Finanzen + Vorsorge Ende des Preisrutsches an den Zapfsäulen

Ein Auto an der Zapfsäule.

Ein Auto an der Zapfsäule.© ADAC

Die Spritpreise sind im Februar wieder spürbar gestiegen. Sind die rosigen Zeiten für Autofahrer vorbei?

Die rosigen Zeiten für Autofahrer waren kurz: Mitte Januar waren die Benzin- und Heizölpreise auf den niedrigsten Stand seit Jahren zurückgefallen. Ein Liter Superbenzin kostete zeitweise kaum mehr als 1,20 Euro, Diesel unter 1,10 Euro je Liter. Doch damit ist inzwischen wieder Schluss: Seit Anfang Februar sind die Preise an den Zapfsäulen wieder im Schnitt um zehn Cent gestiegen.

Ähnlich sieht es beim Heizöl aus. Von ihrem Tiefststand von 53 Euro für 100 Liter (bei Abnahme von 3000 Litern, inkl. Mehrwertsteuer) vor vier Wochen gingen die Heizölpreise wieder rauf auf 64 Euro. Das sind allerdings immer noch fast 20 Euro weniger als vor einem Jahr.

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Der Grund: Der Preis für Rohöl der Nordsee-Sorte Brent erholte sich von seinem Tief bei 46 Dollar je Barrel (150 Liter) und strebt gegenwärtig gegen 60 Dollar. Gleichzeitig schwächelt der Euro – was das in Dollar gehandelte Rohöl ebenfalls teurer macht.

Steigen die Spritpreise weiter?

Die spannende Frage lautet nun: Wie geht es weiter? Bankanalysten, Wirtschaftsforscher und Akteure auf den Märkten sehen sowohl Gründe für steigende wie auch für fallende Preise in diesem und den nächsten Jahren. Gut möglich scheint auch ein anhaltender Seitwärtstrend in den kommenden Monaten.

Shell-Chef Ben van Beurden erwartet zum Beispiel in diesem Jahr eine wachsende Nachfrage nach Öl. „Aber bei den heutigen Preisen wird das Angebot mit der Nachfrage nicht Schritt halten“, sagte er in der vergangenen Woche. Vielleicht gehe das Angebot sogar zurück. „Energieunternehmen könnten einen Teil ihrer existierenden Produktion stilllegen und neue Projekte verschieben oder ganz aufgeben.“ Andererseits: Bleibe die Ölförderung in den USA hoch und das globale Wachstum schwach, könnten die Preise für eine längere Zeit niedrig und volatil bleiben.

Für Maria van der Hoeven, Generalsekretärin der Internationalen Energie Agentur (IEA), ist sogar eine neue Epoche auf dem Ölmarkt angebrochen. „Das Schieferöl aus den USA hat die Spielregeln verändert“, sagte sie. „Es gab noch nie eine Situation wie heute.“ Dazu gehöre, dass die US-Förderung sich künftig flexibel der Nachfrage am Ölmarkt und den schwankenden Ölpreisen anpasse. Damit würden die USA quasi die Rolle des Opec-Landes Saudi-Arabien übernehmen, das bislang als sogenannter „Swing Producer“ die Preise stark beeinflussen konnte.

Dämpfer für den Fracking-Boom in den USA

Saudi-Arabien wollte seine Produktion zuletzt nicht drosseln und befeuerte damit den massiven Ölpreisverfall. Durch die niedrigen Preise rechnet sich allerdings das Geschäft für immer mehr Frackingfirmen in den USA nicht mehr. Unternehmen, die zu viele Schulden haben, droht die Pleite. Mitarbeiter werden gekündigt, Investitionen in neue Projekte gestrichen. Bei einem Ölpreis von weniger als 70 Dollar sind nach Einschätzung der Investment Bank Goldman Sachs nur noch ein Drittel aller Investitionen profitabel.

Der Tiefstand beim Ölpreis könnte dem Fracking-Boom in den USA einen deutlichen Dämpfer versetzen. Mit den günstigen Spritpreisen an der Tankstelle dürfte es dann vorbei sein.

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