Finanzen + Vorsorge Fed hält an historischem Niedrigzins fest

Mit Spannung blickten die Börsen auf die geldpolitischen Entscheidungen der US-Notenbank Fed. Große Überraschungen gab es auch dieses Mal nicht: Der Leitzins bleibt auf seinem Rekordtief.

Die US-Notenbank Fed sieht derzeit keine Zinswende vor Beginn des Jahres 2015. Der historisch niedrige Leitzins werde noch „für längere Zeit“ unverändert zwischen null und 0,25 Prozent bleiben, teilte die Federal Reserve (Fed) am Mittwoch (Ortszeit) in Washington mit. Die Vorsitzende Janet Yellen stellte klar, dass es für den Zeitpunkt möglicher Zinserhöhungen „keine mechanische Formel“ gebe. Grund für die lockere Geldpolitik sei vor allem die anhaltend erhöhte Arbeitslosigkeit in den USA.

Insgesamt befindet sich die größte Volkswirtschaft der Welt nach Ansicht der Fed aber auf gutem Kurs. „Wir haben weitere Zuwächse auf dem Arbeitsmarkt gesehen“, sagte Yellen. Zwar werde das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in diesem Jahr deutlich weniger zulegen als zuletzt erwartet. Dafür sinke aber die Arbeitslosenquote schneller als bisher gedacht.

Anzeige

Wie erwartet setzt die Notenbank ihre Drosselung der monatlichen Anleihekäufe zur Stützung der Konjunktur fort. Bereits zum fünften Mal in diesem Jahr fährt sie den Erwerb langfristiger Staatsanleihen und Immobilienpapiere um 10 Milliarden Dollar (7,4 Mrd Euro) pro Monat zurück. Damit sinkt die Summe von ursprünglich 85 auf künftig 35 Milliarden Dollar monatlich. Die Fed bekräftigte, sie wolle sich schrittweise von dieser außergewöhnliche Konjunkturmaßnahme verabschieden.

Fed senkt Prognose für Wirtschaftswachstum

Für das laufende Jahr senkte die Fed ihre BIP-Prognose auf 2,1 bis 2,3 Prozent. Im März hatte sie noch ein Wachstum von 2,8 bis 3,0 Prozent erwartet. Für den Arbeitsmarkt zeigten sich die Währungshüter wie bereits im März zuversichtlicher. Im laufenden Jahr rechnet die Notenbank nun mit einer Arbeitslosenquote von 6,0 Prozent bis 6,1 Prozent. Zuletzt hatte die Prognose zwischen 6,1 Prozent und 6,3 Prozent gelegen. Derzeit liegt die Quote bei 6,3 Prozent.

Die aufbauenden Aussagen Yellens verpassten den US-Börsen einen Schub und hoben den S&P-500-Index auf ein Rekordhoch. Auch der Dow Jones Industrial zog an und näherte sich wieder seiner Anfang Juni erreichten Bestmarke. Nach einem verhaltenen Start zog um 0,58 Prozent auf 16 906,62 Punkte. Von seinem Rekordhoch ist der berühmteste Aktienindex der Welt damit nur noch gut 60 Punkte entfernt.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.