Finanzen + Vorsorge Lendico wirbt um Selbständige und kleine Mittelständler

Kredite

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Weitere 20 Millionen Euro hat die Kredit-Plattform Lendico von Rocket Internet für ihre Expansion eingesammelt. Das Geld will Gründer Dominik Steinkühler in das Geschäft mit Unternehmensdarlehen investieren.

Mit einem Luftsprung habe er die neue Finanzspritze gefeiert, erzählt Lendico-Gründer Dominik Steinkühler im impulse-Interview. Am Wochenende hatte sein auf die Vermittlung von Krediten spezialisiertes Start-up den Abschluss einer neuen Finanzierungsrunde bekannt gegeben. Weitere 20 Millionen Euro fließen in das Unternehmen. Zu den bisherigen Geldgebern Rocket Internet, Access Industries und HV Holtzbrinck Ventures gesellt sich dem Vernehmen nach der Investor Arrowgrass Capital, der auch beim britischen Lendico-Konkurrenten Zopa mitmischt. Das will Steinkühler zwar nicht bestätigen, er dementiert es aber auch nicht. Dafür verrät der Gründer, wofür er die zusätzlichen Millionen in den kommenden Monaten einsetzen will.

„Wir sehen großes Potenzial im Geschäft mit Firmenkrediten und wollen dafür verstärkt Spezialisten einstellen“, sagt Steinkühler. Gerade Selbständige sowie kleine und mittelständische Unternehmen hätten es bei klassischen Banken zunehmend schwer. Zudem dauere es häufig viel zu lange bis ein Darlehen bewilligt und ausgezahlt werde. „Bei uns gibt es eine Entscheidung innerhalb von 48 Stunden“, verspricht der Lendico-Gründer. Zudem seien die Konditionen attraktiver als beim klassischen Kredit von der Hausbank. Zwischen 3,99 und 15,99 Prozent Zinsen verlangt Lendico und damit ähnlich viel wie die andere sogenannte Crowdlending-Plattformen wie Auxmoney, Finmar oder auch Zencap, das ebenfalls zum Reich von Rocket Internet gehört.

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Lendico verschiebt damit ein Stück weit seinen Schwerpunkt weg von Privatkrediten für Konsumenten hin zu Firmenkrediten für Selbständige und Unternehmen. Das Start-up tritt dabei als Vermittler zwischen Kreditgebern und –nehmern auf. Es bewertet die Qualität der Darlehen und legt die Höhe der Zinsen fest. Private und institutionelle Anleger stellen dann das Geld für die Kredite zur Verfügung – für sie bieten Plattformen wie Lendico eine alternative Anlagemöglichkeit in Zeiten allgemeiner Niedrigzinsen. „Wir werden weiter daran arbeiten die Vorherrschaft der Banken zu durchbrechen und stattdessen einen besseren Weg der Kreditvergabe für Privatleute und Unternehmen zu schaffen“, sagt Steinkühler.

Rocket Internet greift die Banken an

Auch wenn Lendico in einigen Auslandsmärkten wie Spanien und Polen kürzlich die Reißleine ziehen musste, weil sich kaum kreditwürdige Interessenten für Darlehen finden ließen, strebt Steinkühler weiter eine Expansion auch jenseits des deutschen Heimatmarkts an: „Wir wollen noch im Mai in einem weiteren Markt an den Start gehen.“ Insgesamt stehe das Segment noch ganz am Anfang seiner Entwicklung. Das glaubt auch Rocket-Internet-Chef Oliver Samwer, der sich in einer Mitteilung ebenfalls zu Wort meldet: „Mit Lendico bauen wir die digitale Alternative zu Banken, wenn es um günstige und schnelle Kredite für Unternehmen und Privatpersonen geht. Im Fintech Bereich stehen wir am Anfang der Entwicklung wie wir sie bei E-Commerce bereits erlebt haben: Alteingesessene Spieler werden von neuen digitalen Anbietern überholt. Mit Lendico treiben wir diesen Prozess aktiv voran.“

 

Lendico_SteinkuehlerLendico-Gründer Dominik Steinkühler will die Finanzbranche umkrempeln. 

 

1 Kommentar
  • Smintlemon 7. Mai 2015 16:20

    Interressant.

    Wieder mal so ein Internet Start UP mit dem Typischen Geschäftsmodell Vermittlung.
    Risiko trägt nur der Geldgeber !

    Das hat nichts mit Unternehmertum zu tun. Das ist einfach nur Schäbig.

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