Leasing-Alternativen Was taugen Carsharing und Miete fürs Flottenmanagement?

  • Serie
Screenshot der Website Car2Go: Carsharing ist nur eine von mehreren Alternativen zum Leasing der Firmenflotte.

Screenshot der Website Car2Go: Carsharing ist nur eine von mehreren Alternativen zum Leasing der Firmenflotte.

Immer mehr Unternehmer für Alternativen zum Leasing, wenn es um ihren Fuhrpark geht. Carsharing-Anbieter und Autovermieter sind inzwischen auch für Gewerbekunden attraktiv. Die wichtigsten Angebote im Überblick.

Leasing hat sich in deutschen Fuhrparks durchgesetzt. Laut Marktforscher Dataforce setzen mehr als 70 Prozent der großen Flotten ab hundert Autos auf Leasing als Finanzierungsform. In kleineren und mittleren Firmen ist es immerhin bereits die Hälfte.

Doch inzwischen gehen viele Unternehmer weiter, setzen auf Car-Pools, Langzeitmiete oder sogar Carsharing – und verzichten auf persönliche Dienstwagen für jeden einzelnen Mitarbeiter. „Die Miete wird immer mehr eine Alternative zum Leasing“, sagt Peter Hellwich, Fuhrparkberater aus Germering bei München. Er beobachtet auch: „Konzepte wie Carsharing und Miete werden ähnlicher.“

Anzeige

Der Grund: Carsharing-Anbieter wissen, dass viele potenzielle Geschäftskunden noch Vorbehalte gegen Autos haben, die sie sich wie in einer Genossenschaft mit anderen Nutzern teilen sollen. Deshalb versuchen sie das Carsharing so einfach wie möglich zu machen. Deutsche-Bahn-Tochter Flinkster, die Daimler-eigene Car2Go oder BMWs Drivenow erlauben es Nutzern, die Autos einfach irgendwo in der City zu parken. Umgekehrt lassen sich Carsharing-Autos per Smartphone buchen und öffnen.

Welche Alternativen zum Leasing es inzwischen gibt – was sie können, was sie kosten und für wen sie sich eignen:

Langzeitmiete – fürs Saisongeschäft

  • Funktionsweise: Unternehmen mieten Autos länger als einen Monat am Stück. Dafür gibt es bei Autovermietern Sonderkonditionen, sonst funktioniert alles ähnlich wie beim klassischen Mietwagen: Auf Wunsch wird das Auto angeliefert, ansonsten holt es ein Mitarbeiter bei der Verleihstation ab. Dann darf er es während der Mietdauer zum Beispiel 2000 oder 3000 Kilometer pro Monat fahren.
  • Kosten: Statt eines Tagespreises wird eine monatliche Rate fällig. Ein Passat Kombi kostet etwa 840 Euro pro Monat (28 Euro am Tag).
  • Anbieter: Autovermieter und Fuhrparkbetreiber
  • Eignet sich für: Unternehmen, die in der Saison mehr Firmenwagen brauchen, zum Beispiel in den Sommermonaten.

Car-Abo – für Vielflieger

  • Funktionsweise: Der Kunde wählt eine Fahrzeugkategorie und zahlt dafür eine feste monatliche Miete. Dafür spart er sich Parkgebühren und die Kosten für Taxi oder Mietwagen. Das Prinzip: Nutzer stellen ein Car-Abo-Fahrzeug einfach am Flughafen ab und steigen am Ziel in das nächste ein.
  • Kosten: Beim Autovermieter Sixt, dem derzeit einzigen Anbieter dieses Konzepts, kostet die Fahrzeugklasse Passat Kombi in dieser Variante 1017 Euro pro Monat (34 Euro am Tag).
  • Anbieter: Autovermieter. Bei Sixt heißt das Car-Abo „Sixt Unlimited“.
  • Eignet sich für: Unternehmen, deren Mitarbeiter besonders viel mit dem Flugzeug unterwegs sind und am Ziel sonst Taxi oder Mietwagen fahren würden.

Corporate Carsharing – für Planer

  • Funktionsweise: Unternehmer leasen Poolfahrzeuge von einem Flottenfinanzier und überlassen sie dann den eigenen Mitarbeitern zur geschäftlichen oder privaten Nutzung. Der Fuhrparkdienstleister stellt die technische Infrastruktur für Buchung, Wartung und Abrechnung zur Verfügung. Mitarbeiter bekommen zum Beispiel Funkchips auf die Führerscheine geklebt, mit denen sich die Autos öffnen lassen. Ist die Fahrt privat, geht eine Mietzahlung von ihrer Kreditkarte ab.
  • Kosten: Firmen leasen Autos und Technik (VW Passat Kombi kostet ca. 350 Euro pro Monat). Dazu kommt eine Servicegebühr. Die Preise für Privatfahrten legen Chefs selbst fest.
  • Anbieter: BMW-Fuhrparkmanagement-Tochter Alphabet gilt als Pionier, hat ihr „Alphacity“ genanntes Angebot Ende 2011 vorgestellt. Inzwischen bieten unter anderem auch GE Capital und Peugeot (in Kooperation mit Sixt) das Modell an, sowie das Münchener Startup Next Generation Mobility mit einem Produkt namens „fleetster“.
  • Eignet sich für: Unternehmen, die eigene Poolfahrzeuge haben und diese besonders effizient auslasten wollen. Denn Autos in klassischen Fahrzeugpools bleiben nachts und am Wochenende meist ungenutzt.

Klassisches Carsharing – für Anspruchslose

  • Funktionsweise: Mehrere Nutzer teilen sich einen Pool von Fahrzeugen. Dazu schließen sie einen Rahmenvertrag ab oder werden Mitglied in einem Carsharing-Verein. Die Wagen stehen entweder auf festen Stellplätzen, Kunden holen sich die Schlüssel dann aus einem Tresor. Oder die Autos stehen einfach irgendwo innerhalb bestimmter Gebiete in der Innenstadt.
  • Kosten: Eine monatliche Mitgliedsgebühr plus Fahrzeit und die gefahrenen Kilometer. Sprit ist meist inklusive. 24 Stunden mit einem Kombi wie dem Passat und 150 Kilometer kosten je nach Tarif 60 bis 85 Euro.
  • Eignet sich für: Unternehmen, die Firmenwagen nicht als Motivationsinstrument nutzen, und in größeren Städten ansässig sind. Auf dem Land ist Carsharing bisher so gut wie nicht verfügbar.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.