Heizkosten sparen 5 Tipps, wie Sie Heizkosten senken – und was sie wirklich bringen

Wer das Thermostat runterdreht, kann seine Heizkosten senken: Ein Grad weniger spart rund sechs Prozent weniger Heizenergie.

Wer das Thermostat runterdreht, kann seine Heizkosten senken: Ein Grad weniger spart rund sechs Prozent weniger Heizenergie.© Andrea Warnecke / dpa

Wer Heizkosten sparen will, findet viele Tipps, die sich mit wenig Aufwand und ohne Komfortverlust umsetzen lassen. Aber wie viel spart man wirklich damit? Reicht es für einen Restaurantbesuch? Oder gar für einen Kurzurlaub?

Machen wir uns nichts vor: Der beste Tipp wird oft nicht angenommen. Das gilt auch für die Ratschläge zum Sparen bei den Heizkosten, die man Jahr für Jahr liest. Man setzt sie einfach doch nicht um. Aber manches bleibt vielleicht hängen, wenn man weiß, wie viele Euro die eine oder andere einfache Veränderung in eigenen Verhalten ausmacht. Experten wurden kurz vor Beginn der Heizperiode gefragt: Was bringt das alles denn wirklich?

1. Ein Grad kühler: Bis zu 115 Euro bei einer Gasheizung

Der Tipp: Wer die Heizung minimal runterdreht, verliert nicht an Komfort. Er spart aber Geld. Die optimale Temperatur von Wohnräumen liegt laut der Deutschen Energie-Agentur (dena) bei 19 bis 21 Grad. Im Schlafzimmer kann es weniger sein, aber nicht unter 16 Grad.

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Was bringt das? Jedes Grad weniger spare rund sechs Prozent Heizenergie ein, erklärt die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online in Berlin. Das haben Stichproben bestätigt. Bei einem durchschnittlichen unsanierten Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern und 22.500 Kilowattstunden Verbrauch pro Jahr lassen sich mit einer Gasheizung 1350 Kilowattstunden und damit etwa 115 Euro pro Jahr einsparen. Bei Heizöl macht es 65 Euro aus. Im teilsanierten Altbau mit 18.000 Kilowattstunden Verbrauch sind bei einer Gasheizung 1080 Kilowattstunden und 90 Euro möglich, mit Ölheizung 55 Euro.

2. Stoß- statt Dauerlüften: Bis zu 240 Euro im Jahr sparen

Der Tipp: Dauerhaft gekippte Fenster kühlen einen Raum und seine Wände aus, man lüftet damit auch die teure Heizwärme weg. Daher raten Experten, besser stoßzulüften – mehrfach am Tag für ein paar Minuten. Und am besten wird dabei für Durchzug etwa durch gegenüberliegende geöffnete Fenster gesorgt, dann tauscht sich die Luft noch schneller aus. co2online gibt sogar Empfehlungen, wie viele Minuten man in welchen Monaten gemäß der angenommenen Witterung lüften soll: im Oktober 12 bis 15 Minuten, im November 8 bis 10 Minuten, Dezember bis Februar 4 bis 6 Minuten.

Was bringt das? co2online geht von einer Ersparnis von 12,5 Prozent bei den Heizkosten aus. Das macht in einem unsanierten Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern Wohnfläche und Gasheizung mit einem Gesamtverbrauch von 22.500 Kilowattstunden 240 Euro pro Jahr (2812,5 Kilowattstunden). Bei einer Ölheizung sind es etwa 140 Euro. Bei einem vergleichbaren, aber teilsanierten Gebäude mit einem Verbrauch von 18.000 Kilowattstunden sind 190 Euro mit Gasheizung und 110 Euro mit Ölheizung Ersparnis möglich (2250 Kilowattstunden).

Der Deutsche Mieterbund rechnet mit Einsparmöglichkeiten von bis zu 200 Euro pro Heizsaison für eine vierköpfige Familie in einer entsprechend großen Wohnung, in der bisher die Fenster dauerhaft auf Kipp stehen im Winter. Außerdem droht bei ausgekühlten Wänden Schimmelbefall, denn bei Temperaturen unter 16 Grad kann sich laut dena Feuchtigkeit bilden.

