Finanzen + Vorsorge Altersvorsorge: Bundesregierung will Betriebsrenten schrittweise reformieren

Rente

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Immer mehr Menschen sorgen über ihren Arbeitgeber fürs Alter vor. Die Bundesregierung will die Betriebsrenten jetzt stärken - und peilt eine Reform in mehreren Schritten an. Arbeitgebern und Gewerkschaften reichen die bisherigen Vorschläge aber nicht aus.

Die Bundesregierung will die Betriebsrenten in Deutschland stärken. Das wurde bei einem Treffen von Gewerkschaften, Arbeitgebern und Regierung im Bundessozialministerium in Berlin deutlich, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) aus Teilnehmerkreisen erfuhr.

Ziel ist es, dass künftig deutlich mehr Arbeitnehmer in den Genuss einer Betriebsrente kommen. Dafür soll die betriebliche Altersvorsorge stärker als bisher in Tarifverträgen verankert werden. Viele Details sind aber noch offen, wie Vertreter der Wirtschaft und der Arbeitnehmer sagten.

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Demnach will die Regierung zunächst Rechtsvorgaben der Europäischen Union in Deutschland umsetzen. Dabei geht es unter anderem um neue Regeln für den Umstand, dass ein Anspruch auf eine Betriebsrente später nicht mehr verfallen kann.

Reformschritte hin zu einer Stärkung der Betriebsrente durch eine deutlichere Verankerung in Tarifverträgen sollen demnach im Lauf des Jahres konkretisiert und dann umgesetzt werden, hieß es nach dem Treffen am Montagabend in Berlin. Ein bisheriger Vorschlag des Sozialministeriums reicht aus Sicht von Arbeitgebern und Gewerkschaften allerdings nicht aus. Beide Seiten pochen zusätzlich auf bessere steuerrechtliche Bedingungen für die betriebliche Altersvorsorge.

1 Kommentar
  • Peter 10. März 2015 13:43

    Die mangelnde Attraktivität der Betriebsrente liegt an der hohen Belastung mit Sozialversicherungsbeiträgen (Krankenversicherung, Pflegeversicherung)im Leistungsfalle. Das sind aktuell ca. 18 %.

    Ferner ist die Betriebssrente in der Regel voll zu versteuern.

    Der Betriebsrentner muß davon ausgehen, daß ca. 40 % seiner Betriebsrente schon vorab weg sind. Und da ist noch nicht einmal berücksichtigt, daß Versicherung und Vermittler auch noch was vom Kuchen ab haben wollen.

    Mit der Entgeltumwandlung verzichten die ArbeitnehmerInnen nicht nur auf einen Teil ihres künftigen Verdienstes, sondern entziehen der gesetzlichen Sozialversicherung auch Einnahmen, da das Bruttogehalt um die Zuwendung zur Altersversorgung gemindert wird.

    Es werden folglich weniger Sozialbeiträge abgeführt.
    Das bedeutet konkret, dass etwaige Ansprüche auf Arbeitslosengeld, Krankengeld, Mutterschaftsgeld und Elterngeld ebenfalls geringer ausfallen.

    Das alles weiß die Politik. Trotzdem wird nur an Nebensächlichem herumgeredet.

    Wie lange noch?

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