• Mercedes-Benz CLS 250 CDI – zu viert im Diesel-Coupé

    Mit dem CLS öffnete Mercedes-Benz die Tür für eine neue Nische - die der viertürigen Coupés. In der zweiten Generation des eleganten Gefährts schlägt erstmals ein vierzylindiges Diesel-Herz.

    Der überarbeitete CLS wirkt noch ein gutes Stück sportlicher und bulliger als sein Vorgänger, muskulöser und gleichzeitig eleganter. Seine Front erscheint nun in dem Grunddesign, das Mercedes nach und nach allen neuen Baureihen verpasst – von der A-Klasse bis zum SL. Immerhin wirkt es nicht ganz so uniform wie der Singleframe-Grill bei Audi.

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    Der CLS ist sieben Zentimeter länger und drei Zentimeter breiter als die E-Klassen-Limousine – und doch bringt Mercedes das Kunststück fertig, den Passagieren in der Coupélimousine deutlich weniger Platz zu lassen. Vorne macht sich das noch nicht allzu sehr bemerkbar: Die Sitze lassen sich auch für groß gewachsene Erdenbürger weit genug nach hinten schieben, nach links und rechts ist genügend Abstand, dass man sich nicht eingeengt fühlt.

    Aber schon das im Vergleich zur Limousine naturgemäß deutlich kräftiger nach hinten abfallende und tiefere Dach sorgt selbst bei niedrigster Sitzeinstellung für wenig Luftraum über dem Mittelscheitel. Die Fahrzeughöhe beim CLS ist fünf Zentimeter niedriger als bei der Limousine. Das, bitte, soll – Stichwort: Coupé – auch so sein. Aber es bringt im Alltag doch einige Unpässlichkeiten mit sich.

    204-PS-Dieselaggregat mit bulligem Drehmoment

    Auch im CLS ist der Schalthebel der Automatik mittlerweile von der Mittelkonsole hoch rechts ans Lenkrad gerückt – man gewöhnt sich schnell daran. Je nachdem, wie viel man in die netten und meist hilfreichen Helferlein investiert, die einem die Aufpreisliste bietet, füllen sich Armaturenbrett und Anzeigedisplays weiter: Rückfahrkamera, Abstandsautomatik, Navigationssystem, der Totewinkel-Assistent lässt orangene Warndreiecke in den Außenspiegeln erscheinen, sobald sich ein anderes Fahrzeug ans Überholen macht und das mittlerweile beinahe schon legendäre Logo einer dampfenden Kaffeetasse warnt den Fahrer vor Übermüdung. Dazu kommen Annehmlichkeiten wie Start-Stopp-Automatik, Berganfahrhilfe oder ein inzwischen bestens funktionierender Fernlichtassistent.

    Der Vier-Zylinder-Diesel des 250 CDI ist mit seinen 150 kW/204 PS der Motor mit der geringsten Leistung, den Mercedes für den CLS derzeit im Angebot hat. Immerhin legt er ein maximales Drehmoment von üppigen 500 Nm an – was das Ganze ein wenig relativiert. Die Wunsch-Motorisierung ist der Selbstzünder mit seinen 2143 ccm Hubraum dennoch nicht: So sportlich agil wie der CLS aussieht lässt er sich erst mit einem der Sechszylinder fahren. Wer es eher ruhig angehen will, sich mehr aufs Cruisen verlegt, der ist mit dem 250 CDI jedoch zumindest schon nicht schlecht bedient. Die Fahrwerte wirken allerdings im Vergleich zu seinen besser motorisierten Brüdern – vergleichsweise – bescheiden: Von 0 auf 100 km/h braucht er 7,5 Sekunden, seine Höchstgeschwindigkeit liegt bei 242 km/h – und damit als einzigem CLS unter der 250-km/h-Abregelung. Im Alltag auf deutschen Straßen schmelzen solche Vergleiche ohnehin schnell dahin: Wo kann man tagsüber schon noch ohne ständig flackernde Bremslichter mit 250 Sachen unterwegs sein?

    Tempo ist nicht alles

    Dafür lernt man im CLS 250 CDI wieder mehr die vom Tempo eher unabhängigeren Werte schätzen. Die ausgezeichnete 7-Gang-Automatik zum Beispiel, die – meist – sanft zwischen den Stufen schaltet und für den Stadtverkehr genauso komfortabel abgestimmt ist wie für Autobahn oder Landstraße. Oder das Fahrwerk, das straffer abgestimmt ist als bei den Schwaben sonst üblich, aber immer noch sehr bequem und rückenfreundlich. Nur die Lenkung ist – alte Mercedes-Krankheit – deutlich zu leichtgängig.

    Wem die E-Klasse als Reisewagen zu langweilig ist, der findet im CLS eine ebenso sportliche wie vorzeigbare Alternative. Selbst der Kofferraum mit seinen 520 Litern Fassungsvermögen ist kaum kleiner als bei der Limousine und liegt auch sonst im Vergleich gut. Der Audi A7 bietet 535 Liter, BMWs 6er Gran Cabrio gerade mal 460 Liter und der Porsche Panamera bescheidet sich mit 445 Litern. Einziger Nachteil beim CLS: Man muss sich notfalls schon ganz schön weit in die dunkle Höhle hinein beugen, um Gegenstände herauszufischen, die bis zu den Lehnen der Rückbank vorgerutscht sind.

    • Quelle: impulse
    • Copyright: impulse
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