Diverses So funktionieren Mitarbeiterbeteiligungen

Durch Mitarbeiterbeteiligungen bekommen auch Mitarbeiter ein Stück vom Kuchen ab.

Durch Mitarbeiterbeteiligungen bekommen auch Mitarbeiter ein Stück vom Kuchen ab.© picture alliance / dpa Themendienst

Am Erfolg ihrer Firma teil zu haben, ist für Mitarbeiter eine wichtige Motivationsquelle, und auch für die Kapitalbeschaffung bietet diese Finanzierungsform viele Vorteile. Der Teufel steckt allerdings im Detail: Lesen Sie, welche Mitarbeiterbeteiligung für Ihr Unternehmen wirklich sinnvoll ist.

In der Regel beteiligen sich Mitarbeiter in Form von stillen Beteiligungen, dabei handelt es sich um Einlagen. Sie erhalten dafür eine reine Gewinnbeteiligung oder eine Gewinn- und Verlustbeteiligung sowie eine Verzinsung. Mitspracherecht steht dem Mitarbeiter bei dieser Form nicht zu.

Im Gegensatz zu stillen Beteiligungen gibt es auch Genussscheine, mit denen eine Firma ihre Mitarbeiter am Gewinn beteiligt. Verzinsung, Laufzeit, Kündigung und Verlustbeteiligung kann das Unternehmen frei gestalten. Die Angestellten haben Informations- und Kontrollrechte, aber keinen Einfluss auf die Geschäftsführung. Diese Variante ist unabhängig von der Gesellschaftsform.

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Eine weitere Form ist die GmbH-Beteiligung. Die Mitarbeiter werden in diesem Fall am Gesellschaftsvermögen und den dazugehörigen Gegenständen beteiligt. Das gilt für Gewinne wie Verluste. Die Angestellten kaufen sich ins Unternehmen ein, erhalten so Gesellschaftsanteile, die Firma erhält langfristiges Eigenkapital.

Bei Aktiengesellschaften besteht für Mitarbeiter die Möglichkeit, Aktien des Unternehmens zu kaufen. Diese erhalten sie in der Regel zum Vorzugspreis. Mitarbeiter werden über diesen Weg an Gewinn, Verlust und Vermögen der Firma beteiligt. Teilhaber bekommen Mitspracherechte in der Gesellschafterversammlung.

Zwei weitere Formen der Mitarbeiterbeteiligung sind Schuldverschreibungen und Mitarbeiterdarlehen. Schuldverschreibungen sind Urkunden, die die Mitarbeiter kaufen. Darin verpflichtet sich das Unternehmen zur Zahlung einer Schuld samt der laufenden Verzinsung. Mitarbeiterdarlehen funktionieren anders: Die Arbeitnehmer gewähren dem Chef ein Darlehen, das per Bankbürgschaft gegen die Insolvenz des Unternehmens abgesichert wird. Die Geldgeber werden damit Gläubiger, nicht Miteigentümer des Unternehmens. Die Einlage wird verzinst.

Was und wem nützt die Mitarbeiterbeteiligung?

Das hängt von der Form der Mitarbeiterbeteiligung ab. In der Regel kann die Mitarbeiterbeteiligung motivierend auf die Angestellten wirken. Laut Firmen, bei denen Mitarbeiter beteiligt sind, identifizieren sich die Angestellten stärker mit dem Unternehmen, arbeiten motivierter und sind flexibler.

Stille Beteiligungen sind speziell für Führungskräfte geeignet, weil sie über die Beteiligung am Erfolg des Unternehmens partizipieren – ein Anreiz für gute Leistungen. Über Genussscheine können dauerhaft Finanzmittel gesichert werden, GmbH-Anteile sind sinnvoll, wenn Firmen Führungskräfte mit Gesellschafterrechten eng an sich binden wollen. Belegschaftsaktien eignen sich etwa für Firmen, die wachsen und Kapitalbedarf haben. Günstiger kommen sie in der Regel nicht an frisches Geld heran.

Wenn es der Firma schlecht geht, kann sie das Kapital der Mitarbeiter vor der Insolvenz bewahren. Grundsätzlich können Firmen ihre Eigenkapitalquote mit Mitarbeiterbeteiligungen erhöhen und so auch ihr Rating verbessern.

Welche Anreize gibt es für Mitarbeiterbeteiligung?

Für das Unternehmen: Je nach Beteiligungsvariante gibt es verschiedene steuerliche Anreize.

Mitarbeiterdarlehen: Die Kreditkosten sind als Betriebsausgaben absetzbar.

Genussscheine: Ausschüttungen sind Betriebsausgaben, wenn die Genussrechte nur eine Gewinnbeteiligung verbriefen. Zu einem Viertel wird allerdings Gewerbesteuer fällig.

Stille Beteiligung: Gewinnausschüttungen sind Steuer mindernde Betriebsausgaben, kosten aber Gewerbesteuer.

Belegschaftsaktien: Dividende sind eine Gewinnverwendung, also keine Betriebsausgabe.

GmbH-Anteile: Gewinnausschüttungen an die Anteilseigner sind nicht absetzbar. (Stand: Mai 2009)

Für die Mitarbeiter: Seit dem 1.4.2010 gilt: Jeder Arbeitgeber darf seinen Mitarbeitern Unternehmensanteile bis zu einer Höhe von 360 Euro steuer- und sozialabgabenfrei überlassen, wenn ein entsprechendes Angebot allen Mitarbeitern, die länger als ein Jahr beschäftigt sind, offen steht und wenn die Überlassung nicht mit Ansprüchen der Mitarbeiter verrechnet werden.

Darüber hinaus können als vermögenswirksame Leistung zusätzlich bis zu 400 Euro pro Jahr und Mitarbeiter eingebracht werden. Die Arbeitnehmersparzulage beträgt dann 20 Prozent, wenn die Einkommensgrenzen von 20.000 Euro für Alleinverdiener oder 40.000 Euro für Verheiratete nicht überschritten werden.

Mehr zum Thema Mitarbeiterbeteiligung auf impulse.de:Welche Vorteile eine Mitarbeiterbeteiligung bringt

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