Diverses Diese Vorteile bietet Leasing

Leasing ist eine bequeme Alternative zum Kauf und kann sogar günstiger sein – muss aber nicht. Lesen Sie, welche Vertragsformen es gibt und wie Sie Leasing optimal nutzen.

Unterschiede zwischen Leasing und Miete

Etwas zu leasen heißt, eine Sache gegen ein regelmäßiges bestimmtes Entgelt in Besitz zu nehmen, es aber nicht zu kaufen. Geht es also um das Mieten? Nein, es gibt feine Unterschiede:

  1. Ein Leasingkunde mietet in der Regel nicht, was ihm der Vermieter gerade anbietet – sondern lässt seinen Leasinganbieter genau das kaufen, was er braucht.
  2. Das Nutzungsentgelt für das Leasing steht stets von Beginn bis zum Ende fest und die Verträge haben eine begrenzte Laufzeit.
  3. Ein Leasingnehmer muss sich selbst darum kümmern, dass seine Leasinggüter, zum Beispiel Autos, Maschinen, Computer und sogar ganze Häuser, in Schuss bleiben. Das wiederum ist bei Mietverträgen Sache des Vermieters.
  4. Leasingverträge laufen in der Regel nicht einfach mit der letzen Rate aus. Stattdessen wird die Sache hier kompliziert; so kompliziert, dass die Branche sogar ein höchst eigenes Wort für den Sachverhalt erfunden hat: sie spricht von Endschaftsmodalitäten. Diese unterscheiden sich nach Vertragsart mehr oder weniger stark.

Vertragsformen beim Leasing

Bei sogenannten Vollamortisations-Verträgen ist der Anschaffungspreis des Leasinggutes am Ende der Laufzeit über die Raten voll bezahlt. Will der Kunde es danach kaufen, muss er gleichwohl noch mal zahlen: In der Regel bekommt er die Ware zum Restbuchwert oder zum aktuellen Marktwert angeboten.

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Anders gestrickt sind Verträge mit Teilamortisation: Hier zahlt der Kunde niedrigere Raten, die Leasinggesellschaft kalkuliert darüber hinaus einen Verkaufserlös ein, um auf ihre Kosten zu kommen. Gelingt ihr das nicht, bittet sie den Kunden noch mal zur Kasse. Er muss entweder einen Teil des Verlustes aus dem Verkauf mittragen. Oder die Leasing-Gesellschaft hat gar ein einseitiges Andienungsrecht. Dann kann sie den Kunden am Ende zum Kauf verpflichten.

Nur sogenannte Operate-Leasing-Verträge enden ohne weitere Klauseln einfach so – mit Zahlung der letzen Rate und Rückgabe des Leasingobjekts. Verträge dieser Art sind in Deutschland aber nur beim Autoleasing üblich.

All diese Vertragsdetails unterscheiden Miete und Leasing – es sei denn, die Parteien einigen sich auf ganz andere Klauseln. Gesetzlich vorgeschrieben ist kaum etwas. Die Kreativität der Anbieter gilt als besonders groß.

Wie funktioniert Leasing?

Im Alltag läuft es meist so: Der Leasingkunde geht zuerst zum Händler seiner Wahl und lässt sich ein Angebot für die passende Maschine oder sein Wunschauto machen. Dann nimmt er das Angebot zum Leasinganbieter mit, der ausrechnet, was ein Leasingarrangement monatlich kostet. Leasingverträge gibt es bei Banken oder Spezialisten für spezielle Branchen, sowie teilweise auch bei den Herstellern selbst.

Die Buchhaltung hat mit Leasingverträgen wenig Arbeit: Nach hiesigen Bilanzvorschriften, die für die Steuer relevant sind, muss ein Leasingkunde nichts aktivieren und also auch nicht abschreiben – die Ware verbleibt vielmehr buchungstechnisch im Besitz der Leasinggesellschaft. Die monatlichen Raten wiederum bilden schlicht Betriebsausgaben, senken also den steuerpflichtigen Gewinn. Kompliziert wird die Buchungslage indes für Unternehmen, die auch internationalen Bilanzstandards genügen müssen. Hier funktioniert bilanzneutrales Leasing nur mit Operate-Leasing-Verträgen. In anderen Fällen sehen die Steuerbilanz und die internationale Handelsbilanz unterschiedlich aus.

Welchen Nutzen bringt Leasing?

Wer least, statt zu kaufen, kann als Unternehmer auf drei Arten profitieren: Erstens spart er sich Kreditverhandlungen mit seiner Bank, um die andernfalls nötigen Investitionskosten zu stemmen. Was umgekehrt bedeutet: Wer das Geld gerade flüssig hat, kauft womöglich günstiger.

Zweitens muss er sich nicht um den Ein- und Verkauf der Leasingobjekte kümmern, fürs Handeln und Abwickeln ist meist der Leasinggeber zuständig. Auch dies hat eine Kehrseite: Wer sich aufs Feilschen und Verkaufen versteht, dem entgeht womöglich ein Rabatt. Drittens ist ein Leasingkunde bilanziell und steuerlich aus dem Schneider: Bilanziell, weil ihm – zumindest nach dem deutschen Handelsrecht – ein Leasinggut nicht gehört. Und damit bleibt die Bilanz von zusätzlichen Kreditlasten verschont. Steuerlich, weil er sich nicht um Abschreibungsmodalitäten kümmern muss, stattdessen lassen sich die monatlichen Leasingraten ganz einfach als Betriebsausgaben absetzen.

Ein weiterer, vierter Grund für das Leasing tritt immer stärker in den Vordergrund: Bequemlichkeit. Oder in der Sprache der Anbieter: Services rund um das Objekt. Leasinganbieter verkaufen inzwischen nämlich immer häufiger keine reinen Finanzdienstleistungen, sondern auch die Versicherungen und Wartungsverträge dazu. Im Autogeschäft übernehmen sie zudem auf Wunsch die komplette Verwaltung und Pflege der Fuhrparks – von der Tankkarte bis zum Reifenwechsel.

Was kostet Leasing?

Die Finanzdienstleistung wird komplett über eine monatliche pauschale Rate abgedeckt, in der gegebenenfalls zudem Services enthalten sind. Am Ende kommt bei manchen Vertragsarten noch eine Schlusszahlung dazu, wenn das Objekt weniger wert war als ursprünglich kalkuliert. In diesem Fall wird der Leasingkunde am Verlust des Leasinganbieters beteiligt. Doch es gilt auch das umgekehrte Prinzip: Kann der Anbieter einen besseren Preis erzielen, als geplant, gibt er dem Kunden auch etwas zurück.

Der Finanzierungsanteil für das Leasing sollte nicht viel teurer sein als ein durchschnittlicher Kredit. Herauszufinden, wie hoch der reine Zins tatsächlich ist, ist allerdings umso schwerer, je mehr Zusatzdienste mit der Rate abgedeckt werden. Außerdem ist vorab je nach Vertragsart unsicher, welche Kosten am Ende noch auflaufen. Unterm Strich ist Leasing rein finanziell gegenüber einem Kreditkauf fast ein Nullsummenspiel.

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