Diverses Die Konkurrenz auf Abstand halten

Die Geschäfte laufen wieder, die Konjunktur hat Schwung - alles prima. Alles? Wer ein wenig nach vorn schaut, erkennt: Der Wettbewerb wird noch härter, Veränderungen vollziehen sich immer schneller - auf aktuellen Geschäftserfolgen auszuruhen wäre fatal. Wer überleben will, muss sein Geschäftsmodell jetzt auf den Prüfstand stellen und sein Unternehmen zukunftssicher machen.

Als die Banken in den 90er Jahren begannen, den Landwirten neue Kredite für teure Erntemaschinen zu verweigern, reagierte der Hersteller Claas gelassen. Denn das Unternehmen aus dem nordrhein-westfälischen Harsewinkel war auf diesen
Trend bestens vorbereitet: Firmenchef Rüdiger
Günther hatte rechtzeitig die Weichen gestellt – und Claas eine eigene Bank gegründet.

Bei jeder zweiten verkauften Maschine liefert das Familienunternehmen
inzwischen die Finanzierung gleich mit – über
das eigene Kreditinstitut. Der Lohn der weitsichtigen Entscheidung: „Wir gewinnen seit Jahren Marktanteile und sind heute Spitzenreiter in Europa“, sagt Günther.

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Genau darauf kommt es an: Neue Entwicklungen in den Märkten frühzeitig erkennen, am besten vorausahnen – und dann das Unternehmen fit machen für das sich ändernde Marktumfeld. Noch drastischer formuliert es einer der bekanntesten Mittelstandsexperten in Deutschland: „Unternehmen, die sich jetzt nicht auf die neuen Herausforderungen
einstellen, wird es in einigen Jahren nicht
mehr geben“, warnt der Regensburger Professor Arnold Weissman.

Kurzum:
Unternehmer sollten sich nicht von aktuellen Erfolgen und rosigen Konjunktur aus sichten
blenden lassen. Wachsende internationale Konkurrenz, steigende Kundenerwartungen, neue technologische Möglichkeiten und die extreme Geschwindigkeit, mit der sich alles ändert, können aus Siegern von heute morgen schon Verlierer machen.

Zu bewältigende Aufgabe

Dabei ist die Neupositionierung eine durchaus zu bewältigende Aufgabe. Denn im Grunde genommen dreht sich alles um Themen, die längst Chefalltag sind: Es geht um bessere Qualität und mehr Service, um Erfüllung individueller Kunden wünsche und um günstige Preise. Dies ergibt eine Studie
des Londoner Forschungsinstituts Economist Intelligence Unit (EIU) unter dem Titel „Business 2010“. Und exakt bei diesem
Wunschkatalog setzen Firmen an, die sich auf
die Fahnen geschrieben haben, ihr Geschäft schon heute zukunftsfähig zu machen.

So liegt Landmaschinenhersteller Claas goldrichtig, wenn er seinen Kunden zum Produkt auch noch die Finanzierung anbietet – dieses Servicepaket hat Zukunft (die Autoindustrie mit ihren markengebundenen
„Autobanken“ war Vorreiter). Das Unternehmen Claas ist eines der sieben hier illustrierten Beispiele für zukunft ssichere Strategien. Jede dieser Firmen hat ihren eigenen Ansatz gefunden, um sich wettbewerbsfähiger aufzustellen. Und jedes Beispiel bietet eine Lösung – zur Nachahmung
empfohlen. So wie der Leuchtenhersteller Zum tobel, der auf den Zukunft strend Individualisierung setzt.

Oder die Modefirma Blutsgeschwister, die mit Digitalisierung – in dieser Branche nicht gerade die Standardstrategie – den Weg in ausländische Märkte findet. Oder der Schraubenkönig Reinhold Würth, der auf einmal in Richtung Solarenergie diversifiziert und so einen kraft vollen Schwenk zur weiteren Umsatzexpansion in zukunftsträchtige Geschäftsfelder vollzogen hat.

Eile ist geboten

Noch sind die meisten Firmen auf den immer
schnelleren Wandel, der ganze Märkte und Branchen erfasst, nicht vorbereitet. Viele spüren den Veränderungsbedarf, ziehen aber keine Konsequenzen. Auch dies belegt die EIU-Studie „Business 2010“ mit 4000 befragten europäischen Führungskräften, meist mittelständischer Unternehmen: So wollen
zwar 59 Prozent der Entscheider die Produkt- und Servicequalität verbessern. Die Notwendigkeit, verstärkt auf individuelle Kundenwünsche einzugehen, sehen dagegen nur 28 Prozent.

Für welche Erfolgsstrategie
sich Unternehmer auch entscheiden, wichtig
ist, dass sie es schnell tun. Denn die Umsetzung in die Praxis dauert. „Mit der Idee allein haben die Unternehmen fünf Prozent der Lösung erreicht, der daraus folgende Plan macht noch einmal 15 Prozent aus“, erklärt Professor Hubert Österle von der Universität
St. Gallen. „Die restlichen 80 Prozent des
Aufwands stehen für die Realisierung.“

Eile ist auch geboten, weil sich gerade ältere Familienunternehmen mit der Neuausrichtung erfahrungsgemäß schwertun. Denn oft müssen sie sich von lieb gewordenen Traditionen, etwa ihrer Produktpolitik,
verabschieden. Doch es hilft nichts – sie
müssen da durch. „Es geht darum, bewährte Prozesse zu hinterfragen, um Neues zu schaffen“, sagt dm-Chef Götz Werner. Schon als er vor 30 Jahren die erste Filiale eröffnete, überraschte er den Markt mit dem damals unüblichen Selbstbedienungskonzept. Eine weise Weichenstellung: Heute gehört seine
Drogeriekette zu den größten in Deutschland.

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