Limit für Barzahlungen Barzahlung künftig nur noch bis 5000 Euro?

Die Bundesregierung erwägt für Barzahlungen ein Limit von 5000 Euro.

Die Bundesregierung erwägt für Barzahlungen ein Limit von 5000 Euro. © picture alliance / dpa

Rechnungen ab 5000 Euro darf man womöglich bald nicht mehr bar begleichen: Die Bundesregierung erwägt die Einführung einer Obergrenze für alle Barzahlungen im Inland. Was sagen Sie dazu?

Die Bundesregierung erwägt die Einführung einer Obergrenze für die Bezahlung mit Bargeld. „Wir können uns eine Größenordnung von 5000 Euro vorstellen“, sagte Finanzstaatssekretär Michael Meister (CDU) am Mittwoch in Berlin. Von einem solchen Bargeld-Limit hatte zuvor die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) berichtet. Eine nationale Obergrenze soll es nach Meisters Worten aber nur geben, wenn keine europäische Lösung zustande kommt.

Schon vor Monaten hatte der nordrhein-westfälische Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) ein Bargeld-Limit von 2000 oder 3000 Euro ins Gespräch gebracht. Der Sozialdemokrat will damit Schwarzgeldgeschäfte und Steuerhinterziehung unterbinden. Er verwies auf vergleichbare Obergrenzen in anderen Staaten Europas.

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Treffen würde ein Verbot großer Bargeldzahlungen in Deutschland unter anderem den Handel. „Wir sehen die Pläne eher kritisch, da ein negatives Signal auf die Verwendung von Bargeld ausgehen könnte“, sagte Ulrich Binnebößel vom Handelsverband Deutschland (HDE) der FAZ. Bargeld werde im Handel nach wie vor uneingeschränkt akzeptiert. „Dies sollte auch so lange so bleiben, wie der Kunde die Zahlung mit Noten und Münzen wünscht“, sagte Binnebößel. „Neben Autohandel und Juwelieren sind unter anderem der Möbelhandel, der Cash-und-Carry-Großhandel und bestimmte Textilhändler und Fachgeschäfte im Luxussegment von der geplanten Regelung betroffen.“

Oberster Verbraucherschützer warnt

Auch ein Großteil der Bevölkerung will nicht aufs Bargeld verzichten. Im vergangenen Jahr hatten sich in einer Erhebung drei Viertel der Befragten dagegen ausgesprochen, dass Deutschland dem Weg Dänemarks folgt, Händlern die Annahme von Bargeld künftig freizustellen.

Klaus Müller, oberster Verbraucherschützer, warnt: „Bargeldloses Einkaufen mag für viele einfach und komfortabel sein“, schrieb er in einem Beitrag für die Diskussionsplattform Xing Klartext. Eine bargeldlose Welt müssten die Verbraucher teuer bezahlen, insbesondere wegen der Datenspuren, die jeder hinterlässt, der auf elektronischem oder digitalem Wege zahlt.

CSU-Politiker Erwin Huber argumentiert dagegen bei Xing Klartext: „Zur ökonomischen Zukunft von Handel, Handwerk und Mittelstand gehört die Digitalisierung aller Abläufe. Die Umstellung für Verbraucher ist jedenfalls nicht unzumutbar.“


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Sollte es künftig beim Barzahlen eine Obergrenze von 5000 Euro geben?

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7 Kommentare
  • Martin S. 5. Februar 2016 08:06

    Jawohl, irgendwie haben Sie hier alle Recht:

    Gärtner: Politiker sind häufig nicht die Lösung, sondern das Problem.

    Seeger: Unsere Freiheit wird immer weiter eingeschränkt.

    Odendahl: scheinbar gesetzmäßig fortschreitende Inkompetenz

    Ersfeld: auseinanderdriftende soziale Schichten – Pseudoproblemlösungen durch abgehobene Politik.

    Wenn ich mich umschaue in der Welt, so erkenne ich jedoch das unsere Probleme Luxusprobleme sind. Die 5000,- € Obergrenze halte ich für einen Schritt in die richtige Richtung. Zwar wird damit nicht die Korruption, die Geldwäsche und der Schwarzmarkt wirklich eingedämmt, zumindest jedoch partiell gestört. Und die Juweliere, die Gebrauchtwagenhändler und Luxuswarenboutiquenbetreiber werden vielleicht weniger Umsatz machen. Wäre nach meiner Ansicht auch gut, wenn weniger unversteuertes Geld (Schwarzgeld) durch deren Kassen gewaschen wird. Sorry, nach wie vor leben wir in diesem Land sicher, friedlich, können unsere Betriebe entwickeln, die großartigen Strukturen nutzen und haben bisher, trotz aller Inkompetenz um uns herum, weitgehend sozialen Frieden. Und deshalb bin ich einer derer die ehrlich, gern und viel Steuern zahlen. Das heißt selbstverständlich nicht, das ich mit allen Entwicklungen zufrieden bin. Waffenhandel, Ausbeutung Afrikas und der ganzen 3. Welt durch den Westen… alles Sachen an denen wir bisher großartig verdienten, die uns jetzt jedoch gerade um die Ohren fliegen. Und es ist nicht sicher ob wir die Büchse der Pandora wieder schließen können.

