Finanzen + Vorsorge 278,7 Milliarden Euro: Griechen berechnen deutsche Reparationsschuld

Die griechische Regierung konkretiert ihre Forderungen gegenüber Deutschland.

Die griechische Regierung konkretiert ihre Forderungen gegenüber Deutschland.© Fotolia.com - sorincolac

Der Streit um griechische Reparationsforderungen erreicht einen neuen Höhepunkt. Athens Vize-Finanzminister bezifferte die Forderung auf knapp 280 Milliarden Euro. Die Zahlen seien nicht neu, meint Athen.

Im Streit um deutsche Reparationszahlungen für erlittene Schäden im Zweiten Weltkrieg hat der stellvertretende griechische Finanzminister Dimitris Mardas die Forderungen seines Landes auf 278,7 Milliarden Euro beziffert. Ein zuständiger Parlamentsausschuss komme nach einer ersten Auswertung auf diese Summe, teilte er am späten Montagabend im Parlament in Athen mit. Das Thema belastet die deutsch-griechischen Beziehungen seit Jahrzehnten.

Zu den Reparationsforderungen gibt es bereits eine umfangreiche griechische Studie. „Genau auf die hat sich Mardas berufen“, sagte ein Mitarbeiter des Finanzministeriums am Dienstag. Es sei „nichts Neues“, er habe lediglich das „gesagt und beziffert, was seit Wochen bekannt ist“, hieß es weiter. Was die Regierung unter Ministerpräsident Alexis Tsipras mit der Studie machen werde, sei „nicht Sache des Finanzministeriums“.

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In den vergangenen zwei Jahren hatten Experten des griechischen Finanzministeriums und der Zentralbank in Athen die Höhe der Reparationen berechnet. Die Gesamtforderungen werden darin auf zwischen 269 und 332 Milliarden Euro beziffert. Die Studie hatte die griechische Sonntagszeitung „To Vima“ bereits im März veröffentlicht. Die griechische Justiz prüft auf höchster Ebene, ob und wie mögliche Reparationsforderungen an Deutschland erhoben werden können.

Die Bundesregierung sieht die Entschädigungsfrage als erledigt an. Ein 1960 von der damaligen Bundesregierung abgeschlossenes Abkommen sah die Zahlung von 115 Millionen Mark vor.

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