Strafzinsen bei der Commerzbank Welchen Unternehmen Strafzinsen drohen

Die Commerzbank verlangt inzwischen auch bei vielen Mittelständlern einen Strafzins auf hohe Guthaben.

Die Commerzbank verlangt inzwischen auch bei vielen Mittelständlern einen Strafzins auf hohe Guthaben.© Commerzbank AG

Nach großen Konzernen drohen nun auch mittelständischen Firmenkunden der Commerzbank Strafzinsen. Wer ist konkret betroffen? Und was können Bankkunden tun? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Welchen Kunden der Commerzbank droht ein Strafzins auf ihr Guthaben?

Die Commerzbank verlangt inzwischen nicht nur von Konzernen einen Strafzins, sondern auch von vielen mittelständischen Unternehmen, wenn diese hohe Guthaben auf Konten haben. Einem Sprecher zufolge betrifft das etwa jeden zehnten Firmenkunden.

Der Strafzins in Höhe von 0,3 Prozent muss aber nur gezahlt werden, wenn Unternehmen „überschüssige Liquidität“ auf ihrem Konto anhäufen. Einen konkreten Betrag wollte ein Sprecher auf Nachfrage allerdings nicht nennen. Die Bank werde in nächster Zeit aber vor allem Unternehmen anschreiben, die größere Geldbeträge auf ihrem Konto parken, die über das „normale, was Unternehmen für das Tagesgeschäft an Kapital brauchen, deutlich hinausgehen“. Diesen Kunden will die Bank zunächst alternative Anlageprodukte anbieten. Erst wenn diese Angebote abgelehnt würden, werde der Strafzins fällig, heißt es.

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Sind auch kleinere Unternehmen betroffen?

Der Strafzins greift nur bei Firmenkunden mit einem Jahresumsatz von mindestens 2,5 Millionen Euro. Kleinere Mittelständler kann es dabei nach Angaben der Commerzbank aber genauso treffen wie große. Entscheidend sei die Höhe der „überschüssigen Liquidität“.

Wer muss grundsätzlich keine Strafzinsen zahlen?

Privatkunden sowie Geschäftskunden, also Selbstständige und Kleinstunternehmen mit einem Jahresumsatz von weniger als 2,5 Millionen Euro, sind von den Strafzinsen ausgenommen.

Warum verlangt die Bank einen Strafzins auf hohe Guthaben?

Das Frankfurter Geldhaus begründet den Schritt mit den negativen Einlagenzinsen der Europäischen Zentralbank. Die EZB verlangt derzeit 0,3 Prozent Zinsen von Finanzinstituten, die Geld bei ihr bunkern. Diese reiche die Commerzbank nun an die Firmenkunden weiter, sagte ein Sprecher.

Was können Unternehmer tun, denen die Bank einen Strafzins androht und alternative Anlageprodukte anbietet?

„Unternehmer sollten sich sehr genau überlegen, ob sie auf alternative Anlageangebote eingehen wollen“, sagt Peter Barkow, Inhaber der Finanzierungsberatung Barkow Consulting. Auch bei anderen Produkten seien die Zinsen derzeit sehr niedrig. Ein höherer Zinssatz bedeute meist ein höheres Risiko. „Und das Risiko muss man als Unternehmer einschätzen können. Jeder Mittelständler sollte sich also fragen: Kann ich das oder nicht?“ Laute die Antwort Nein, sollte man es besser lassen.

Wer viel Cash auf dem Konto hat, sollte es besser in die Firma investieren oder prüfen, ob damit nicht zum Beispiel ein Kredit getilgt werden könne, rät Barkow. Oder das Guthaben eben zu einer anderen Bank bringen.

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