Finanzen + Vorsorge Wirtschaft fürchtet Dämpfer: Ifo-Index sinkt auf tiefsten Stand seit 2013

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Kampf gegen IS-Extremisten, Dauerkonflikt um die Ukraine, Sanktionen gegen Russland: Deutschlands Unternehmen blicken angesichts internationaler Krisen immer skeptischer in die Zukunft. Der Ifo-Index gibt zum fünften Mal in Folge nach.

Die Furcht vor dem Abschwung geht um in der deutschen Wirtschaft. Nur noch gedämpfte Exportaussichten, eine gesunkene Kauflaune der Verbraucher, schleppende Investitionen und zurückhaltendere Personalplanungen – das alles sind keine guten Nachrichten für die Konjunktur. Erste Experten haben deshalb ihre Erwartungen bereits heruntergeschraubt. Und die Sorgen dürften angesichts der schwelenden politischen Krisenherde in aller Welt weiter wachsen.

Als wichtiges „Warnsignal“ wird die bereits seit fünf Monaten anhaltende Talfahrt des Ifo-Geschäftsklimaindex gewertet. Seit April 2013 stand das Konjunkturbarometer nicht mehr so niedrig wie im September. Besonders besorgniserregend aber ist, dass die rund 7000 für den Ifo-Index befragten Unternehmen die kommenden sechs Monate so skeptisch sehen, wie seit Dezember 2012 nicht mehr. Eine Konjunkturabkühlung zum Jahresende sei damit „klar in der Pipeline“, mahnt UniCredit-Experte Andreas Rees.

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Hinter solchen Befürchtungen steht nicht nur Verunsicherung, es gibt auch handfeste Daten. Die aktuellen Krisen, allen voran der Ukraine-Konflikt und die Sanktionspolitik gegen Russland, treffen immer mehr Branchen: Ob Lebensmittelindustrie und Agrarsektor, Maschinenbauer oder Autohersteller – bei vielen Unternehmen zeigen sich inzwischen Bremsspuren im Tagesgeschäft. Wie viel Kopfschmerzen die Entwicklung Wirtschaftslenkern bereitet, zeigte kürzlich ein internationales Treffen in Genf: Dort einigten sich führende Manager großer Unternehmen auf einen Zehn-Punkte-Plan, mit dem sie sich unter anderem für ein Zurückdrehen der Sanktionen aussprachen.

Zunehmende Skepsis unter Wirtschaftsforschern

Die wachsenden Probleme lassen sich auch an der aktuellen Umfrage der Ifo-Forscher ablesen: In der Industrie etwa hakt es mit dem Bestelleingang, und das bisher noch dicke Auftragspolster vieler Firmen schwindet, wie Ifo-Konjunkturexperte Gernot Nerb sagt. Geplante Investitionen werden auf die lange Bank geschoben – was der Konjunktur zusätzlich schadet. Auch andere Wirtschaftszweige schwächeln – abgesehen vom Dienstleistungssektor als einzigem Lichtblick. Aus anderen Regionen der Erde sieht Nerb derzeit kaum Rückenwind. Zwar laufe es in den USA wieder rund, doch reiche der Schwung nicht aus, um etwa die schwache Entwicklung in Europa auszugleichen.

Auch unter anderen führenden Wirtschaftsforschungsinstituten macht sich deshalb schon seit einiger Zeit Skepsis breit. Ihre Prognosen, die zwischen 1,8 und 2 Prozent Wirtschaftswachstum für dieses und zwischen 1,6 und 2 Prozent für kommendes Jahr vorhersagen, dürften zum Herbstgutachten im Oktober pessimistischer ausfallen. Erst am Dienstag hatte zudem die Welthandelsorganisation (WTO) ihre Erwartungen für den Welthandel zurückgenommen und dabei auch auf die geopolitischen Spannungen verwiesen.

Weniger skeptisch für Deutschland ist dagegen die Bundesbank. Positive Daten für den Juli hätten Befürchtungen eines abrupten Endes der gesamtwirtschaftlichen Aufwärtsbewegung zerstreut, schrieb die Notenbank zu Wochenbeginn in ihrem Monatsbericht. Als Stützen sieht sie die gute Lage am Arbeitsmarkt und die stabilen Einkommenserwartungen und Konsumpläne der Verbraucher.

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