Diverses Investieren in Bosnien und Herzegowina unsicher

Mit "viel versprechenden Aussichten" wirbt die Bundeswehr um mittelständische Investoren in Bosnien und Herzegowina. Ihr Kooperationspartner, die Handwerkskammer Koblenz, rät jedoch von einem Engagement auf dem Balkan ab.

Mit „viel versprechenden Aussichten“ wirbt der zivilmilitärische Bereich des deutschen Heereskontingents auf dem Balkan SFOR (Stabilisation Force) für Investitionen von klein-und mittelständischen Betrieben in Bosnien und Herzegowina. Bei der Handwerkskammer Koblenz, Kooperationspartner der vor einem halben Jahr gestarteten Initiative, sieht Rolf Weidmann, ein Kenner der Region, das kritischer. „Unsicher“ – so schätzt er dort die Lage für Investoren klein- und mittelständischer Betriebe auf dem Balkan ein.

Ziel des im Herbst letzten Jahres aus der Taufe gehobenen Wirtschaftsförderungsprojekts der CIMIC (Civil-Military Cooperation) ist eine befriedete Region. Dafür geht das Verteidigungsministerium auch schon mal Umwege: Da wirtschaftliche Stabilität als Garant für Frieden und Sicherheit gilt, übernimmt die Bundeswehr die Rolle des Mittlers zwischen Klein- und mittelständischen Betrieben auf dem Balkan und in Deutschland. „Dabei geht es darum“, erläutert Oberstleutnant Peter Braunstein, Leiter der Einsatzführung der CIMIC im Bundesverteidigungsministerium in Bonn, „in Bosnien und Herzegowina vorhandene Wirtschaftspotenziale zu identifizieren und gezielt für eine Zusammenarbeit mit deutschen Unternehmen zu erschließen.“ Genau davon rät die Handwerkskammer Koblenz im Gespräch jedoch noch ab: „Das Umfeld ist zu schlecht“.

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Abstimmungsschwierigkeiten?

Während Weidmann die Rechtsunsicherheit betont, und Investitionen von klein- und mittelständischen Betrieben eher skeptisch sieht, schwärmen die Verfasser der SFOR-Pressemitteilung von einem „guten Ausbildungsniveau und Know-how“ in den Projektregionen. Braunstein hebt niedrige Lohnkosten und traditionell gute wirtschaftliche Beziehungen zu Deutschland hervor.

Was unternimmt die Handwerkskammer, wenn sich ein deutscher Unternehmer für die Region interessiert?

„Wir geben erst einmal eine Rechtsberatung, weisen auf Unsicherheiten im Rechtssystem hin und vermitteln auf Wunsch Ansprechpartner der zuständigen Behörden.“ Rolf Weidmanns Einschätzung des Raums für Klein- und Mittelständler: „noch uninteressant“.

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