3. Heizkörper entlüften: Etwa 20 Euro im Jahr sparen

Der Tipp: Befindet sich Luft in den Heizkörpern, können diese nicht richtig warm werden. Obendrein gluckern sie auch noch. Daher sollte man vor Beginn der Heizsaison die Heizkörper entlüften – indem man das Entlüftungsventil an der Seite aufdreht.

Was bringt das? co2online schätzt, dass jährlich 20 Euro Ersparnis bei den Heizkosten durch das Entlüften möglich sind. Das entspricht einer angenommenen Einsparung von 1,5 Prozent.

4. Möbel von Heizung wegrücken: 15 Prozent Wärmeverlust vermeiden

Der Tipp: Gardinen, die Heizkörper bedecken, oder Möbel, die direkt davor stehen, verhindern, dass sich die Wärme gut verteilt. Daher sollten die Heizkörper nach Möglichkeit immer frei bleiben.

Was bringt das? Der Deutsche Mieterbund rechnet damit, dass so ein Wärmestau den Haushalt bis zu 15 Prozent der abgegebenen Wärme kosten kann.

5. Programmierbares Thermostat installieren: Rund 155 Euro im Jahr sparen

Der Tipp: Über einen programmierbaren Temperaturregler lässt sich die Wunschtemperatur einstellen, er kann aber auch zeitweise die Heizung abstellen oder die Wärmezufuhr an den Raum mindern – etwa bei Abwesenheit oder nachts, wenn man unter der warmen Decke liegt. Selbst in Mietshäusern können Bewohner ihre eigenen Thermostatventile installieren, diese gibt es ab rund 30 Euro im Handel.

Was bringt das? Laut co2online lassen sich mit programmierbaren Thermostaten etwa zehn Prozent Energie einsparen. Bei einem Einfamilienhaus mit 150 Quadratmeter Fläche und acht Heizkörpern kann das Austauschen der über 15 Jahre alten Thermostatventile gegen programmierbare Modelle 155 Euro im Jahr Ersparnis bedeuten. Der Preis für die neuen Geräte beträgt 10 bis 50 Euro pro Heizkörper.

3 Kommentare
  • Anton Rümmele 21. Oktober 2016 15:27

    Sehr geehrte Frau Mayer,
    Ihre Tipps um Heizkosten zu sparen sprechen eine deutliche Sprache und sind, wenn sie richtig gelesen werden, auch kein starres Gesetz, das auf Alles und Jeden passt!

    @Herr Weigold
    Frau Mayer hat hier deutlich gemacht, dass es keine starren Zeiten und Temperaturen gibt. Sie liefert Anhaltspunkte für den Ottonormalverbraucher, wieviel er sparen kann und was aufgewendet werden muss. Und das in einer einfachen und leichten Sprache. Empfehlungen in technisch-wissenschaftlicher Sprache, die der Normalverbraucher eben nicht versteht, gibt es genug und helfen keinem weiter.

    Dass nicht jeder Tipp für jeden eine Einsparung bringt, darüber sind wir sicher einig und das zu prüfen unterliegt letzendlich jedem selbst.

  • Kathleen Bähner 10. Oktober 2016 08:31

    Sehr geehrte Frau Mayer,
    als erfahrene Energieberaterin danke ich für den gelungenen Artikel.
    @ Herrn Weigold:
    Ihren Kommentar kann ich nicht so stehen lassen! Die Autorin will einige Energiespartipps mit Zahlen hinterlegen. Die Randbedingungen dafür sind eindeutig genannt. Nämlich: unsaniertes EFH. Deshalb ist in diesem Fall nicht anzunehmen, dass es sich um Mieter handelt. Die Lüftungszeiten je nach Jahreszeit zu verändern, resultiert aus der unterschiedlichen Temperaturdifferenz zwischen innen und außen. Wenn es kälter ist, wird der Luftaustausch in kürzerer Zeit erreicht. Die Aussage von Frau Mayer ist korrekt. Im Allgemeinen gebe ich Ihnen recht: Man muss genau hinschauen, wenn es um die Einsparpotentiale bei der Energieberatung geht. Mein Tipp: Mieter sollten zum Mieterschutzbund oder zur Energieberatung der Verbraucherzentrale gehen, wenn sie auf den Seiten „CO2-Online“ nicht schon genügend Hintergrundinformationen zu verschiedenen Einsparmöglichkeiten finden.

