Finanzen + Vorsorge EZB plant Sepa für EC-Karten

Kartenzahlung soll künftig zur Regel werden.

Kartenzahlung soll künftig zur Regel werden.© thanatip - Fotolia.com

Das Bezahlen mit Bargeld macht mehr Arbeit als mit Giro-Karten - und kostet auch mehr. Um die Kosten für Unternehmen zu drücken, will die EZB, dass Verbraucher häufiger zur Plastikkarte greifen. Dafür sollen künftig - wie schon bei Überweisungen - gleiche Vorschriften und technische Standards gelten.

Die Europäische Zentralbank (EZB) will nach Überweisungen und Lastschriften auch Kartenzahlungen europaweit vereinheitlichen. Ziel der Harmonisierung im gemeinsamen Zahlungsraum Sepa sind Kostensenkungen über gleiche Vorschriften und technische Standards, wie die Notenbank am Dienstag in Frankfurt mitteilte. Zugleich sehen die Experten noch großes Wachstumspotenzial für Kartenzahlungen in allen EU Ländern, vor allem in Mittel- und Südosteuropa.

„Sepa für Karten ist der nächste logische Schritt bei der Integration des europäischen Markts für den Massenzahlungsverkehr“, sagte EZB-Direktoriumsmitglied Yves Mersch und unterstützte damit einen Verordnungsvorschlag der EU: „Es ist kaum zu glauben, doch noch heute stoßen Verbraucher und Händler, aber auch Banken und andere Zahlungsdienstleister beim Ausführen beziehungsweise Akzeptieren von Kartenzahlungen auf Hindernisse oder geografische Unterschiede, die aus der Zeit vor der Einführung des Euro herrühren.“ Mersch forderte die Wirtschaft auf, einen wettbewerbsfähigen Markt für die Abwicklung von Kartenzahlungen zu schaffen und die Entwicklung und Anwendung technischer Standards voranzutreiben.

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Zahlungsvorgänge wegen Barzahlungen zu teuer

Vor allem wegen der vielen Barzahlungen beziffert die EZB die Kosten für Zahlungsvorgänge in der EU auf insgesamt ein Prozent der Wirtschaftsleistung oder jährlich 130 Milliarden Euro. Das seien beträchtliche, wenn auch weitgehend unsichtbare Betriebskosten für die Wirtschaft, erklärte die Notenbank: „Die Förderung effizienter Massenzahlungsdienste, die einen konkreten wirtschaftlichen Nutzen bringen können, ist eines der Kernziele der EZB und der nationalen Zentralbanken des Eurosystems.“

Dem Zahlungsraum Sepa („Single Euro Payments Area“) gehören neben den EU-Ländern Island, Liechtenstein, Monaco, Norwegen, San Marino und die Schweiz an. Für Zahlungen nutzen Europäer am häufigsten Karten, auch die Wachstumsraten seien höher als bei Überweisungen oder Lastschriften. Nach den Angaben hielten sich im Jahr 2000 Zahlungen per Karte, Überweisung und Lastschrift noch beinahe die Waage. 2012 fielen jedoch schon 40 Milliarden Kartenzahlungen an, aber nur 26 Milliarden Überweisungen und 23 Milliarden Lastschriften.

Und das Potenzial ist nach dem EZB-Bericht enorm, vor allem in Südost- und Mitteleuropa: „Während Schweden im Jahresdurchschnitt 230 Mal per Karte zahlen, setzen Bulgaren, Rumänen und Griechen ihre Karten weniger als zehnmal ein.“ Selbst im „kartenfreundlichen“ Frankreich müssten die Menschen ihre Kartenzahlungen demnach um 72 Prozent erhöhen, um das Niveau in den drei führenden Ländern Finnland, Dänemark und Schweden zu erreichen.

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