Finanzen + Vorsorge Dax bricht dramatisch ein: Droht jetzt ein Aktiencrash?

Ein Aktienhändler am Montagmorgen an der Frankfurter Wertpapierbörse: Der Deutsche Aktienindex Dax ist am Morgen unter die Marke von 10 000 Punkten gefallen.

Ein Aktienhändler am Montagmorgen an der Frankfurter Wertpapierbörse: Der Deutsche Aktienindex Dax ist am Morgen unter die Marke von 10 000 Punkten gefallen. © dpa

Der Aktienindex Dax ist am Montag unter die wichtige Marke von 10.000 Punkten gefallen – und verlor damit binnen weniger Tage fast seinen ganzen Jahresgewinn. Ein Alarmsignal für einen drohenden Crash?

Die Furcht vor einer deutlichen Abkühlung der chinesischen Wirtschaft hat am Montag für einen Kurssturz am deutschen Aktienmarkt gesorgt. Der Leitindex Dax fiel zum Wochenbeginn deutlich unter die psychologisch wichtige Marke von 10.000 Punkten – und war damit so schwach wie seit Januar nicht mehr. Bis zum frühen Nachmittag verlor der Aktienindex mehr als vier Prozent und notierte zuletzt bei 9677 Zählern.

Welche Aktien zu den Verlierern zählen

Gründe für die Börsenturbulenzen sind die Sorge um die chinesische Wirtschaft und die Auswirkungen eines möglichen Endes des schnellen Wachstums auf die Weltkonjunktur. Chinas Behörden hatten zwar von Januar bis Juni noch ein Plus von sieben Prozent vermeldet. Das Wachstum war damit aber so schwach wie seit 25 Jahren nicht mehr. Auch in anderen Schwellenländern wie Brasilien stottert der Konjunkturmotor. Und die Schätzungen von Experten versprechen so schnell keine Besserung.

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Zu den größten Verlieren am deutschen Aktienmarkt zählten am Montag die Wertpapiere von Daimler, BMW und Volkswagen. Für die Autobauer ist China ein wichtiger Absatzmarkt. Aber auch die Aktien der Deutschen Bank, der Commerzbank und von Heidelberg Cement gaben deutlich nach.

Und wie geht es nun weiter? Droht nun der nächste Börsencrash?

Die schlechte Stimmung an den Aktienmärkten erscheine fast schon erdrückend, schrieb Marktstratege Mislav Matejka von der US-Bank JPMorgan in einer Studie. Die Konjunkturdaten würden das negative Bild allerdings nicht unbedingt untermauern. Den starken Einbruch am Aktienmarkt hält er deshalb für etwas übertrieben. Das sieht auch Marco Bargel, Chefvolkswirt bei der Postbank, so. „China ist wichtig für die deutsche Wirtschaft, gar keine Frage. Besonders für die Auto- und Maschinenbauer ist es ein wichtiger Absatzmarkt“, sagte er dem Handelsblatt. „Aber die chinesische Wirtschaft stürzt nicht ins Bodenlose. Die vielen Maßnahmen, die Regierung und Zentralbank gegen die Konjunkturabkühlung eingeleitet haben, werden mit zeitlicher Verzögerung wirken. China hat zudem noch viel Pulver übrig.“

Robert Halver, Chefanalyst der Baader Bank, geht davon aus, dass der Dax versuchen wird, sich gegen weitere Verluste zu stemmen, allerdings mit größeren Schwankungen. Wegen der Ferienzeit seien die Wochen um August und September für die Börse ohnehin schwierig, sagte Halver der Nachrichtenagentur dpa-AFX. Im Sommerloch wird weniger gehandelt und bei einem schwachen Volumen können wenige Marktteilnehmer stärkere Schwankungen auslösen.

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