Diverses Die besten Goldinvestments

Das gelbe Edelmetall fasziniert seit Menschengedenken. Heute sorgt es bei Anlegern für Stabilität im Portfolio. Die Kurschancen des Edelmetalls sind weiter gut. Wir sagen, wie und wo Investoren am besten einsteigen.

In Sachen monetäre Werthaltigkeit ist Gold über die Jahrhunderte hinweg unangefochten Spitze. Aber wie bringt man das Edelmetall am besten in seinem Depot unter? Das Anlegermagazin Börse Online hat dies analysiert.

Zuletzt zog das Interesse an Gold deutlich an. Gilt es doch als Gegenpol zum bestehenden Papiergeldsystem, das seit der endgültigen Aufgabe des Goldstandards im Jahr 1973 vorherrscht – und der Verschuldungsorgie und Geldmengeninflation Tür und Tor öffnete. Um den Zusammenbruch des globalen Finanzsystems zu verhindern, hat die US-Notenbank Fed ihre Bilanzsumme um mehr als 100 Prozent auf zuletzt 2,22 Billionen Dollar aufgebläht. Damit hat sie ein immenses Inflationspotenzial aufgebaut. „Es ist die wiedererwachte Beliebtheit des Edelmetalls und die Angst vor einer Inflation, die derzeit den Preis bestimmen“, sagt Eugen Weinberg, Rohstoffanalyst bei der Commerzbank.

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Die drohende Inflation dürfte dem Goldpreis weiteren Auftrieb geben. Gemäß einer Studie des World Gold Council ist dieser seit 1974 in Jahren mit hoher Inflation im Durchschnitt um 15 Prozent gestiegen – und zwar inflationsbereinigt. Wer nun glaubt, dass der Anstieg auf bis zu 1230 Dollar eine Preisblase war, sollte sich den um die Teuerung bereinigten Goldpreis anschauen: Das alte nominale Rekordhoch von 1980 entspricht zu heutigen Preisen einem Niveau von 2400 Dollar.

„Erst bei einem Goldpreis von 2000 Dollar besteht die Gefahr einer Blase“, meint daher Philipp Vorndran, Kapitalmarktstratege der Vermögensverwaltung Flossbach & von Storch. Dass der Dollar zuletzt etwas zulegte, besorgt Weinberg nicht: „Die Frage ist doch: Ist der Dollar-Anstieg stark genug, um die Risiken aus der großen Liquidität auszugleichen? Ich meine nicht.“ Daher rechnet er nach einer kurzen Korrekturphase, „die nach dem starken Anstieg auch gesund ist“, wieder mit einem steigenden Goldpreis: 1200 Dollar pro Unze 2010 lautet Weinbergs Zielkurs.

Ebenfalls an einen höheren Goldpreis glaubt Thorsten Polleit, Chefökonom von Barclays Capital. Seine Forderung hingegen überrascht: Er plädiert für die Rückkehr zum Goldstandard und meint, die derzeitigen Notenbankbilanzen könnten mittels eines festen Umtauschkurses an die nationalen Goldreserven gebunden werden. Würden sich etwa die USA für eine volle Golddeckung des im Umlauf befindlichen Bargelds entscheiden, läge das Umtauschverhältnis nach Polleits Einschätzung bei mehr als 6000 Dollar je Feinunze.

Unabhängig von solch revolutionären Berechnungen gibt es weitere gute Gründe, die für einen Preisauftrieb sprechen. So weist der Goldmarkt seit Jahren ein strukturelles Defizit auf: Laut Schätzungen werden etwa 2400 Tonnen Gold jährlich produziert, doch nachgefragt wird mit 4000 Tonnen fast die doppelte Menge. Lange Zeit erfolgte der Ausgleich über Recycling und Notenbankverkäufe. Während der Verkauf von Altgold leicht zunimmt, findet bei den globalen Notenbanken eine Zeitenwende statt: Machten früher deren Verkäufe etwa 15 Prozent des Angebots aus, treten sie nun immer mehr als Käufer auf. In der Summe dürften sie in diesem Jahr als Nettokäufer auffallen.

Insbesondere die Zentralbanken der Schwellenländer stocken ihre Devisenreserven immer mehr auf und erhöhen dabei auch sukzessive ihre Goldquote – mit entsprechender Wirkung. Fondsmanager Jens Ehrhardt rechnete jüngst vor, dass die Schwellenländer ihre augenblicklichen Devisenreserven gerade einmal um 1,8 Prozent erhöhen würden, wenn sie die gesamte Goldproduktion eines Jahres aufkauften.

Chinesische Notenbank kommt tragende Rolle zu

Eine tragende Rolle kommt hierbei der chinesischen Notenbank zu: Sie dürfte rund zwei Billionen Dollar auf der hohen Kante haben. Gold hat an den weltweiten Devisenreserven etwa einen Anteil von zwei Prozent. Wollte die Notenbank nun breiter diversifizieren und den Goldanteil auf zehn Prozent aufstocken, müsste sie in etwa drei gesamte Jahresproduktionen zukaufen.

„Die Nachfrage der Notenbanken ist für mich nicht so entscheidend“, meint Thorsten Proettel, Edelmetallexperte der LBBW. „Deren künftige Käufe lassen sich nicht ohne Weiteres vorhersagen.“ Entscheidender sei, dass mit Auslaufen der Verkaufsprogramme die Zentralbanken keinen Goldnachschub mehr auf den Markt bringen. „Damit klafft eine Lücke auf der Angebotsseite“, sagt Proettel.

