Finanzen + Vorsorge EZB-Entscheidung: Leitzins bleibt bei 0,05 Prozent

EZB-Präsident Mario Draghi

EZB-Präsident Mario Draghi © EZB

Die Europäische Zentralbank (EZB) hält am Zinstief fest und belässt den Leitzins bei 0,05 Prozent. Zentralbankgeld ist damit weiter billig wie nie. Doch trotz der Geldschwemme ist die Inflation im Euroraum bedenklich niedrig und die Konjunktur will nicht recht anspringen.

Europas Währungshüter halten am Zinstief fest und ringen um weitere Mittel gegen die Mini-Inflation und Konjunkturschwäche in vielen Ländern der Euro-Zone. Der Leitzins im Euroraum bleibt nach dem Beschluss des EZB-Rates vom Donnerstag auf dem Rekordtief von 0,05 Prozent. Das teilte die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt mit.

Weil das viele billige Geld bislang weder die Teuerung wie gewünscht anheizt noch die Konjunktur richtig in Schwung bringt, wird über weitere Sondermaßnahmen diskutiert. Viele Ökonomen rechnen inzwischen damit, dass die EZB schon bald in den breit angelegten Kauf von Anleihen einsteigen wird.

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Befürworter hoffen, dass der Erwerb von Unternehmens- und Staatsanleihen durch die Notenbank die Wirtschaft ankurbelt – und zugleich die Inflation wieder in Richtung des EZB-Zieles befördert. Allerdings sind Anleihenkäufe umstritten.

Niedrige Inflationrate im Euroraum

EZB-Präsident Mario Draghi hatte immer wieder die Entschlossenheit der Notenbank betont, sich mit allen Mitteln gegen einen Preisverfall zu stemmen. Erst kürzlich versprach er: «Wir werden tun, was wir müssen, um die Inflation und die Inflationserwartungen so schnell wie möglich anzuheben.»

Im November lag die jährliche Teuerungsrate im Euroraum nach einer ersten Schätzung der Statistikbehörde Eurostat nur noch bei 0,3 Prozent. Sie entfernt sich damit immer weiter von der EZB-Zielmarke. Die Notenbank strebt mittelfristig stabile Preise bei einer Inflationsrate knapp unter 2,0 Prozent an.

Die Mini-Inflation lässt die Furcht vor dem Abrutschen in eine Deflation wachsen – also einer Abwärtsspirale der Preise, welche die ohnehin lahmende Konjunktur weiter bremsen könnte. Erst vor drei Monaten hatte die EZB sowohl ihre Wachstums- als auch ihre Inflationsprognose für das laufende Jahr gesenkt. Die Notenbank erwartet demnach 0,6 Prozent Jahresteuerung für 2014 und 1,1 Prozent für 2015. Für das Wirtschaftswachstum im Euroraum ging die Notenbank im September von 0,9 Prozent für 2014 und 1,6 Prozent für 2015 aus.

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