• Anlauf zum Aufschwung

    Eine exklusive Studie zeigt: Mit weniger gesetzlichen Regeln könnte Deutschland den Jobmotor anwerfen. Doch die Politik ist weit weg vom Idealfahrplan.

    Auf den 8. Mai blickt Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), mit Spannung: Ist die Politik lernfähig oder beratungsresistent? An diesem Tag startet die Anhörung zur Föderalismusreform.

    Was dort im Bildungsteil geplant ist, halten das IW und andere Experten für einen Irrweg: “Statt Schulen und Universitäten in die Autonomie zu entlassen, revitalisieren wir Kleinstaaterei und lassen 16 Länder walten”, klagt Hüther. “Andere Nationen geben einheitliche Standards vor, fördern den Wettbewerb und damit Wachstum.”

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    Hüther kann sich auf ein neues Rechenwerk des eigenen Hauses stützen. Danach gilt als statistisch abgesichert, dass sich der Wohlstandsvorsprung von Musterländern wie Finnland zu einem Fünftel allein durch deren bessere Bildungssysteme erklärt. Wohlgemerkt: Die Wirkungen von Steuersystem, Arbeits- und Produktmärkten sind da noch außen vor.

    22 Staaten untersucht

    Die überraschende Zahl ist Teil einer aufwendigen und breit angelegten Expertise. Das IW in Köln hat im Auftrag der “Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft” für 22 Industrieländer erforscht, wie sich staatliche Regulierung auf Wachstum und Beschäftigung auswirkt. Die Studie liegt impulse exklusiv vor. Sie widersteht der Versuchung, Regulierung nur schmalspurig auf dem Arbeitsmarkt zu messen.

    Insgesamt nehmen die Autoren fünf Bereiche in den Blick: Produkt-, Kapital- und Arbeitsmarkt, Bildungs- und Innovationssystem sowie “Good Governance”- die staat­lichen Rahmensetzungen also. 120 Variablen und 20 Studien gingen in die Messung ein. Vor allem aber: Erstmals werden die Dimensionen genannt, in denen weniger Regulierung die Beschäftigung antreiben und damit Wohlstand generieren könnte.

    Mehr als vier Millionen neue Stellen wären möglich, wenn Deutschland Deregulierung nach skandinavischem oder angelsächsischem Musterbetriebe. Die Verfasser Dominik Enste und Stefan Hardege wissen, dass sich ein arbeitgebernahes Institut wie das IW mit diesen Ergebnissen schnell der Kritik aussetzt, eine Milchmädchenrechnung aufzustellen. “Die von uns ermittelten Zusammenhänge zwischen Regulierung und Wohlstand basieren auf breiter Quellenlage und einer allgemein anerkann­ten Rechenmethode”, betont Enste.

    Den vollständigen Artikel können Sie in der impulse-Ausgabe 05/2006, Seite 38, nachlesen.

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    • Quelle: Impulse
    • Copyright: Impulse

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