Zahlungsausfälle vermeiden So schützen Sie sich gegen Kundenpleiten

Tipps, wie sie Kundenpleiten verhindern und so Zahlungsausfälle vermeiden.

Tipps, wie sie Kundenpleiten verhindern und so Zahlungsausfälle vermeiden.© picture-alliance/chromorange

Die Ware ist raus, die Leistung erbracht, aber Ihr Abnehmer kann nicht zahlen, weil er pleite ist. Wie Sie Zahlungsausfälle vermeiden und Risiko-Kunden identifizieren.

Die Ware ist ausgeliefert, die Leistung erbracht, aber auf dem Konto sind keine Zahlungseingänge zu verbuchen. Grund: Der Kunde ist pleite und damit zahlungsunfähig. Kommt es ganz schlimm, treiben solche Zahlungsausfälle Ihr Unternehmen in den Ruin.

Die folgenden Tipps helfen Ihnen, Risiko-Kunden rechtzeitig zu orten und Warnsignale zu deuten.

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Risikominderung durch Information

Handelsregister:
Fordern Sie einen Auszug aus dem Handelsregister und unbeglaubigte Kopien der Anmeldeunterlagen und Bilanzen an. So erfahren Sie, ob es sich bei Ihrem Geschäftspartner um eine alteingesessene Firma handelt, wer beteiligt und wer seit wann Geschäftsführer ist.

Auskunfteien:
Bei der Schufa können Sie Informationen über Schulden und Zahlungsmoral eines Privatkunden abrufen. Die Schufa speichert auch Informationen über Unternehmer, etwa, wenn diese private Kredite aufnehmen oder Bürgschaften geben. Beitreten können allerdings nur Unternehmen, wenn sie in größerem Umfang Geld- oder Warenkredite an Verbraucher geben.

Namhafte Auskunfteien neben der Schufa sind Creditreform, Bürgel, Infoscore Consumer Data und Deltavista. Von diesen bekommen Sie sensible Daten wie Betriebs-, Vermögens- und Familienverhältnisse. Auch eine Bonitätseinschätzung Ihres Geschäftspartners ist möglich.

Schuldnerverzeichnis:
Hat Ihr Kunde schon einmal einen Offenbarungseid geleistet, ist dies im Schuldnerverzeichnis des Amtsgerichts verzeichnet.

Vertraglich vorsorgen

AGB:
Legen Sie in Ihren Allgemeinen Liefer- und Geschäftsbedingungen (AGBs) die Zahlungs- und Abwicklungsmodalitäten für alle Kunden einheitlich fest.

Eigentumsvorbehalt:
Vereinbaren Sie bei Warenlieferungen einen verlängerten Eigentumsvorbehalt mit Verarbeitungsklausel. Damit bleibt die Ware bis zur vollen Bezahlung Ihr Eigentum.

Kreditversicherung:
Die klassische Warenkreditversicherung versichert das Ausfallrisiko sämtlicher Kundenforderungen (im Inland, Zahlungsziel maximal sechs Monate). Allerdings kann der Selbstbehalt des Lieferanten bis zu 40 Prozent betragen.

Auf Warnzeichen achten

Verhaltensänderung: Achten Sie auf Verhaltensänderungen bei Ihren Kunden. Kommt ein Stammkunde nur noch sporadisch und mit Miniaufträgen, oder ordert er plötzlich ohne plausiblen Grund hohe Mengen, könnte das ein Zeichen sein, dass er knapp bei Kasse ist oder andere Unternehmen ihn nicht mehr beliefern. Studieren Sie hin und wieder die Briefköpfe Ihrer Geschäftspartner. Eine andere Rechtsform oder eine neue Bankverbindung sollten Grund für eine Routineanfrage bei einer Auskunftei sein.

Zahlungsweise:
Ihr Kunde steigt plötzlich von Scheck auf Wechsel um, verschenkt den Skontoabzug, zahlt spät und bittet sogar um Stundung? Ein Zeichen, dass Ihr Geschäftspartner in ernsten Schwierigkeiten ist.

Lage sondieren:
Hören Sie Gerüchte über eine Finanzkrise Ihres Auftraggebers, fragen Sie sofort nach und sprechen mit den Banken. Stimmt der Verdacht, unterbrechen Sie die Arbeit oder die Lieferung und verlangen eine ausreichende Sicherheit.

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