Finanzen + Vorsorge Betriebsrente: Zahlen auch bei Mitarbeiterwechsel?

Seit Anfang des Jahres müssen Arbeitgeber eine Betriebsrente anbieten. Zahlen müssen sie häufig auch dann, wenn Mitarbeiter kündigen. Wichtig für Chefs: Wann behalten Arbeitnehmer Ansprüche auf eine Betriebsrente, und wie teuer wird es für den Unternehmer?

Seit dem 1. Januar 2002 sind Arbeitgeber verpflichtet eine Betriebsrente anzubieten. Doch Mitarbeiter wechseln im Laufe ihres Berufslebens oft den Arbeitgeber. Für Chefs ist es darum wichtig zu wissen, wann Mitarbeiter Ansprüche auf eine Betriebsrente behalten, und wie teuer es für den Unternehmer wird.

Wer hat nach einem Wechsel Anspruch auf Betriebsrente?

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Der Arbeitgeber kann die Rente zusätzlich zum Gehalt finanzieren. Seit Beginn des Jahres hat der Mitarbeiter auch einen Anspruch auf Entgeltumwandlung. Das heißt der Arbeitnehmer zahlt einen Teil seines Lohns in die vom Unternehmen organisierte Altersversorgung ein. Kündigt der Mitarbeiter, bleiben die Ansprüche nach seinem Ausscheiden bestehen. Zahlt der Chef in die Altersvorsorge ein, behält der Beschäftigte seine Ansprüche wenn:

  • er älter als 30 Jahre ist und
  • der Arbeitgeber seit mindestens fünf Jahren die Betriebsrente zugesagt hat.

Um in den Genuss der Betriebsrente zu kommen, galt bisher, dass der Mitarbeiter älter als 35 Jahre war und die Rentenzusage mindestens zehn Jahre bestand. Gehörte der Mitarbeiter schon seit mindestens zwölf Jahren zum Betrieb, reichte ein dreijährige Rentenzusage. Durch die Neuregelung können Arbeitnehmer also schneller das Unternehmen wechseln und dabei ihren Rentenanspruch behalten.

Wie teuer wird ein Mitarbeiterwechsel für den Chef?

Auf den Chef können durch einen Mitarbeiterwechsel zusätzliche Kosten zukommen. Der ehemalige Arbeitnehmer hat zwar lediglich Anspruch auf einen Teil der ursprünglich vereinbarten Rente, da ein Unternehmer sie unter der Annahme zusagt, dass der Mitarbeiter bis zum Rentenalter bei ihm arbeitet. Verlässt er die Firma, enden auch die Einzahlungen in die betriebliche Altersvorsorge.

Gibt der Unternehmer seinen Angestellten eine Direktzusage für die Altersvorsorge, trägt er das gesamte Risiko der Betriebsrente und deren Verwaltungskosten. In diesem Fall bildet der Arbeitgeber für die Rentenansprüche Rückstellungen. Deren Höhe muss er aus den zugesagten Leistungen selbst berechnen.

Wenn der Unternehmer die Altersvorsorge über einen externen Träger, wie die Pensionskasse, den Pensionsfonds, die Unterstützungskasse oder die Direktversicherung, abwickelt. Dann übernimmt der Versorgungsträger in der Regel die Verwaltung der betrieblichen Altersvorsorge. Je nach Vertrag muss der Arbeitgeber dennoch bis zum Versorgungsfall für den ehemaligen Mitarbeiter Verwaltungsentgelte an den Versicherer zahlen.

Versichern Arbeitgeber ihre Mitarbeiter über eine Direktzusage, eine Unterstützungskasse oder eine beliehene Direktversicherung, entstehen weitere Kosten. Unternehmer müssen über die Dauer der Beschäftigung hinaus bis zum Versicherungsfall Beiträge in den Pensions-Sicherungs-Verein einzahlen. Dieser Verein schützt die Arbeitnehmer gegen Insolvenz des Arbeitgebers.

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