Finanzen + Vorsorge Ökostrom-Umlage soll um ein paar Cent sinken

Eine Windkraftanlage

Eine Windkraftanlage© Gina Sanders - Fotolia.com

Immer am 15. Oktober wird die Höhe Ökostrom-Umlage für das nächste Jahr bekanntgegeben. Schon einen Tag vorher sickerte in Berlin durch, wie viel Unternehmen und Privatpersonen 2015 voraussichtlich zahlen müssen.

Die von allen Verbrauchern über die Stromrechnung zu zahlende Ökostrom-Umlage wird kommendes Jahr erstmals geringfügig sinken. Sie soll für das Jahr 2015 auf 6,17 Cent je Kilowattstunde festgelegt werden, wie die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag aus Branchenkreisen erfuhr. Der „Spiegel“ hatte schon am Wochenende darüber berichtet – im Vorjahr hatte sich jedoch noch kurz vor der Bekanntgabe eine Veränderung ergeben. Nach abschließenden Beratungen sei dies aber die Zahl, die am Mittwoch verkündet werden solle.

Bisher liegt sie bei 6,24 Cent – bei einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden fallen 218,40 Euro Umlagekosten an. Mit der neuen Umlage würde dieser Betrag minimal auf knapp 216 Euro sinken. Hinzu kommt immer noch die Mehrwertsteuerbelastung. Die Umlage macht rund 18 Prozent des Strompreises von Haushaltskunden aus, der bei rund 29 Cent je Kilowattstunde liegt. Besonders mittelständische Unternehmen ächzen unter den Stromkosten, während energieintensive Betriebe hohe Rabatte bei den Förderkosten bekommen.

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Aber nach Jahren mit teils starken Anstiegen könnte etwas Entspannung bei den Strompreisen eintreten. Umstritten ist das weiterhin hohe Ausmaß an Industrierabatten bei der Förderung, die die übrigen Verbraucher über die Umlage zahlen. Das Volumen liegt bei rund fünf Milliarden Euro im Jahr. Verbraucherschützer sehen Spielraum für Strompreissenkungen, weil dank der Ökostrom-Förderung und eines zeitweisen Überangebots der Einkaufspreis für Strom stark gesunken ist. Ein Kostenrisiko lauert in den Netzentgelten, die als weiterer Bestandteil des Strompreises wegen des Netzausbaus steigen können.

Die Umlage für das nächste Jahr wird immer am 15. Oktober von den vier Betreibern von Höchstspannungsleitungen veröffentlicht, sie sind für die Verwaltung des Ökostrom-Kontos verantwortlich. Betreiber von Solaranlagen, Windrädern, Wasserkraft- und Biogasanlagen erhalten auf 20 Jahre garantiert eine feste Vergütung. Über die Umlage wird die Differenz zwischen dem am Markt für den Strom erzielten Preis und dem Vergütungssatz gewährt. Grund für das erstmalige Sinken ist vor allem, dass die Umlage 2014 etwas zu hoch angesetzt worden ist. Auch in Zukunft sollen starke Erhöhungen vermieden werden, mit der gerade in Kraft getretenen Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes wurden Vergütungen gesenkt – im Schnitt auf 12 Cent je Kilowattstunde.

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