Auslandsschutz So sind Sie mit dem Auto im Ausland gut versichert

Wer unverschuldet im Ausland in einen Unfall gerät, hat meistens mit erheblich geringeren Versicherungsleistungen zu rechnen. Der Grund: Für den Schadenersatz gilt das nationale Recht am Unfallort.

Über 100.000 Unfälle passieren jedes Jahr zwischen deutschen und ausländischen Autofahrern – viele davon im Ausland. Für die Betroffenen sind dabei vor allem Unfälle jenseits der Grenze nervenaufreibend und häufig auch sehr teuer. So sind die Deckungssummen für die Kfz-Haftpflichtversicherung in vielen Ländern niedriger als in Deutschland.

Nach einem unverschuldeten Unfall entschädigt die Haftpflichtversicherung des Unfallgegners dann nur bis zu dem jeweiligen Maximalbetrag, ohne Rücksicht darauf, ob das Geld für die Reparatur oder einen Neukauf ausreicht. In anderen Fällen ist es sehr mühsam, die eigenen Ansprüche durchzusetzen. Wer in dieser Situation gut versichert ist, spart sich viel Ärger – und Geld.

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Die Grüne Karte

Unbedingt ins Reisegepäck gehört die „Internationale Versicherungskarte für den Kraftverkehr“, die so genannte Grüne Karte. Sie bescheinigt, dass ein Autofahrer für seinen Wagen eine Kfz-Haftpflichtversicherung abgeschlossen hat. Auch Autofahrer aus Deutschland, für die eine Kfz-Haftpflichtversicherung ohnehin Pflicht ist, müssen die Grüne Karte vorlegen können. Den Grenzbeamten, die eine Vielzahl von Autos aus unterschiedlichen Ländern abfertigen müssen, soll so die Arbeit erleichtert werden.

Das hat zur Folge, dass auch Autofahrer aus Deutschland, die ohne Grüne Karte auf Reisen gehen, damit rechnen müssen, an einer Grenze zurückgewiesen zu werden oder eine extra Grenzversicherung abschließen zu müssen. Dem Grüne-Karte-System gehören mittlerweile rund 40 Staaten an, fast alle aus Europa.

Unfall im Ausland

Wer in der Vergangenheit im Ausland in einen Unfall verwickelt war, brauchte in der Regel viel Geduld. Wem es gelang, seine Ansprüche durchzusetzen, konnte sich freuen. Seit Januar 2003 soll mit der 4. europäischen Kraftfahrthaftpflicht-Richtlinie nun vieles einfacher werden. Alle europäischen Versicherer müssen nun in jedem EU-Mitgliedsland „Schadenregulierungsbeauftragte“ benennen. Wer beispielsweise in Griechenland einen Unfall hat, kann sich nun in Deutschland an den Beauftragten der griechischen Versicherung wenden.

Auch die maximale Bearbeitungszeit wurde festgelegt: Sie darf im Regelfall drei Monate nicht überschreiten. Der Zentralruf der Autoversicherer informiert über die jeweiligen Anlaufstellen (Telefon: 0180-25026). Die Internetadresse: www.zentralruf.de.

„Mallorca-Police“

Bei einigen Gesellschaften gelten die Kfz-Haftpflichtversicherungen auch für Mietwagen in Europa, einschließlich der Kanarischen Inseln und Madeira. Allerdings darf die Mietzeit des Autos in der Regel vier Wochen nicht überschreiten.

Vollkaskoversicherung

Im Ausland können auch unverschuldete Unfälle teuer werden. Zum Beispiel wenn die Deckungssumme der ausländischen Kfz-Haftpflichtversicherung sehr niedrig ist und sich der Unfallgegner weigert, die ausstehende Differenz aus dem eigenen Geldbeutel zu begleichen. Einem Autofahrer aus Deutschland bleibt dann nur noch der aufwändige und langwierige Rechtsweg.

Eine Alternative kann für die Zeit des Urlaubs eine Vollkaskoversicherung sein. Nach einem Unfall erstattet die Versicherung ihrem Kunden dann die Kosten und holt sich das Geld ihrerseits vom Unfallgegner zurück. Die „Kurzzeit-Vollkasko“ ist allerdings nicht gerade billig. Daher lohnt sie sich in der Regel nur für teurere Autos.

Rechtsschutzversicherung

Wer im Ausland unverschuldet einen Unfall hatte und dann problemlos von seinem Unfallgegner oder dessen Versicherung das ihm zustehende Geld erhält, kann sich erleichtert zurücklehnen. Ein solch reibungsloser Ablauf ist allerdings nicht unbedingt selbstverständlich. Nicht selten warten deutsche Urlauber auf die Entschädigung aus dem Ausland vergebens. Eine Verkehrs- und Rechtsschutzversicherung hilft in einer solchen Situation, die Ansprüche doch noch durchzusetzen.

Schutzbrief

Am bekanntesten ist der Abschlepp-Service der Schutzbrief-Gesellschaften. Bleibt ein Auto etwa im spanischen Andalusien stehen, braucht der Fahrer nur bei einer Hotline anrufen und das Assistance-Unternehmen schickt Hilfe. Je nach Vertrag hilft die Gesellschaft auch in anderen Notlagen weiter, zum Beispiel wenn ein Urlauber zuhause wichtige Medikamente vergessen hat oder bei ihm eingebrochen wurde.

Schutzbriefe gibt es als Solo-Policen oder als Kombiprodukte zu den Kfz-Haftpflichtpolicen. Letztere setzen sich aufgrund ihres guten Preis-Leistungsverhältnisses immer stärker durch. Der Abschluss einer Schutzbrief-Police lohnt sich vor allem für Familien mit Kindern oder bei Fahrten mit nicht mehr ganz zuverlässigen Autos.

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