Auto Mit dem Amphibienfahrzeug durchs Wasser: Agent 007 lässt grüßen

Auto und Boot in einem: das Amphibienfahrzeug aus Kalifornien.

Auto und Boot in einem: das Amphibienfahrzeug aus Kalifornien.© press-inform

Der amerikanische Hersteller Fountain Valley Bodyworks baut das schnellste Amphibienvehikel der Welt. Ein bewusstseinsveränderndes Fahrerlebnis.

Jeeps machen ja einiges mit. Aber wenn der Fluss zu tief ist, müssen auch die amerikanischen Vorzeige-Kraxler die Räder strecken. Doch die USA wären nicht die USA, wenn es nicht ein abgefahrenes Vehikel gäbe, das beide Disziplinen beherrscht – das Kraxeln und das Schwimmen. In Kalifornien nahe Los Angeles schrauben, kleben und tüfteln insgesamt zehn Mitarbeiter an den abgefahrenen Amphibienfahrzeugen.

Die schmucklosen Hallen entsprechen kaum einer Hightech-Manufaktur hiesiger Autobauer. Kein Wunder, denn der Weg zum Wasser-Auto war steinig. Die Ingenieure agierten nach dem Versuch-und-Irrtum-Prinzip und bastelten 100 Konzepte zusammen. Nicht jedes brachte den gewünschten Erfolg. Oft stand der Verbrennungsmotor unter Wasser. „Wir haben viel Lehrgeld bezahlt. Eines der größten Probleme war, die Autos wasserdicht zu bekommen. Aber wir haben bisher noch keinen Prototypen verloren“, erklärt Fred Selby stolz, der zusammen mit Dave March die Amphibienfahrzeuge baut und vertreibt.

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Alle möglichen Kombinationen wurden probiert, gewogen und größtenteils für zu leicht befunden. Dabei musste auch die Luftkühlung beim Fahren auf normalen Straßen per Wärmetauscher gewährleistet sein. Dass die Vehikel so aussehen wie ein Jeep CJ7 liegt daran, dass der amerikanischste aller Geländewagen „Robustheit ausstrahlt“. Sagt zumindest Selby. Immerhin kostet eines der Vehikel 135.000 US-Dollar, also knapp 100.000 Euro. Keine Peanuts.

Nur der Motor wird zugekauft

In den Flachdach-Gebäuden geht es Westküsten-mäßig entspannt zu. Ruhig bearbeiten die Spezialisten die Fiberglas-Rümpfe. Vom Rahmen bis zum Kiel machen die Männer um Dave March und Fred Selby alles selbst. Nur der Motor wird zugekauft, es ist ein Honda V6 mit 3,7 Liter Hubraum, der per Verteilergetriebe 305 PS auf die Räder und das Jetgetriebe hämmert. Da das Triebwerk auf der Hinterachse liegt, gibt es auch in Sanddünen genug Traktion. „Man darf nur nicht vom Gas gehen“, sagt Fred Selby und zeigt zur Bestätigung ein Video, wie ein Panther Watercar durch Sandhügel pflügt, als gäbe es kein Morgen mehr.

Volle Fahrt voraus: Das Amphibienauto in Aktion.

Volle Fahrt voraus: Das Amphibienauto in Aktion.© press-inform

Fred und Dave haben den Laden voll im Griff. Während Fred eher der typische amerikanische Manager ist, ist Dave die charismatische Galionsfigur. Dave March hat viel riskiert, um seinen Traum der highwaytauglichen Amphibienfahrzeuge wahr werden zu lassen. Er verkaufte sogar seine Autowerkstatt, um die Wasser-Fahrzeuge zu bauen. „Wir machen das, weil es uns Spaß macht“, sagt der großgewachsene Eigentümer.

Dave und Fred gehen kein Risiko ein. Das Unternehmen steht auf gesunden Füßen. „Wir haben keine Schulden und bauen nur so viele Autos, wie der Markt verlangt“, umschreibt Fred die Geschäftsstrategie.  Die Bestellungen laufen bereits. Noch sind es weniger als 100. Die Hälfte der Autos bleibt in den USA, der Rest geht in den Mittleren Osten, Russland, China und auch Deutschland. Das erste Exemplar wird in den nächsten Monaten ausgeliefert. Der Kunde will, dass das Auto seinem Bentley ähnelt. Also werden das Cockpit und die Karosserie entsprechend geformt. Ob Bentley oder nicht. Den Panther-Watercar zu bewegen, ist einmalig.

Auch James Bond könnte damit den Schurken entkommen

Das geht schon bei der Fahrt zum Strand los. Anhänger? Fehlanzeige. Mit maximal 120 km/h flitzt der Amphibien-Jeep über den Asphalt. Klappt man die Windschutzscheibe nach vorne, kommt in der kalifornischen Sonne echtes Westcoast-Feeling auf. Wenn es Richtung Strand und danach ins Wasser geht, sind ein paar einfache Regeln zu beachten. Das Auto muss so gut es geht im Rechten Winkel angestellt werden. Und dann? Gas geben und Freude haben. Auch James Bond könnte in diesem vielseitigen Flitzer den Schurken entkommen.

So sieht das "Watercar" an Land aus.

So sieht das „Watercar“ an Land aus.© press-inform

Sobald man im blauen Nass schaukelt, werden die Räder per Knopfdruck hydraulisch in wenigen Sekunden hochgefahren und danach mit einem Hebel der Jetantrieb abgesenkt. Sobald dieser mit einem weiteren Knopfdruck gestartet ist, kann der rasante Wellentanz beginnen. Gesteuert wird mit dem Lenkrad, die Gänge wechselt man wie beim Auto per Handschaltung. Das knapp 1,4 Tonnen schwere Vehikel geht ab wie die berühmte Schmidts Katze. Drückt man das Gaspedal aufs Blech, brettert das Amphibienfahrzeug 80 km/h über die Wellen und lässt dabei größere Boote alt aussehen.

Kurven machen richtig Spaß: Voll aufs Gas und schon driftet der Panther mit Karacho um die Ecke, dass einem Hören und Sehen vergeht. Will man wieder festen Boden unter den Reifen haben, wird das Zu-Wasserlassen-Prozedere einfach umgedreht: Kurz bevor man an Land fährt, lässt man die Reifen nach unten. Kurz treiben Räder und Jet das Fahrzeug an, dann klappt man den Jetantrieb nach oben und rollt ins Trockene. So einfach und abgefahren im positiven Sinne kann die Symbiose aus zwei Welten sein.

 
Hinweis: Dem Redaktionsbüro press-inform werden Autos häufig kostenfrei vom Hersteller zur Verfügung gestellt.

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