    • Anonymous 9. Februar 2016 11:09

      Vermutlich werden Sie Schwarzgeldkassen bei Juwelieren und Gebrauchtwagenhändlern eher sehr sehr selten erleben. Denken Sie an die registrierten Diamanten, an die Fahrzeugpapiere…. die komplette Dokumentation ist wie die Kühlkette eines Supermarktes. Wird sie nicht eingehalten fällt das sehr deutlich auf.

      Wie wäscht die Mafia seit vielen Jahrzehnten Ihr Geld? In Amerika: in den Kasinos (zumindest bis sie da mal festgestellt haben, dass die Einnahmen der Kasinos den Wert der Geldwäsche bei weitem überschreiten… seitdem sollen die wohl recht sauber sein, um die Gewinne nicht zu gefährden.)
      In Deutschland: Durch Pizzerien. Oder können SIE sagen wieviele Pizzen die heute verkauft haben?

      Die kosten übrigens keine 5000€ 😉
      Man muss immer dann genau hinschauen, wenn einem Argumente vorgesetzt werden, die genauer betrachtet keinerlei Halt besitzen. Und das schöne an diesen schlechten Argumenten?….
      Man kann sie runterziehen von 5000€ auf 5€.
      Denn die Pizza muss eingedämmt werden!… erm… ich meine das Schwarzgeld!

      So wird also die 5000er Grenze nichts bewirken und die verantwortlichen Politiker werden in einigen Monaten bzw. ein oder zwei Jahren sagen: „Naja… die Grenze war zu hoch angesetzt… dadurch hat sich kaum etwas verändert. Wenn wir die Transaktionen auf 1000€ senken, dann wird das ein enormer Schlag gegen Korruption, Kinderpornos, Schwiegermütter, Schwarzgeld, böse Kinder die nicht schlafen wollen und all die 7000 Jahre alten anderen Kleinverbrechen!“

      Und dann wird es wieder einige Leute geben, die sagen: „Hey, Karte… das ist die Zukunft! Man sollte das Bargeld verbieten!“

      Aber mein Favorite…. mein absoluter Liebling….
      „Ich zahle immer mit Karte. Wozu also Bargeld? Man sollte es verbieten.“

      Ernsthaft!???

  • Claudia Ersfeld 4. Februar 2016 15:52

    Interessant, worum sich unsere Politiker alles kümmern. Ich staune. Schätze, die Menschen die nicht einmal 5.000 Euro haben, staunen erst recht, womit Staatsangestellte jenseits aller bürgerlicher Geldsorgen sich den lieben langen Tag beschäftigen.
    Packt doch bitte endlich mal ein paar echte Probleme an – es ist ja nicht so, als hätten wir Mangel daran – hängt Euch bis zu den Ellenbogen rein und bastelt Euch nicht zu Profilierungszwecken irgendwelche Pseudoprojekte, nur damit Ihr Euch selber mal sagen könnt: „Hey, das habe ICH auf den Weg gebracht.“ Werdet endlich StaatsDIENER; dafür wurdet Ihr angestellt und dafür werdet Ihr bezahlt.

  • Odendahl Uwe 4. Februar 2016 08:53

    Worum geht es hier genau ? Richtig, vollkommene Transparenz der Geldströme im Namen der steuerlichen Hoheit der Regierung.
    Weil immer höhere Kosten in Verwaltung unserer selbst bezahlt werden muß.
    Um mich herum in Köln sehe ich in der Verwaltung eine solch immense Inkompetenz, das mir graut.
    Aber Inkompetenz erfordert Manpower, Inkompetenz braucht Geld. Um den Steuerbürger optimal zu steuern , benötigt es genaue Information über sein Ausgabeverhalten, also bargeldlos ist die Zukunft, keine anonymisierten Zahlungen mit „GELD“.

    Aber das ist aussschliesslich zu unserem Schutz vor Terrorismus.
    Danke Ihr fürsorglichen Politiker, Ihr denkt ausschliesslich an das Wohl der Bürger, allesamt nur gute Hirten.

    Das schlimme daran ist nur die Borniertheit gegenüber der Intelligenz der Anderen.

    • Anonymous 9. Februar 2016 10:57

      Stimmt. Wenn man es einfach und kurz fassen will: Mit diesen vorgeschobenen, dahingelatzten Argumenten beleidigen diese Politiker schlicht und ergreifend unser aller Intelligenz.

  • Hans-Jürgen Seeger 3. Februar 2016 18:43

    Es ist schon lange klar, dass die Politiker in Berlin nicht mehr bei Verstand sind.
    Unsere Freiheit wird immer mehr eingeschränkt.
    Ich empfehle eine Volksabstimmung wie in der Schweiz zu diesem Thema.
    Dann wissen die endlich was der Bürger denkt.

    Hans-Jürgen Seeger

  • Uwe Gärtner 3. Februar 2016 14:34

    Bargeldverbot bedeutet eine hohe Beschränkung unserer Freiheit!!Die Argumente sind nicht treffend!
    Wer fragt uns Bürger ,was wir wollen??Wir sind der Staat und das Volk!!
    Der völlig kontrollierbare Bürger soll geschaffen werden.
    Was leistet die Politik?Keine Lösungen nur Verwirrung und Chaos sind Ihre Antworten!

    Uwe Gärtner

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