Finanzen + Vorsorge Venture Network: Deutsche Börse verkuppelt Start-ups und Investoren

Die Deutsche Börse startet die Plattform "Venture Network".

Die Deutsche Börse startet die Plattform "Venture Network".© Fotolia / Jan Wowra

Mit ihrem neu gestarteten "Venture Network" will die Deutsche Börse Start-ups und Investoren zusammenbringen. Unter den Start-ups der ersten Stunde sind auch einige bekannte Namen.

Die Deutsche Börse hat ein Programm zur Förderung von Wachstumsunternehmen gestartet. Auf einer Plattform mit dem Namen „Deutsche Börse Venture Network“ will sie Start-ups mit potenziellen Investoren zusammenbringen. Junge Unternehmen können durch das Programm ein Netzwerk aufbauen und schon früh den Zugang zu neuem Kapital bekommen.

Laut Deutscher Börse besteht das Programm aus einer nicht-öffentlichen Online-Plattform zur Anbahnung von Finanzierungsrunden sowie verschiedenen Trainings- und Networking-Veranstaltungen. Die Unternehmen erhalten Zugang zu einem Multiplikatorenkreis, bestehend aus Politikern, Mentoren und erfahrenen Unternehmern. In Trainings- und Schulungsveranstaltungen können die Start-ups ihr Wissen rund um das Thema Kapitalmarktfinanzierung vertiefen.

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Deutsche Börse als Bindeglied

Martin Reck, Leiter des Kassamarktes, betont die wichtige Rolle der Deutschen Börse als Bindeglied: „Wir fördern den Austausch zwischen Unternehmen und Investoren frühzeitig und stellen unser komplettes Kapitalmarktwissen zur Verfügung, um dabei zu helfen, strukturelle Zugangs- und Informationsdefizite aufzulösen.“

Die Investoren stammen vor allem aus den Bereichen Private Equity, Risikokapital und Family Offices. Auch vermögende Privatpersonen können über die Plattform Kontakte zu Start-ups knüpfen.

Venture Network statt neuem Segment

Bei der Plattform handelt es sich explizit nicht, wie von Bundesregierung und Verbänden gefordert, um ein neues Börsensegment. Nach dem Scheitern des Neuer Markts im Jahr 1997 lehnt die Deutsche Börse ein eigenes Segment für Technologie-Unternehmer bisher ab. Stattdessen wurde das „Venture Network“ gegründet. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel, der ein eigenes Segment gefordert hatte, zeigt sich trotzdem zufrieden: „Im vergangenen Dezember habe ich einen kleinen Kreis hochrangiger Experten zu einem Round Table eingeladen. Dort haben wir darüber beraten, wie wir Unternehmen in der Wachstumsphase noch besser unterstützen können. Das Programm ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu unserem gemeinsamen Ziel, Börsengänge in Deutschland zu stärken.“

Dem Bundesverband Deutscher Startups geht das Netzwerk nicht weit genug. In einer Stellungnahme kritisiert der Verband: „Wenn wir zu lange damit warten, einen Börsenindex für Wachstumsunternehmen zu schaffen, werden sich unsere wachstumsstärksten Technologiegründungen für andere internationale Börsenplätze entscheiden oder zum Unternehmensverkauf gezwungen sein. Mit der Einführung des ‚Deutsche Börse Venture Networks‘ sehen wir daher die Diskussion über den Neuen Markt 2.0 in Deutschland noch lange nicht als abgeschlossen an.“

Welche Unternehmen können sich bewerben?

Nicht jedes neue Unternehmen kann am „Venture Network“ teilnehmen. Für die Aufnahme in das Programm gelten strenge Kriterien. Das Unternehmen muss sich bereits in der „Entwicklungsstufe der Spätfinanzierung, der sogenannten Growth-, Late- oder Pre-IPO-Phase befinden und erste unternehmerische Erfolge aufweisen“, heißt es von der Deutschen Börse. Außerdem werden andere Faktoren wie Umsatzwachstum, Unternehmenswert oder Profitabilität berücksichtigt.

Zum Start der Plattform sind 42 Investoren und 27 Start-ups dabei, vor allem aus den Bereichen E-Commerce, Kommunikation und Fin-Tech. Darunter die Online-Shops Brille24 und stylefruits, der Möbelanbieter Home24, das Finanz-Start-up Kreditech und das Biotech-Unternehmen Proteros.

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