Diverses Spendabler Steinbrück

Geschäftsfreunde und Mitarbeiter verwöhnen und dabei Steuern sparen. Wie es funktioniert.

Sonderkonditionen aus dem Steinbrück-Ministerium: Größere
Geschenke an Geschäftspartner oder Mitarbeiter darf der
Firmenchef jetzt mit dem Finanzamt pauschal abrechnen. „Das
macht etwa Incentive-Reisen oder VIP-Tickets für alle
Beteiligten deutlich attraktiver“, erklärt Steuerberaterin Nicole
Jurek von Pricewaterhouse Coopers in Köln.

Davon profitieren Unternehmer, die schon mal etliche tausend
Euro in die Pflege von Kundenbeziehungen investieren oder für
die Motivation von Top-Leuten springen lassen. Und die
obendrein die Steuer übernehmen, die eigentlich Kunden,
Lieferanten oder Arbeitnehmer dafür zahlen müssten.

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Der neue Vorteil: Für Präsente bis zu 10.000 Euro zahlen
Firmenchefs nur 30 Prozent Pauschalsteuer. Bislang waren bei
Top-Verdienern etwa 70 Prozent individuelle Steuer fällig.
Beraterin Jurek: „Kleinere Extras wie Firmenrabatte oder
Essensgeld sind zusätzlich drin.“ Zu den üblichen Konditionen.
impulse zeigt, wie Firmenchefs günstig und steuersicher
belohnen.

Für Geschenke an Geschäftsfreunde müssen Unternehmer
jetzt zwei Grenzwerte kennen.

Erstens: 35 Euro pro Kopf und Jahr. Bis zu dieser Höhe dürfen
sie Aufmerksamkeiten als Betriebsausgabe absetzen. Beim
Empfänger sind die Zuwendungen zwar steuerpflichtig, in der
Praxis aber steuerfrei, weil sich das Finanzamt dafür nicht
interessiert.

Zweitens: bis 10.000 Euro pro Kopf und Jahr. Für solche Gaben
kann der Unternehmer die Steuer mit pauschal 30 Prozent
(plus Soli und Kirchensteuer) übernehmen. „Dann belästigt das
Finanzamt die Geschäftsfreunde nicht weiter“, bestätigt der
Göppinger Steuerberater Kai Uwe Paa. Allerdings: Sowohl große
Geschenke selbst als auch Pauschalsteuer darauf sind nicht
absetzbar.

Extrasteuer vermeiden

Wer auf die neue Pauschalsteuer verzichtet, zahlt meist drauf.
Denn dann ist die individuelle Steuer des Empfängers fällig. In
der Spitze bis zu 48 Prozent. Nimmt der Firmenchef diese
Steuer wie üblich auf seine Kappe, wird es richtig teuer. Das
Finanzamt schlägt nun auch bei ihm zu. Kai Uwe Paa: „Das
kann bis zu 70 Prozent des Geschenkwerts extra kosten.“

Überreicht der Chef lieber mit Rabatt, muss er konsequent sein:
Pauschalsteuer für alle Zuwendungen eines Geschäftsjahrs.
Also auch für die kleinen Präsente bis 35 Euro. Eine neue
Herausforderung an die Finanzbuchhaltung. Expertin Jurek:
„Wer nicht aufpasst, zahlt für alle Geschenke die volle Steuer.“

Bei Belohnungen an Mitarbeiter gelten günstigere Spielregeln.
Generell sind alle Aufwendungen bei der Steuer absetzbar,
kleine Geschenke bis zu 40 Euro zudem für die eigenen Leute
lohnsteuerfrei. Also etwa die üblichen Geburtstags- oder
Weihnachtsüberraschungen.

Höhere Beträge müssen wie Arbeitslohn versteuert werden. Bei
Top-Verdienern kostet das bis zu 48 Prozent. Weil das die Leute
nicht anspornt, sondern eher nur verprellt, springt meist die
Firma ein. Und zahlt die Steuer selbst. Neuerdings eben mit 30
Prozent pauschal. Jurek: „Das motiviert Chefs und Mitarbeiter.“

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