Finanzen + Vorsorge Altersvorsorge für Unternehmer: Was bringt das Eigenheim?

Viele Deutsche nutzen das aktuelle Zinstief, um den Traum von den eigenen vier Wänden zu verwirklichen. Kauf statt Miete ist eine Lebenseinstellung - aber keine Geldanlage, warnt Finanzplaner Michael Reeg.

DIE IDEE

Viele träumen davon, im Alter mietfrei zu leben, und gerade Unternehmer, die wenig Rente zu erwarten haben, freuen sich auf einen Ruhestand ohne hohe Wohnkosten. So dienen nach aktuellen Daten des Kredit-Vermittlers Interhyp vier von fünf Immobiliendarlehen zur Eigennutzung.

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DIE VOR- UND NACHTEILE

Geld war noch nie so günstig. Das spricht dafür, sich möglichst bald zu verschulden, wenn man ohnehin einen Immobilienkauf plant. So ist Baugeld bei zehnjähriger Zinsbindung zum Teil für weniger als 2,5 Prozent Zinsen zu bekommen. 100.000 Euro kosten so kaum mehr als 200 Euro Zinsen pro Monat. Wer zusätzlich zu Beginn zwei Prozent der Darlehenssumme tilgt, kann für rund 900 Euro Monatsrate 250.000 Euro Kredit bekommen. „Das ist ein historisches Allzeittief“, sagt Michiel Goris, Vorstandschef der Interhyp. „Wer kaufen will, sollte nicht mehr warten.“
Nur: Mit Geldanlage hat das alles wenig zu tun: „Die Idee vom Eigenheim als Kapitalanlage ist eine Illusion“, warnt Finanzplaner Michael Reeg aus Frankfurt. So fallen, wenn die Kredite abgezahlt sind, irgendwann garantiert hohe Instandhaltungskosten an. „Außerdem werfen Wohnimmobilien ohnehin nur geringe Renditen ab. Und solange man eine Wohnung selbst nutzt, kann man sie gar nicht verkaufen.“ Der größte Vorteil ist psychologischer Natur: Wer einen Kredit zurückzahlt, kann sein Geld nicht anderswo ausgeben. Hausbesitzer sparen deshalb für gewöhnlich mehr.

DIE VORSORGELÖSUNG

Soll das Eigenheim zur Geldanlage werden, muss man ausziehen und die Immobilie versilbern oder aber vermieten. Wenn die Miete stimmt und die Gegend langfristig sichere Einnahmen in Aussicht stellt, rechnen Experten langfristig mit etwas mehr als Werterhalt: Drei Prozent Rendite sind in guter Lage möglich, als lukrativer gelten Gewerbeimmobilien. Darauf ist indes kaum Verlass, denn das Risiko, dass Büros und Wohnungen zwischendurch leer stehen, ist hoch. Für Vielverdiener sind Baudenkmäler steuerlich interessant: Bei vermieteten Objekten lassen sich Modernisierungskosten innerhalb von 12 Jahren komplett von der Steuer absetzen. Wer selbst im Denkmal wohnt, kann in zehn Jahren immerhin 90 Prozent der Kosten geltend machen.

 

 
Der Beitrag ist Teil der großen impulse Altersvorsorge-Serie:

TEIL I: Vorsorgestrategien: Für Gründer / Für Durchstarter / Für Arrivierte
TEIL II: Vermögensaufbau mit Wertpapieren
TEIL III: Vermögensaufbau mit Immobilien: Das Eigenheim / Die Betriebsimmobilie / Der Immobilienfonds

 

 

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