Finanzen + Vorsorge Altersvorsorge für Firmeninhaber: So kann der Chef beruhigt in Rente gehen

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Ist die Altersvorsorge geregelt? Ein Firmeninhaber blickt nachdenklich in die Zukunft.

Ist die Altersvorsorge geregelt? Ein Firmeninhaber blickt nachdenklich in die Zukunft.© Mitmachfoto / Fotolia.com

Wird die Altersvorsorge für den Firmeninhaber gut geplant, profitieren davon sowohl der Chef, als auch das Unternehmen. Diese Tipps helfen dabei.

Es sah gut aus für den Mittelständler aus der Nähe von Bremen. Der Sohn zeigte Interesse daran, den familien­eigenen Metallbaubetrieb mit 19 Angestellten zu übernehmen. Eine geordnete Übergabe und ein sorgenfreier Ruhestand schienen gesichert.

Als Vater und Sohn begannen, über die Details zu sprechen, tauchte jedoch schnell ein gravierendes Problem auf: die lebenslange Pension von 5000 Euro im Monat, die die GmbH ihrem Gründer zugesagt hatte. Die von der Firma eigens zur Rückdeckung abgeschlossene Lebensversicherung lieferte so magere Renditen, dass es höchstens für 2000 Euro monatliche Rente reichen würde.

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Die Deckungslücke sorgte für heftige Ausein­andersetzungen in der Familie. Der Senior weigerte sich, Abstriche bei seiner Pension zu machen. Der Junior wiederum fürchtete ein Scheitern seiner Unternehmerkarriere, wenn künftig jeden Monat rund 3000 Euro aus der Firmenkasse an den Vater fließen sollten – bis zu dessen Tod.

Die Dauerniedrigzinsen bringen viele Rentenmodelle ins Wanken

Allzu üppige Pensionszusagen sorgen derzeit bei zahlreichen Mittelständlern für Verdruss. Der Plan, mit der eigenen Firma eine solide Altersvorsorge aufzubauen und gleichzeitig Steuern zu sparen, klang für Firmeninhaber lange sehr verlockend. Doch jetzt bringen die Dauerniedrigzinsen das beliebte Modell ins Wanken. „Viele Unternehmen haben die Zusagen von Anfang an nicht ausreichend gegenfinanziert“, sagt Matthias Falk, Geschäftsführer der Unternehmensberatung Pensioncapital in Bremen. Das führe im Schnitt zu einer „Unterdeckung“ von 30 bis 40 Prozent. „Durch die niedri­gen Zinsen fehlen weitere 10 bis 20 Prozent“, sagt Falk.

Hinzu kommt: Wegen der niedrigen Zinsen müssen viele Firmen, vor allem GmbHs, zusätzliche Rückstellungen bilden, was die Bilanzstruktur und das Rating verschlechtert. Eine gefährliche Mischung, die häufig die Lebensplanung der bisherigen und künftigen Firmeninhaber über den Haufen wirft. Im schlimmsten Fall geht es an die Existenz des Unternehmens.

 

Was lässt sich in dieser verfahrenen Lage machen? Unsere Tipps für die optimale Gestaltung der Altersvorsorge:

Weniger versprechen

Wer seiner Firma hohe Pensionslasten ersparen will, sollte keine fixe Rente, sondern Beiträge zusagen: Die GmbH zahlt monatlich eine bestimmte Summe in eine Versicherung oder einen Fonds ein. Das Risiko, dass die Geldanlage weniger Rendite abwirft als erhofft, liegt beim Geschäftsführer.

Flexibel bleiben

Wer eine hohe Last in schlechten Zeiten verhindern will, sagt einen niedrigen Basisbeitrag zu – etwa in Höhe dessen, was Angestellte mit demselben Einkommen in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen müssten. Darüber hinaus kann vereinbart werden, dass in guten Zeiten zusätzliche Beiträge fließen, damit der Chef im Alter nicht darben muss.

Sofort bezahlen

Sinnvoll ist die Option, zum Renteneintritt den Gesamtbetrag auf einen Schlag auszuzahlen. Das Unternehmen trägt damit zwar das „Langlebigkeitsrisiko“, aber bisweilen ist ein solcher Schnitt in beiderseitigem Interesse, da der GmbH Aufwand erspart bleibt.

Gut anlegen

Unternehmen können frei entscheiden, ob und in welcher Form sie zur Rückdeckung von Zusagen frühzeitig Geld anlegen. Angesichts magerer Renditen und hoher Kosten spricht derzeit wenig für Lebensversicherungen. Vor allem bei langen Laufzeiten sollten Verantwortliche über volatilere aber rentierlichere Alternativen wie Aktienfonds-Sparpläne nachdenken.

Pleite einplanen

In jedem Fall sollte das angelegte Geld aber an den Geschäftsführer verpfändet werden. Nur so ist gewährleistet, dass er im Fall der Insolvenz nicht seine Altersvorsorge verliert.

Alternativen prüfen

Geschäftsführer können auch andere betriebliche Altersversorgemodelle wählen, etwa Direktversicherungen, Unterstützungskassen oder Pensionsfonds. Nachteil: Hier können nur überschaubare Beträge steuerbegünstigt eingezahlt werden. Wer eine attraktive Rente anstrebt, ist mit einer Pensionszusage in der Regel besser bedient – hier winken dank der Rückstellungen auch bei hohen Einzahlungen attraktive Steuervorteile.

 

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