Mobiles Bezahlen Wie Unternehmen den Trend nutzen können

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Ein Kunde zahlt seinen Lunch beim schwedischen Food Truck Bun Bun über ein mobiles Kartenterminal.

Ein Kunde zahlt seinen Lunch beim schwedischen Food Truck Bun Bun über ein mobiles Kartenterminal.© Bun Bun Truck

In Deutschland hat sich das Bezahlen per Smartphone noch nicht durchgesetzt. Dabei kann die Technik Unternehmen viele Vorteile bringen - nicht nur bei der Buchhaltung. Zu Besuch bei den Pionieren des mobilen Bezahlens.

Es gibt in Schweden einen Ort, der das Bargeld abgeschafft hat. Er ist knapp sechs Quadratmeter groß, babyblau, hat vier Räder, eine eigene Küche und heißt „Bun Bun“ – inspiriert vom englischen Hamburgerbrötchen Bun. In dem Wagen mit dem eingängigen Namen steht Tom Lagerman, ein junger Mann mit verlegenem Blick und ­Rebellenfrisur. Jeden Tag fährt der 24-jährige Jungunternehmer mit seinem Foodtruck durch Stockholm, um Büroarbeiter, Touristen und Passanten belegte Baguettes und kalte Getränke zur Mittagszeit zu verkaufen.

Wer seinen Lunch bei ihm jedoch mit Schein und Kleingeld bezahlen möchte, muss hungrig bleiben. Lagerman hat nämlich keine Kasse, zumindest keine typische. Sämt­liche Bezahlungen wickelt er über ein Tablet ab, das permanent online ist und nur Kartenzahlungen verarbeiten kann. „Wir sind jeden Tag woanders, manchmal auch außerhalb von Stockholm“, sagt Lagerman. „Da kann eine Bargeldkasse ein ziemlicher Krampf sein.“

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Ganz Schweden ist derzeit auf dem Weg, eine bargeldlose Gesellschaft zu werden. Banken und Handel in dem skandinavischen Land haben in den vergangenen Jahren den Einsatz von Münz- und Papiergeld drastisch reduziert, viele Geldhäuser bieten in ihren Filialen überhaupt keine Bargelddienste mehr an. War Schweden noch vor 350 Jahren das Land, das als erstes Banknoten in Europa einführte, könnte es womöglich bald das erste des Kontinents sein, das die Scheine überflüssig macht.

Clevere Lösungen für Unternehmen

An ihre Stelle treten schon jetzt – neben Kartenzahlungen – immer häufiger mobile Bezahllösungen, bei denen Smart­phones oder Tablets zur digitalen Kasse werden. Allein bis zum Jahr 2017, so schätzen die US-Ana­lysten von Gartner, könnten 450 Millionen Menschen weltweit mit ihrem Handy bezahlen. Heute nutzen etwa 245 Millionen Smart­phone-Besitzer mobile Bezahltechnologien.

Während Länder wie Schweden in Sachen Mobile Payment in Europa Vorreiter sind, ist in Deutschland von einer Bezahlwende nichts zu spüren. Laut Statistischem Bundesamt nutzten 2012 gerade einmal 11 Prozent hierzulande ihr ­Handy oder Tablet zum Bezahlen, 62 Prozent waren überhaupt nicht an der Technik interessiert. „Deutschland ist regelrecht bargeld­ver­liebt“, sagt der Hamburger Mobile-Payment-Berater André Bajorat. Noch immer ­würden mehr als die Hälfte aller Zahlungen im Handel mit Scheinen und Münzen beglichen. „Das ist eines der größten Hemmnisse für innovative mobile Zahlungslösungen hierzulande.“

Dabei gibt es schon etliche clevere Lösungen. Mithilfe kleiner Aufsteckgeräte können Smartphones in Kredit- oder EC-Kartenlesegeräte verwandelt werden. Es gibt Apps, mit denen sich – über einen Funkchip im Handy – kontaktlos bezahlen lässt. Einige Hersteller arbeiten sogar an biometrischen Zahlverfahren, bei denen eine Transaktion per Herzschlag oder Venen-Scan bestätigt wird. Einige der Verfahren befinden sich noch in der Testphase, andere sollen hauptsächlich Konsumenten ansprechen. Ein paar der mobilen Lösungen können jedoch schon heute Unternehmern echten Mehrwert bieten.

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