Finanzen + Vorsorge Geld sitzt locker: Was die Deutschen für Weihnachtseinkäufe ausgeben wollen

Das Geld für Weihnachtsgeschenkesitzt bei den Deutschen in diesem Jahr locker.

Das Geld für Weihnachtsgeschenkesitzt bei den Deutschen in diesem Jahr locker.© Allie Towers Rice/Flickr/Lizenz:

Spiele, Schmuck und Technik: Die Zettel für die Weihnachtseinkäufe sind in diesem Jahr lang, das Budget höher als sonst. Der Bummel in der Stadt lockt mehr als das Internet.

Vor Weihnachten ist die Welt für den Handel in Deutschlands Innenstädten noch in Ordnung. Das Einkaufserlebnis zwischen Glühweinständen und Tannenbäumen lassen sich die Deutschen auch in Zeiten des Internets nicht nehmen. Einkaufszentren, Fachgeschäfte und Warenhäuser in der Stadt rangieren in der Gunst der Kunden vor Online-Bestellungen, ergab eine Umfrage im Auftrag des Handelsverbands Deutschland (HDE).

Die beste Nachricht für den Handel aber lautet in diesem Jahr: Das Geld sitzt richtig locker. 447 Euro wollen die Deutschen durchschnittlich für Weihnachtsgeschenke ausgeben, so viel wie nie zuvor, ergab die HDE-Umfrage unter rund 38.000 Käufern.



Das wollen die Deutschen zu Weihnachten verschenken
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Das Weihnachtsgeschäft könnte damit nach der Prognose des Handelsverbands 85,5 Milliarden Euro schwer werden – und das Vorjahr um eine Milliarde überflügeln. „Robustes Verbrauchervertrauen“ nennt das HDE-Präsident Josef Sanktjohanser. Die Lage sei günstig – Arbeitsmarkt stabil, Einkommen leicht gestiegen. Und Sparen nutze bei drohenden Negativ-Zinsen auch wenig, ergänzt Oliver Gansser von der Hochschule für Oekonomie & Management in München, die die Umfrage organisiert hat.

Fast ein Viertel will mehr ausgeben

Ihn wundern die Antworten deshalb nicht: Fast ein Viertel der Deutschen will dieses Jahr für Weihnachtsgeschenke der Umfrage zufolge mehr ausgeben als früher, nur rund ein Fünftel weniger. Mehr als die Hälfte der Käufer (57,9 Prozent) bleibt beim bisherigen Budget. Dabei gibt es regional durchaus Unterschiede. Mit einem Spitzenwert von 506 Euro für Weihnachtsgeschenke sind die Bayern besonders großzügig – die Berliner mit 409 Euro dagegen am knauserigsten, wie die Befragung ergab.

Auch die soziale und private Situation spiegelt sich in den Gaben. Alleinerziehende und Singles ohne Kinder investieren unterdurchschnittlich in Geschenke. An der Spitze liegen dagegen Paare mit Kindern, auch wenn die schon gar nicht mehr zu Hause wohnen. In der höchsten Gunst der Schenkenden steht aber der Lebenspartner, so die Umfrage. Fast drei Viertel der Befragten wollen ihn oder sie bedenken. Die Mehrzahl der sonstigen Gaben geht an Eltern, Kinder oder andere Verwandte. Fast die Hälfte beschenkt Freunde, jeder zehnte macht auch Arbeitskollegen eine Freude. Fast acht Prozent spenden an soziale Träger.

Damit blickt der Handel optimistisch auf das Weihnachtsfest. Traditionell erzielen Läden in der freudigen Stimmung vor dem Fest bis zu einem Fünftel ihres Jahresumsatzes, hat der HDE errechnet. Die Kassen klingeln besonders süß, wenn es um Spielwaren, Bücher, Uhren, Schmuck, Unterhaltungselektronik und Kosmetika geht. Bei Kleidung und Schuhen muss das Wetter mitspielen. Der ungewöhnliche warme Oktober und November lässt die Branche zur Zeit nicht gerade glücklich aussehen. Kälte sei besser fürs Geschäft. Und auch weitere Bahnstreiks am Wochenende könnten Kunden vergraulen, fürchtet der Verband.

Innenstadt-Geschäfte müssen mit Online-Welt teilen

Ein Grundproblem für die Innenstadt-Geschäfte ist mit der wachsenden Kauflust jedoch noch nicht gelöst. Der Kuchen muss mit der Online-Welt geteilt werden. Mit 10 Milliarden Euro wird das Weihnachtsgeschäft dort zu Buche schlagen nach 8,5 Milliarden Euro im Vorjahr, so die Prognose – bei einem Gesamtumsatz von 39 Milliarden Euro 2014. Damit werde jenseits des Lebensmittel-Bereichs bereits jeder fünfte Euro über das Internet umgesetzt, berichtet Sanktjohanser.

Von der Bestellung im Netz profitieren aber längst nicht alle Händler. Bisher ist laut HDE erst rund ein Drittel der Läden auch online für seine Kunde da, besonders häufig sind es große Ketten – eher selten das kleine Fachgeschäft, das der Inhaber selbst führt. Jenseits der Weihnachtsfreude rechnet der Verband hier mit dem großen Sterben: Bis 2020 könnten bundesweit 50.000 Händler-Standorte vom Markt verschwinden.

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