Finanzen + Vorsorge Ölpreise nach Russland-Sanktionen gestiegen

Öl-Förderung in den USA

Öl-Förderung in den USA © Deutsche Rohstoff AG

Die neuen Sanktionen gegen Russland sorgen wieder für steigende Ölpreise. Ist die Zeit des vergleichsweise billigen Öls schon wieder vorbei?

Nach zuletzt deutlichen Verlusten haben auch die Sanktionen gegen Russland am Freitag die Ölpreise gestützt. Ein Fass der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Oktober stieg bis zum Mittag auf 98,26 US-Dollar. Das waren 18 Cent mehr als am Vortag. Am Donnerstag wurde der Brent-Preis zeitweise mit 96,72 US-Dollar gehandelt. Noch weniger gekostet hatte Brent-Öl zuletzt im Juli 2012.

Ein Barrel (159 Liter) US-Rohöl der Marke WTI verteuerte sich um 42 Cent auf 93,24 Dollar. Die Europäische Union hat mit sofortiger Wirkung sechs große russische Energie- und Rüstungsunternehmen von der Geldbeschaffung auf den EU-Kapitalmärkten abgeschnitten.

Anzeige

Von einer Trendwende zu sprechen, sei jedoch noch zu früh, schreiben die Rohstoffexperten der Commerzbank. Die neuen EU-Sanktionen gegen Russland könnten die Preise gestützt haben. Die Europäische Union hat mit sofortiger Wirkung sechs große russische Energie- und Rüstungsunternehmen von der Geldbeschaffung auf den EU-Kapitalmärkten abgeschnitten. Anleihen der drei großen Energieunternehmen Rosneft, Transneft und Gazprom Neft dürfen ab sofort nicht mehr an den Finanzmärkten der EU gehandelt werden. Laut Commerzbankbank dürften die Strafmaßnahmen den russischen Energiesektor durch den erschwerten Zugang zu den Finanzmärkten «empfindlich» treffen.

Trendwende beim Ölpreis?

Eine Möglichkeit zu einer Trendwende bei den Ölpreisen sehen die Rohstoffexperten der dänischen Danske Bank: „Die Ölpreise scheinen nach dem Ausverkauf einen Boden gefunden zu haben.“ Die anhaltenden geopolitischen Spannungen könnten zu steigenden Preisen führen. Dies gelte auch für die Erholung der Weltwirtschaft, die vor allem durch die stärken US-Wirtschaft angetrieben werde. Ein höheres Wirtschaftswachstum steigert die Nachfrage nach Rohöl. Laut Analysten könnten bereits die am Nachmittag anstehenden Einzelhandelsumsätze die Ölpreise weiter stützen.

Der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) ist weiter gefallen. Nach Berechnungen des Opec-Sekretariats vom Freitag kostete ein Barrel (159 Liter) am Donnerstag im Durchschnitt 95,35 Dollar. Das waren 58 Cent weniger als am Mittwoch. Die Opec berechnet ihren Korbpreis auf Basis der zwölf wichtigsten Sorten des Kartells.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.