Finanzen + Vorsorge Kreditgebühren: So wimmeln Banken ihre Kunden ab

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Viele Banken reagieren bei Rückforderungs-Gesprächen wenig kundenfreundlich

Viele Banken reagieren bei Rückforderungs-Gesprächen wenig kundenfreundlich© antimartina - Fotolia.com

Wenn Bankkunden zu Unrecht erhobene Kredit­bearbeitungs­gebühren zurück­fordern, greifen einige Institute in die Trickkiste - und schieben Ausreden vor. Doch die sind oft nicht stichhaltig, wie die Stiftung Warentest herausgefunden hat.

Die Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH) vom 13. Mai ist eindeutig: Banken dürfen für einen Verbraucherkredit keine Bearbeitungsgebühren verlangen. In der Praxis versuchen die Kreditinstitute aber gelegentlich trotzdem, an den Gebühren festzuhalten: Wenn sich Kunden beschweren, bedienen sich die Banken juristisch anmutender Ausreden – und hoffen offenbar darauf, dass die Kunden nicht erkennen, dass diese gar nicht stichhaltig sind.

„Nicht auszuschließen ist, dass einige wenige Banken sich zieren und dem Kunden vorzumachen versuchen, dass die Entscheidung des BGH ausgerechnet auf den konkreten Vertrag mit dem Kunden keine Anwendung findet“, erklärte Fachanwalt Wolfgang Benedikt-Jansen im Interview mit impulse. Wie das abläuft, hat die Stiftung Warentest recherchiert.

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Banken beziehen sich auf ungültige Paragraphen und Urteile

Fordern Kunden die zu unrecht erhobenen Kreditgebühren zurück, folgt in einigen Fällen promt ein Antwortschreiben der Bank – mit vermeintlich schlechten Nachrichten für den Kunden: Die Banken beziehen sich auf Paragraphen und Urteile, mit denen sie die Kunden davon überzeugen wollen, dass die Kreditgebühren doch zulässig sind.

Ein Beispiel der Stiftung Warentest: „Das Ober­landes­gericht Celle (Beschluss vom 02.02.2010, Aktenzeichen: 3 W 109/09) hat Kredit­bearbeitungs­gebühren für zulässig gehalten, weil die Bank Dienst­leistungen für die Kunden erbringe“, schrieb ein Kreditinstitut an einen Kunden. Das Problem: Das Celler Gericht argumentierte damals zwar tatsächlich so – mittlerweile ist das Urteil aber längst überholt.

Wer eine negative Rückmeldung von der Bank erhält, sollte sich also nicht grundsätzlich davon abschrecken lassen. In einer Übersicht hat die Stiftung Warentest zusammengestellt, welche Ausreden einige Banken ihren Kunden präsentieren. Die falschen Bankargumentationen und wie die Rechtslage tatsächlich ist, finden Sie hier.
 

 

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1 Kommentar
  • Filippa Giamblanco 23. Mai 2015 18:04

    Hallo,
    Wir haben im Dez. Eine Rückerstattung mit einem Musterbrief für unseren Immobilienvertrag zurückverlangt,per Einschreiben ,die haben uns zurückgeschrieben das alles bearbeitet wird.wir haben mehrere Sachen gefunden die nur zu einem Vertrag gehören…als wir die Wohnung verkauft haben wurden uns 300 Euro berechnet Bearbeitungsgebühren für die Vorfälligkeitsentschädigung..dann vorher 100 Euro (Commerzbank) für die Senkung der monatlichen Senkung fürs Bausparen.(Bausparvertrag war bei der Versicherung) ..und für unseren Immobilienvertrag..dort steht keine feste Gebühr sondern in einer Klausel das es variabel berechnet wird..Was heißt das??
    Alles wurde von uns 2 mal als Kopie mit dem Musterschreiben geschickt.Zusätzlich würden von uns die Kontoauszüge dir Jährlich abgerechnet würden mitgeschickt..
    Ich habe auf den Kontoauszügen drauf stehen,,das Sie Zinsen,klar und deutlich steht da…Bearbeitungsentgelte etc. Berechnet haben..
    Kann Ich die Kosten zurückverlangen…??
    Ich habe den Vertrag bei der Commerzbank abgeschlossen und die haben mir Jährlich Bearbeitungsentgelte berechnet..Es steht auch kein fester Betrag im Vertrag nur das die Bearbeitungsentgelte Variabel berechnet werden..
    Wie sehen meine Chancen aus.
    MfG
    Filippa Giamblanco Knezevic

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