Finanzen + Vorsorge Russlandsanktionen machen Käse billiger

Käselaibe aus einer italienischen Käserei.

Käselaibe aus einer italienischen Käserei.© Romy Mlinzk/Cooperativa Alpe del Garda/Flickr/CC BY-SA 2.0

Nach der Butter werden auch Käseprodukte und Sahne günstiger. Aldi, Norma und Netto senken die Preise. Die Verbraucher profitieren von der Milchflut in Deutschland und den Sanktionen gegen Russland. Landwirten macht die Entwicklung Sorgen.

Nach der Butter wird auch der Käse billiger. Deutschlands Discount-Marktführer Aldi hat die Preise für zahlreiche Produkte wie Käseaufschnitt, Frisch- und Schmelzkäse, aber auch Sahneprodukte um teilweise mehr als 13 Prozent gesenkt. Bei Norma sollen vor allem Käseprodukte und Kaffeesahne billiger werden. Netto Marken-Discount kündigte Preissenkungen bei verschiedenen Eigenmarken an, darunter Käse und Zahnpasta.

Aldi betonte, das Unternehmen gebe mit der Rotstiftaktion sinkende Rohstoffpreise an die Kunden weiter. Der Hintergrund: Die Milchpreise auf den Erzeugermärkten sind seit Monaten unter Druck. Ursache dafür sind nach Angaben des Milchindustrie-Verbandes eine hohe Milchanlieferung in Deutschland, aber auch das russische Einfuhrverbot für Milchprodukte, das für zusätzlichen Druck auf die Preise sorge.

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Schon Anfang September hatten Supermärkte und Discounter die sinkenden Erzeugerpreise an die Verbraucher weitergereicht. Auch hier machte Aldi den Anfang und senkte den Preis für die 250-Gramm-Packung deutsche Markenbutter von 0,99 auf 0,85 Euro. Edeka, Rewe, Lidl, Penny, Netto und Norma folgten.

Landwirte: Preissenkung geht zulasten der Erzeuger

Die Käsepreissenkung von Anfang Oktober passt in die aktuelle Strategie des Billiganbieters. Aldi versucht zurzeit mit immer neuen Rotstift-Aktionen sein Preisimage zu schärfen. Jetzt reduzierte Aldi etwa den Preis für die 400-Gramm-Packung Schnittkäse um 30 Cent auf
1,89 Euro.

Während die aktuellen Preissenkungen viele Verbraucher erfreuen dürfte, sorgt die Entwicklung bei Bauern für Sorgenfalten. Der Deutsche Bauernverband warf den Handelsketten bereits Anfang September vor, den russischen Importstopp und die damit verbundene Verunsicherung der Märkte auszunutzen, um die Einkaufspreise zu optimieren – zulasten der Erzeuger. Der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels wehrte sich allerdings entschieden gegen diese Vorwürfe.

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