Finanzen + Vorsorge Frankfurt wird zur Yuan-Drehscheibe

Die Skyline von Frankfurt am Main.

Die Skyline von Frankfurt am Main.© PIA Stadt Frankfurt am Main/Tanja Schäfer

Die Wirtschaftsmacht China will ihre Währung international stärken. Frankfurt wird zum ersten Yuan-Handelszentrum im Euroraum. Deutsche Firmen soll dadurch Geld und Zeit sparen.

Als erste Stadt im Euroraum soll Frankfurt in zwei Wochen zum Handelszentrum für Chinas Währung aufsteigen. Kunden könnten vom 17. November an ihre Transaktionen in Yuan über die neueingerichtete Drehscheibe (Clearing-Stelle) der Bank of China in Frankfurt tätigen, kündigte Bernd Meist, Geschäftsleiter der Frankfurter Niederlassung der Bank, am Montag gegenüber der Nachrichtenagentur dpa in Peking an. „Wir haben jetzt einen direkten Zugang nach China“, sagte Meist.

Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) wertete den Ausbau Frankfurts zu einem internationalen Handelsplatz für die chinesische Währung als wichtigen Schritt für die Wirtschaft. Besonders kleine und mittelständische Unternehmen könnten von den Möglichkeiten profitieren. Zwar seien auch jetzt schon über Umwege wie Hongkong Geschäfte in Yuan (auch Renminbi genannt) möglich, „aber bisher kostet das wahnsinnig viel Geld“, erklärte der Minister. Mit dem Aufbau einer Clearing-Bank in Frankfurt werde den Unternehmen das Geschäft in der asiatischen Währung erleichtert. Frankfurt wetteifert mit Standorten wie London und Luxemburg, da auch dort Yuan-Clearing-Banken aufgebaut werden.

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Bei dem Ringen um Handelsplätze für die chinesische Währung geht es um das Recht, Yuan-Guthaben transferieren zu dürfen. Im Juni hatte die chinesische Zentralbank die Bank of China zur Clearing-Bank für Frankfurt ernannt. Ähnlich operiert die Bank bereits seit Jahren in Hongkong und Macao. Die Clearing-Bank fungiert als Verrechnungsstelle für Bankgeschäfte in Yuan.

China weicht Währungsschranken auf

Mehr als ein Dutzend Banken habe sich Meist zufolge bereits für Geschäfte in Yuan an die Bank of China gewandt. Mit der Arbeit wolle sich sein Finanzhaus als verlässlichen Teil der Finanzindustrie in Frankfurt beweisen, und seine Dienstleistungen zu günstigen Konditionen anbieten.

Der Yuan ist im Gegensatz zu anderen Währungen wie Dollar oder Euro nicht frei handelbar. Mit dem Aufbau der Handelszentren wie etwa in Frankfurt und London hebt China jedoch schrittweise einige seiner Währungsschranken auf. Der Yuan ist bisher zwar im Warenverkehr umtauschbar, aber bisher nicht in Kapitaltransaktionen.

Es ist bereits der direkte Handel zwischen Chinas Währung und dem US-Dollar, dem australischen und dem neuseeländischen Dollar sowie dem japanischen Yen möglich. Finanzexperten gehen davon aus, dass sich der Yuan mittelfristig zu einer der wichtigsten internationalen Devisen entwickeln könnte.

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