IVD-Wohn-Preisspiegel Immobilienpreise und Mieten steigen langsamer

Lüneburg liegt im Speckgürtel von Hamburg - und ist inzwischen auch bei Hamburgern eine beliebte Alternative zum Wohnen. Das treibt die Preise nach oben.

Lüneburg liegt im Speckgürtel von Hamburg - und ist inzwischen auch bei Hamburgern eine beliebte Alternative zum Wohnen. Das treibt die Preise nach oben. © Gabriele Rohde - Fotolia.com

Der Run auf Immobilien in begehrten Wohnlagen lässt zwar etwas nach. In einigen Städten steigen die Preise aber immer noch kräftig - und das nicht nur in angesagten Metropolen wie München und Berlin. Ein Überblick.

Kaum Entspannung auf dem deutschen Immobilienmarkt: Zwar belegen zwei neue Studien, dass Mieten und Wohnungspreise aktuell und in den kommenden Jahren nicht mehr ganz so schnell steigen wie zuletzt. Dennoch wird Wohnen im Schnitt immer teurer, wie aus dem jüngsten Wohn-Preisspiegel des Maklerverbands IVD hervorgeht. Danach sind die Mieten für Wohnungen mit mittlerem Wohnwert im bundesweiten Schnitt innerhalb eines Jahres um 2,9 Prozent gestiegen. Das lag deutlich über der allgemeinen Teuerung, die das Statistische Bundesamt mit 0,9 Prozent für das Jahr 2014 benennt. Grundlage für die Studie sind aktuelle Marktpreise aus dem zweiten und dritten Quartal 2014 aus etwa 370 Städten in Deutschland.

In deutschen Großstädten habe die durchschnittliche Netto-Kaltmiete 7,80 Euro betragen, wobei Berlin ziemlich genau im Schnitt, München an der Spitze und Duisburg am unteren Rand gelegen hätten, berichtet der IVD. Die Mietpreisbremse habe nicht zu den befürchteten vorgezogenen Mieterhöhungen geführt.

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Auch die Preise für Eigentumswohnungen zogen weiter an, aber wie bei den Mieten nicht mehr so schnell wie im Vorjahreszeitraum. In den Städten mit mehr als 500.000 Einwohnern stiegen die Preise für Bestandswohnungen mittlerer Qualität um 6,7 Prozent nach 9,1 Prozent im Jahr zuvor, so der Verband.

Preise Eigentumswohnungen
Quelle: IVD-Wohn-Preisspiegel

Vor allem in Großstädten dürften die Preise weiter steigen. „Generell behält die Faustregel Gültigkeit: Je größer die Stadt, desto höher der Preiszuwachs“, sagte IVD-Präsident Jürgen Michael Schick. „Die deutschen Großstädte erfahren seit Jahren einen kontinuierlich starken Zuzug. Gleichzeitig ist Wohnraum knapp und die Politik setzt immer neue Fehlanreize, die Neubau verhindern.“

Preise Einfamilienhaus
Quelle: IVD-Wohn-Preisspiegel

Aber auch abseits der Großstädte legten die Immobilienpreise teils kräftig zu. In Lüneburg kosteten neu gebaute Eigentumswohnungen mittlerer Qualität im Schnitt 8,8 Prozent mehr, in Münster waren es 3,9 Prozent. In kleineren Städten mit weniger als 30.000 Einwohnern stiegen die Preise für Neubauten mit mittlerem Wohnwert im Schnitt um 4,7 Prozent (Vorjahr: 2,5 Prozent) und bei gutem Wohnwert um 5,2 Prozent.

Eine Rolle bei der Preisentwicklung spielt auch, wie viele Wohnungen überhaupt frei verfügbar sind. Laut einer in Hamburg veröffentlichten Studie der HSH-Nordbank stehen in den sieben deutschen Top-Städten (Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, München und Stuttgart) nur noch weniger als zwei Prozent der Wohnungen leer. In diesen Städten werden die Mieten bis 2018 zwischen 2,7 Prozent (Düsseldorf) und 5,5 Prozent (Berlin und Köln) steigen, wie es in der Marktanalyse heißt. In den Jahren zwischen 2011 und 2014 hätten die Mieten in den meisten deutschen Städten dagegen um 15 bis 18 Prozent angezogen. Zu dem gedämpften Anstieg leiste auch die neue Mietpreisbremse ihren Beitrag.

Gleichwohl bleiben nach Meinung der HSH Nordbank Investitionen in Immobilien attraktiv. Als Gründe nennt die Studie niedrige Miet- und Investmentrisiken, positive wirtschaftliche Perspektiven und die anhaltenden Wohnungsnachfrage. Der Trend werde durch die niedrigen Zinsen noch verstärkt.

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