  • Manfred Weigold 7. Oktober 2016 12:52

    Guten Tag, lieber Verfasser der obigen Zeilen.
    Ich lasse mich hier nicht weiter aus, aber bin entsetzt, dass überhaupt Jemand auf die Idee kommen kann, für bestimmte Monate bestimmte Lüftungszeiten zu empfehlen. Jeder, der nur geringfügig darüber nachdenkt, merkt, was dies für ein Unsinn ist. Es kommt doch in jedem Fall auf die existierenden Bedingungen an! Hinzu kommt, dass es bestimmt Leute (Hausbesitzer, Mieter, Richter, Rechtsanwälte usw.) gibt, die, wenn sie das lesen, darüber nachdenken, solche Angaben zur Grundlage eigener zu treffender Entscheidungen zu machen. Das halte ich grundsätzlich für gefährlich.
    Außerdem: „Hurra“, nach den obigen Prozent- und Euroangaben, deren Hintergründe ich alle beachtet habe, dürfte ich fast gar keine Heizkosten haben. Danke für diese Aufklärung.
    Meine Umrüstung auf programmierbare Ventile würde mich bei einem durchschnittlichen Preis von 30 € für etwas Ordentliches rund 600 € kosten.
    Die Einsparungen im Zusammenhang mit dem Wegrücken von Möbeln von der Heizung sind nur Scheinwahrheiten. Bessere Zirkulation und schnellere Erwärmung: Ja, aber es wird zu häufig vergessen, dass z. B. auch die Möbel Wärmespeicher sind, Nicht umsonst soll gezielt mittels Durchzug nicht zu lange gelüftet werden, um „nur“ die warme, feuchtigkeitsangereicherte, verbrauchte Luft aus dem Zimmer durch frische Außenluft zu ersetzen, welche in der Lage ist, bei entsprechender Erwärmung wieder mehr Feuchtigkeit aufzunehmen. Wärme in den Möbeln, Wänden, Teppichen usw. soll möglichst verbleiben, um den Raum nicht völlig auszukühlen.

    Mieter sollten ihre Heizkörper möglichst nicht selbst entlüften, auf keinen Fall ohne Info der Vermieter oder Verwaltungen, da meist Nachfüllungen der Wassersäule erforderlich sein können. Unter Umständen werden auch andere Schäden überdeckt (z. B. an Pumpen oder ohnehin der Wasserstand). Deshalb sollten die Verantwortlichen informiert sein.

    Der Hinweis zum Ausschluss der Kipplüftung in der kalten Jahreszeit ist wichtig und richtig. Jedoch hat dies, wie der Verfasser erwähnt hat, nicht nur auf den Wärmeverlust Auswirkungen, sondern insbesondere auch auf die genannte Schimmelpilzbildung wegen Auskühlung der das Fenster umgebenden Bereiche. Allerdings ist die Aussage, welche sich auf „unter 16°C Raumtemperatur“ bezieht so nicht exakt. Hier spielen viel mehr Bedingungen eine Rolle. Auch diese Angabe führt im Zweifel bei den oben genannten wieder zu falschen Schlussfolgerungen. Nicht die Raumtemperatur ist von entscheidender Wichtigkeit, sondern z. B. die Taupunkttemperaturdifferenz und die herrschenden Wandverhältnisse sowie weitere Bedingungen. So etwas ist in jedem Fall am einzelnen Beispiel zu prüfen. Pauschale Aussagen kann es nicht geben.

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