch das flache Dach erwies sich als Ärgernis, weil der Handwerker oft gebückt etwas von hinten nach vorn holen muss. „Ich habe damals einfach zu sehr auf den Preis geachtet“, gibt Monjean zu: „Und zu wenig auf die wirklich wichtigen Details.“

Impulse hat einen Fahrplan entwickelt, mit dem Neulinge derlei Fehler vermeiden. So finden sie gleich beim ersten Mal den richtigen Transporter, passende Finanzierung inklusive.

 

1. Was für Bullis gibt es überhaupt?

Die kleinste Variante: Hochdachkombis oder Stadtlieferwagen. Neben dem Marktführer VW Caddy sind hier vor allem der Citroën Berlingo und der Renault Kangoo auf den Straßen unterwegs. Mercedes ist erst seit zwei Jahren mit dem Citan dabei. Die Wagen sind kompakt genug, um durch enge Innenstadtgassen zu fahren und sie in einer normalen Parklücke abzustellen. Zudem sind sie mit Preisen bis zu 20.000 Euro günstig. Doch die Größe des Laderaums ist begrenzt, sperrige Teile passen schwer rein, große Gewichte auch kaum.

Die mittlere Größe: Transporter. Kleinere Modelle haben ein zulässiges Gesamtgewicht von bis zu 2,8 Tonnen und sind oft flach genug für Tiefgaragen. Sie kosten in der Regel zwischen 20.000 und 35.000 Euro plus Extra-Ausstattung.

Die XXL-Ausführung: Alles über 2,8 Tonnen. Diese Modelle, mit Grundpreisen von 25.000 bis über 40.000 Euro, sind noch länger, breiter und höher – und auf bis zu 3,5 Tonnen ausgelegt. Die Trennlinie hat historische Gründe: Früher war alles, was schwerer war als 2800 Kilogramm, ein Lkw, Verbote und Tempolimits inklusive. Inzwischen liegt die Pkw-Grenze 700 Kilogramm höher, doch die 2,8-Tonner sind eine Klasse für sich geblieben. Wobei „Klasse“ eine Vergleichbarkeit verspricht, die angesichts der Vielzahl an Radständen, Dach­höhen, Antriebstechnik und Ausstattungsdetails kaum möglich ist. Den Renault Master etwa gibt es in 350 Karossiere- und Fahrwerksvarianten.

2. Wer sind die Hersteller?

Auf dem Markt für kleinere Nutzfahrzeuge herrscht buntes Kooperationstreiben. Selbst Mercedes und Volkswagen, im Autogeschäft meilenweit voneinander entfernt, haben sich vor acht Jahren zusammengetan und ihre größte Bulli-Variante – hier Sprinter, dort Crafter – gemeinsam entwickelt. In zwei Jahren ist Schluss damit, bis dahin sind die Unterschiede zwischen beiden Modellen – abgesehen von verschiedenen Antriebssträngen – auf Äußerlichkeiten und die Sonderausstattung begrenzt. Auch anderswo erwarten Kunden häufiger baugleiche Karossen: Bei den Stadtlieferwagen sind Fiat Doblò und Opel Combo artverwandt, genauso wie Citroën Berlingo und Peugeot Partner.

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impulse 9/2014Alle 5 Schritte zum passenden Lieferwagen + eine Tabelle mit neuen Bullis im Überblick finden Sie im impulse-Magazin 09/14

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