Benzinpreis Warum Benzin nicht mehr viel billiger werden kann

Der Benzinpreis ist in den vergangenen Wochen kräftig gefallen. Viel billiger kann es aber bald nicht mehr werden.

Der Benzinpreis ist in den vergangenen Wochen kräftig gefallen. Viel billiger kann es aber bald nicht mehr werden.© ADAC

Benzin ist inzwischen so billig wie seit mehr als zehn Jahren nicht mehr. Aber wie viel tiefer kann der Preis noch fallen? Warum das Ende der Fahnenstange bald erreicht sein dürfte.

Der Ölpreis ist seit Jahresbeginn nochmals um rund ein Viertel gefallen. Die Nordsee-Sorte Brent kostet nur noch 28 Dollar je Barrel (159 Liter). Damit sind auch Ölprodukte auf dem deutschen Markt deutlich billiger geworden.

Heizöl kostet weniger als 40 Euro je 100 Liter (bei Abnahme von 3000 Litern, inkl. MwSt.) und damit halb so viel wie vor zwei Jahren. Der Liter Diesel ist im bundesweiten Durchschnitt für 94 Cent zu haben, Superbenzin E10 kostet ungefähr 1,18 Euro je Liter. Bleiben die Preise so günstig, kann ein durchschnittlicher Autofahrer in diesem Jahr mehr als 200 Euro bei den Benzinkosten einsparen.

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Doch viel billiger kann es nicht mehr werden. Das liegt an den Steuern. Auf Benzin lastet eine Energiesteuer von 65,45 Cent je Liter, beim Diesel sind es 47,04 Cent. Bei Heizöl verlangt der Fiskus lediglich 6,14 Cent je Liter. Dazu kommt jeweils die Mehrwertsteuer von 19 Prozent, die sowohl auf die Energiesteuer wie auf den Warenpreis erhoben wird. Die staatlichen Einnahmen aus der Energiesteuer betragen rund 40 Milliarden Euro pro Jahr.

Warum der Benzinpreis nicht mehr viel fallen kann

Bei einem Benzinpreis von 1,20 Euro je Liter entfallen 85 Cent oder 71 Prozent auf Steuern und Abgaben. Der Einkaufspreis macht 31 Cent oder 26 Prozent aus, der Rest sind Kosten und Gewinn. Der Einkaufspreis bezieht sich nicht direkt auf Rohöl, sondern auf das Endprodukt aus der Raffinerie, das einen eigenen Markt bildet. Sollte sich der Rohölpreis zum Beispiel nochmals halbieren, auf 14 Dollar je Barrel, so würden Tankstellen nur noch einige Cent ankommen.

So ganz genau lässt es sich nicht ausrechnen, aber ein Benzinpreis unterhalb von 1,10 Euro je Liter ist möglich, unter einem Euro eher nicht. Diesel kann bis auf etwa 85 Cent je Liter sinken. Am ehesten Luft nach unten hat wegen des niedrigen Steueranteils der Heizölpreis, der bei einem weiteren Preisverfall des Rohöls noch bis auf unter 30 Euro je 100 Liter zurückgehen könnte.

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