Zudem hat das Reich der Mitte seine bisherigen Restriktionen aufgehoben. Auch chinesische Privatleute dürfen jetzt wieder Gold besitzen. Über das Fernsehen werden sie sogar regelrecht dazu aufgerufen und folgen dem Rat. Auch hier beeindrucken die Zahlen: Wenn nur ein Viertel der 1,3 Milliarden Chinesen einen kleinen Teil der Ersparnisse in Gold anlegt, kommt man rechnerisch schnell auf eine Nachfrage von über 1000 Tonnen im Jahr.

Eine immer größere Bedeutung gewinnen zudem die Finanzinvestoren. „Mit ihrer Nachfrage verdrängen sie zunehmend die Schmuckindustrie von ihrer Spitzenposition“, sagt Proettel. So lag in den ersten neun Monaten 2009 der Schmuckbedarf bei rund 1200 Tonnen – die Nachfrage durch Anleger: 1050 Tonnen.

Allerdings erhöht das gestiegene Anlegerinteresse das Risiko eines Rückschlags – denn Investoren wenden dem Markt schneller den Rücken zu als ein Goldschmied. „Wenn die bedeutenden Gold-ETFs größere Abflüsse zu verzeichnen hätten, käme schon ein ganz ordentlicher Batzen auf den Markt“, warnt beispielsweise Jochen Hitzfeld, Rohstoffanalyst bei Unicredit. Dies würde die Preise unter Druck setzen.

Doch nach einem Erdrutsch beim Gold sieht es derzeit nicht aus. „Das Interesse der Anleger dürfte weiter anhalten“, meint etwa LBBW-Analyst Proettel. Nach der Erholung an den Börsen wäre eigentlich zu erwarten gewesen, dass Anleger ihr Geld aus Goldinvestments zurückziehen und sich in die jüngste Aktienerholung einkaufen. Doch der weltgrößte Gold-ETF, der SPDR Gold Trust, verbuchte nur geringe Einbußen. Seine Bestände liegen aktuell bei 1111 Tonnen und damit nur wenig unter dem Rekordstand von 1134 Tonnen.

Und noch ein weiterer Punkt spricht für ein weiter anhaltendes Interesse der Finanzinvestoren: „Der prozentuale Anteil von Gold in den Depots der Anleger ist im Vergleich zu anderen Anlageklassen noch sehr gering“, hat Unicredit- Analyst Hitzfeld beobachtet. Würden Investoren den Goldanteil ihrer Portfolios entsprechend aufstocken, wäre der Bedarf enorm: Selbst wenn nur ein Prozent des weltweit in Aktien und Anleihen investierten Anlagevolumens in den Goldmarkt fließen würde, entspräche das der Minenproduktion von 15 Jahren.

Während also die Nachfrage tendenziell stark zunehmen sollte, sieht es auf der Angebotsseite nach einem gegenläufigen Effekt aus. Laut US Geological Survey reichen die wirtschaftlich abbaubaren Reserven noch bis maximal Ende der 2020er- Jahre. Sie liegen derzeit bei geschätzten 38.000 Tonnen. Seit der Produktionsspitze im Jahre 2001 mit 2600 Tonnen sinkt die weltweite Förderung. 2009 dürfte diese bei etwa 2295 Tonnen liegen.

An physischem Gold kommt man kaum vorbei

Große Neuentdeckungen werden immer seltener: Wurden vor der Jahrtausendwende noch etwa zehn größere Vorkommen (ab 80 Tonnen) pro Jahr entdeckt, so sind es seitdem im Schnitt jährlich nur noch drei. Neu gefunden werden insgesamt weniger als 500 Tonnen im Jahr, abgebaut mehr als viermal so viel.

Allein China weitet die Produktion sukzessive aus und ist mit einem Anteil von mehr als einem Zehntel der weltweit größte Förderer. Der chinesische Eigenbedarf ist allerdings so groß, dass die eigene Förderung von etwa 300 Tonnen bei Weitem nicht ausreicht. Daher unterliegt das Gold einem Exportverbot und bleibt komplett in der Volksrepublik.

Wer an eine wirtschaftliche Apokalypse glaubt, kommt an physischem Gold in Form von Münzen und Barren nicht vorbei. Doch bei physischem Gold kratzen der große Unterschied zu Kauf- und Verkaufskurs sowie die Kosten für die Lagerung in einem Schließfach am Renditeglanz. Daher sollte es nicht mehr als zehn Prozent des Gesamtportfolios ausmachen. Wer zwar Schlimmes, aber nicht das Schlimmste kommen sieht, der greift besser zu anderen Investments, die vom Anstieg des Goldes partizipieren oder diesen gar übertreffen.

Dass Gold ein wichtiger Bestandteil jedes Portfolios sein sollte, dürften die meisten Anleger wissen. Am besten via physisches Investment mit bis zu zehn Prozent Depotanteil. Doch wie lässt sich kurz- und mittelfristig auf den Goldpreis spekulieren? Klar: mit Derivaten.

Da der Goldpreis derzeit mit einer respektablen Widerstandszone bei 1100/ 1200 Dollar kämpft, sollten Käufer Papiere favorisieren, die über eine attraktive Seitwärtsrendite verfügen. Die Klassiker sind dabei Discount- und Bonuszertifikate, von denen wir je eines ausgewählt haben. Der Zusatz Quanto verrät, dass es sich dabei um währungsgesicherte Zertifikate handelt.

Mit dem Discount steigen Anleger in den Goldmarkt mit einem Rabatt von etwa acht Prozent ein. Der Maximalgewinn von zehn Prozent wird erzielt, sofern sich der Preis je Feinunze am Bewertungstag, dem 21. Juni 2011, bei mindestens 1100 Dollar bewegt. Ins Minus rutscht der Anleger erst, wenn der Goldpreis unter die 1000- Dollar-Marke sackt.

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