Finanzen + Vorsorge Exporte steigen trotz Ukraine-Krise erneut auf Rekordniveau

Luftbild vom Hamburger Hafen: Auch der Export legte 2014 zu - trotz der Auswirkungen durch die Russland-Sanktionen.

Luftbild vom Hamburger Hafen: Auch der Export legte 2014 zu - trotz der Auswirkungen durch die Russland-Sanktionen. © HHLA

Obwohl die Konjunktur in den wichtigen Euro-Partnerländern schwächelt und das Russland-Geschäft unter der Ukraine-Krise leidet, eilt die deutsche Exportindustrie von Rekord zu Rekord - auch dank der Euroschwäche und den günstigen Ölimporten.

Der schwache Euro treibt die deutsche Exportwirtschaft zu immer neuen Rekorden. Im Oktober kletterten die Ausfuhren auf 103,9 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden berichtete. Sie sprangen damit über den bisherigen Exportrekord vom September mit 102,5 Milliarden.

„Deutschlands Handel ist stark, denn die Exporte sind in diesem Jahr robust gestiegen – trotz Putin-Schock und schwächelnder Schwellenländer“, sagte Ökonom Christian Schulz von der Berenberg Bank.

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Die deutschen Ausfuhren lagen im Oktober um 4,9 Prozent höher als im Vorjahr, die Einfuhren um 0,9 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat September sanken die Exporte kalender- und saisonbereinigt zwar um 0,5 Prozent. Volkswirte hatten aber mit einem stärkeren Rückgang um 1,7 Prozent gerechnet.

Waren „Made in Germany “ immer beliebter

Gleichzeitig gingen die Einfuhren auf Monatssicht spürbar um 3,1 Prozent zurück. Das könne zwar auch an einer geringeren Nachfrage liegen. Schulz betont aber: „Der Preisverfall beim Öl seit Oktober hatte wahrscheinlich einen wesentlich größeren Effekt.“ In den kommenden Monaten dürften Unternehmen und Verbraucher zunehmend von den günstigeren Ölimporten profitieren.

Die Nachfrage nach Waren „Made in Germany“ entwickelte sich vor allem in EU-Ländern außerhalb der Eurozone sehr stark. Die Exporte in diese Ländergruppe, zu der etwa Großbritannien oder Polen gehören, kletterten binnen Jahresfrist um 7,6 Prozent auf 22,2 Milliarden Euro. Die Lieferungen in Drittländer stiegen ebenfalls kräftig um 6,3 Prozent auf 44,2 Milliarden Euro.

Erster Effekt des schwächeren Euro

„Neben den positiven Effekten der anziehenden Konjunktur in den USA und UK (Großbritannien) ist hier wohl bereits ein erster Effekt des schwächeren Euro erkennbar“, sagte Stefan Kipar von der BayernLB.

Durch die Euroschwäche werden deutsche Produkte auf den Weltmärkten günstiger. Aufgrund der Wechselkursentwicklung sei davon auszugehen, dass die Ausfuhren auch in den kommenden Monaten anziehen: „Der negative Russland-Effekt im Export dürfte hiervon mehr als kompensiert werden.“ Das Russlandgeschäft ist durch die westlichen Sanktionen und die Wirtschaftskrise in dem von Kremlchef Wladimir Putin geführten Staat beeinträchtigt.

Die Ausfuhren Deutschlands in den Euroraum lagen im Oktober mit 37,5 Milliarden Euro nur 1,9 Prozent über Vorjahr. In den ersten zehn Monaten des Jahres steht aber ein Plus von 2,5 Prozent. Schulz betont: „Europa ist damit wieder ein Stabilitätsanker für die deutsche Exportwirtschaft.“

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